Erhaltung von seltenen oder gefährdeten Pflanzenarten

Die Erhaltung von Pflanzen, die auf nationaler, aber auch auf internationaler Ebene vom Aussterben bedroht sind, ist eine der wichtigsten Missionen des Botanischen Gartens der Universität Freiburg. Sein Engagement für die Erhaltung seltener und für die Schweiz emblematischer Arten führte dazu, dass der Garten als veritables Kompetenzzentrum im Artenschutz wahrgenommen wird, insbesondere für die Durchführung und das Monitoring von Wiederansiedlungsprogrammen. Der Botanische Garten der Universität Freiburg arbeitet dabei eng mit dem Amt für Wald und Natur (WNA) des Kantons Freiburg sowie mit dem nationalen Informationszentrum der Schweizer Flora (Info Flora) zusammen.


Auf internationaler Ebene engagiert sich der Garten für die Erhaltung seltener und gefährdeter Baumarten. Seine Forschungsgruppe ‚Dendrologie’ hat sich insbesondere auf die Erforschung von Reliktbäumen des Tertiärs spezialisiert.


Wiederansiedlung von Eryngium alpinum

Die Freiburger Flora: ein wertvolles Erbe

Der Kanton Freiburg weist auf seinem Kantonsgebiet eine grosse Vielfalt an Landschaften und Lebensräumen auf. So findet man eine reichhaltige Flora insbesondere in den naturnahen Habitaten des Mittellandes, an den Ufern des Neuenburgersees sowie in den Freiburger Voralpen.

Der Botanische Garten erarbeitet in Zusammenarbeit mit der ‚Regionalen Koordination zur Erhaltung der Flora‘ Erhaltungsprogramme für die seltensten Pflanzenarten des Kantons.

Verschiedene natürliche Populationen von vom Aussterben bedrohter Arten konnten dank solcher Wiederansiedlungsprogramme bereits effizient verstärkt werden.

Beispiele: Arenaria bernensis, Cochlearia pyrenaica, Dryopteris cristata, Liparis loeselii, Nuphar pumila, Scheuchzeria palustris und Veronica triphyllos.

Ex-situ-Kultur und Wiederansiedlungen

Unter dem Begriff ex situ-Kultur versteht man die Kultur von Arten ausserhalb ihres natürlichen Standorts. Diese Methode ist eine sehr effiziente Massnahme zur Erhaltung einer bestimmten Pflanzenart, wenn die Pflanzen aus der ex situ-Kultur anschliessend in ihren natürlichen Lebensraum eingebracht werden. Idealerweise ergänzen sich ex situ-Kultur und die Erhaltung von Populationen in situ. Die ex situ-Kultur von seltenen Arten erweist sich insbesondere dann als besonders ideal, wenn die Arten in ihren angestammten Wildstandorten ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes eingebracht werden können.

Arenaria bernensis

Die Freiburger Voralpen besitzen eine bemerkenswerte Flora, die stellenweise einzigartig ist. Dies gilt insbesondere für das Berner Sandkraut (Arenaria bernensis), das nur auf einigen Bergkreten der Kantone BE und FR vorkommt.

Dryopteris cristata

Die Blattwedel dieses eindrücklichen Farnes können leicht länger als 1 m werden. Der Kammfarn (Dryopteris cristata) fühlt sich in torfigen Mooren und sumpfigen Wäldern wohl. Sein Vorkommen ist infolge von Entwässerungen und Übernutzung von Moorgebieten sehr zurückgegangen.