Verlusterlebnisse

Fachtagung am 23. Juni 2017

Trauer, Abschied nehmen und Kontaktabbruch in der Familie

Verlusterlebnisse können viele Facetten haben. Trauer, Schmerz und Hoffnungslosigkeit betreffen sowohl Kinder wie auch die Erwachsenen. Namhafte Referenten und Referentinnen beleuchten aus interdisziplinärer Sicht, was es bedeutet, wenn Familien- angehörige sterben, nicht mehr da sind oder Kontakte abbrechen. Die Tagung versucht Antworten darauf zu geben, was diese Verlusterfahrungen bedeuten, und wie Betroffene unterstützt werden können.

Programm

08.45 Empfang mit Kaffee
09.20 Eröffnung der Tagung
  Dr. Annette Cina, Psychologin,
Koordinatorin Institut für Familienforschung und –beratung, Universität Fribourg
09.30 Trennung, Tod und Trauer: Modelle der Verlustverarbeitung

 

Prof. Dr. phil. Hansjörg Znoj
Klinische Psychologie und Psychotherapie, Stv. Leiter Praxisstelle, Universität Bern
Präsentation
10.00 Glücklose Schwangerschaften – Trauern um das ungeborene / totgeborene Kind
  PD Dr. Sibil Tschudin
Leitende Ärztin Psychosomatik Universitätsspital Basel, Privatdozentin Universität Basel
Präsentation
10.30 Diskussion
10.45 Kaffeepause
11.15 Trauernde Geschwister - die vergessenen Trauernden
  Prof. Dr. phil. Birgit Wagner
Klinische Psychologie und Psychotherapie, MSB Medical School, Berlin
Präsentation
11.45 Wie man mit Kindern über den Tod sprechen kann
  Dr. Gernot Brauchle
Psychologe, Universitätsdozent, Rektor der Pädagogischen Hochschule Vorarlbergg
Präsentation
12.15 Diskussion
12.30 Mittagspause
14.00 Funkstille - warum Menschen den Kontakt abbrechen.
  Tina Soliman, Journalistin, Produzentin, Buch und Fernsehautorin, Regisseurin. Autorin von „Funkstille“ und „Der Sturm vor der Stille
Präsentation
14.30 "Bis dass der Tod euch scheidet". Familienbande und Verletzlichkeit
  Dr. Barbara Bleisch
Philosophin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ethik-Zentrum der Universität Zürich
Präsentation
15.00 Diskussion
15.15 Kaffeepause
15.45 Kontaktabbrüche: Möglichkeiten und Grenzen des Rechts und die Rolle der Psychologie
  Dr. iur. Gisela Kilde
Juristin, Koordinatorin und Lehrbeauftragte, Institut für Familienforschung und -beratung, Universität Freiburg
Präsentation
16.15 Diskussion
16.30 Abschluss

 

Inhalt

Trennung, Tod und Trauer: Modelle der Verlustverarbeitung
Der Verlust naher Angehöriger kann weitreichende persönliche Konsequenzen nach sich ziehen. In der westlichen Gesellschaft existieren teils irreführende Annahmen zur Trauerverarbeitung, die den Prozess der Verlustverarbeitung zusätzlich komplizieren können. Was sind Normen der Trauer? Wie wirken sich diese aus?

Glücklose Schwangerschaften – Trauern um das ungeborene / totgeborene Kind
Wenn Schwangerschaften erwünscht sind und doch mit dem Verlust des Kindes enden, ist dies für Betroffene eine sehr einschneidende und belastende Erfahrung. Wie können sie im Trauerprozess am besten unterstützt werden?

Trauernde Geschwister - die vergessenen Trauernden
Der trauernde Geschwisterteil hat nicht nur eine der wichtigsten Bezugspersonen verloren, sondern muss sich als Folge des Verlustes an ein verändertes Familiensystem anpassen. Welches sind psychische Folgen des Verlustes eines Geschwisterkindes, und wie verändert sich die daraus entstehende Familiendynamik?

Wie man mit Kindern über den Tod sprechen kann
Je nach Alter verstehen Kinder den Tod in anderer Weise und erleben dabei andere Gefühle. Die Spanne der Gefühle reicht von Unbekümmertsein über Wut bis hin zu Angst und Gruseln. Wie können Kinder in ihrer Entwicklung den Tod immer besser verstehen? Wie kann man mit Kindern über den Tod sprechen?

Funkstille - warum Menschen den Kontakt abbrechen.
Es erscheint vielen Verlassenen, als käme der plötzliche Abbruch der Beziehung „aus heiterem Himmel“. Gerade die Verlassenen suchen verzweifelt nach dem einen Grund, den es so nicht gibt. Welche Verletzungen führen dazu, dass jemand schlagartig eine Beziehung beendet?

"Bis dass der Tod euch scheidet". Familienbande und Verletzlichkeit
Familienmitglieder werden wir ein Leben lang nicht los. Daran ändert auch die Möglichkeit eines Kontaktabbruchs nichts. Die Kehrseite dieser tiefgreifenden Verbundenheit ist eine Ver­letzlichkeit, die für die Familienbande typisch ist. Was bedeutet dies aus ethischer Sicht?

Kontaktabbrüche: Möglichkeiten und Grenzen des Rechts und die Rolle der Psychologie
Kontaktabbrüche in getrennt lebenden Familien können nur begrenzt mit rechtlichen Massnahmen verhindert resp. gekittet werden. Die Praxis greift vermehrt zu Instrumenten, die den Kontakt zwischen Elternteil und Kind wieder herstellen sollen. Was sind mögliche Lösungsansätze?

Informationen und Anmeldung

Tagungsleitung
Dr. phil. Annette Cina
Institut für Familienforschung und –beratung
Universität Fribourg

Zielgruppe
Die Fachtagung richtet sich an Fachpersonen aus der Praxis und Forschung, die mit Familien arbeiten oder am Thema interessiert sind. Fachleute der folgenden Berufsfelder sind besonders angesprochen: Psychologie, Psychotherapie und Psychiatrie, Mütter- und Väterberatung, Paar- und Familienberatung, Elternbildung und Prävention, Erziehungswissenschaft, Heil- und Sozialpädagogik, Sozialarbeit Kindes- und Erwachsenenschutz.

Datum und Ort
Freitag, 23. Juni 2017, 09.20 – 16.30
Universität Freiburg
Pérolles II

Kosten

Frühbucher bis 22. April 2017  250.- sFr.
Normaltarif 290.- sFr.
Studierende (Ausweis) 100.- sFr.

In den Tagungskosten sind die Tagungsunterlagen und die Kaffeepausen inbegriffen.

Informationen und Anmeldung
Weiterbildungsstelle, Universität Freiburg, Rue de Rome 6, 1700 Freiburg
Tel: 026 300 73 47, Email: formcont@unifr.ch.

Anmeldung Online: http://admin.unifr.ch/uniform/faces/pages/index.xhtml?id=12471

Kontakt

Weiterbildungsstelle
Rue de Rome 6
CH-1700 Fribourg
+41 (0)26 300 73 47
www.unifr.ch/formcont