Die Freiburger Flora: Ein wertvolles Erbe

Cochlearia pyrenaicaDer Kanton Freiburg weist auf seinem Kantonsgebiet eine grosse Vielfalt an Landschaften und Lebensräumen auf. So findet man eine reichhaltige Flora insbesondere in den naturnahen Habitaten des Mittellandes, an den Ufern des Neuenburgersees sowie in den Freiburger Voralpen.
Der Botanische Garten erarbeitet in Zusammenarbeit mit der ‚Regionalen Koordination zur Erhaltung der Flora‘ Erhaltungsprogramme für die seltensten Pflanzenarten des Kantons.
Verschiedene natürliche Populationen von vom Aussterben bedrohter Arten konnten dank solcher Wiederansiedlungsprogramme bereits effizient verstärkt werden.
Beispiele:
Arenaria bernensis, Cochlearia pyrenaica, Dryopteris cristata, Liparis loeselii, Nuphar pumila, Scheuchzeria palustris und Veronica triphyllos.

Ex-situ-Kultur und Wiederansiedlungen

Unter dem Begriff ex situ-Kultur versteht man die Kultur von Arten ausserhalb ihres natürlichen Standorts.
Diese Methode ist eine sehr effiziente Massnahme zur Erhaltung einer bestimmten Pflanzenart, wenn die Pflanzen aus der ex situ-Kultur anschliessend in ihren natürlichen Lebensraum eingebracht werden.
Idealerweise ergänzen sich ex situ-Kultur und die Erhaltung von Populationen in situ.
Die ex situ-Kultur von seltenen Arten erweist sich insbesondere dann als besonders ideal, wenn die Arten in ihren angestammten Wildstandorten ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes eingebracht werden können.

Arenaria bernensisDryopteris cristata

Die Freiburger Voralpen besitzen eine bemerkenswerte Flora, die stellenweise einzigartig ist.
Dies gilt insbesondere für das Berner Sandkraut (Arenaria bernensis), das nur auf einigen Bergkreten der Kantone BE und FR vorkommt.
Die Blattwedel dieses eindrücklichen Farnes können leicht länger als 1 m werden.
Der Kammfarn (Dryopteris cristata) fühlt sich in torfigen Mooren und sumpfigen Wäldern wohl.
Sein Vorkommen ist infolge von Entwässerungen und Übernutzung von Moorgebieten sehr zurückgegangen.