Geschichte und Profil

Das „Zentrum St. Nikolaus für das Studium der Ostkirchen“ ist dem „Institut für Ökumenische Studien“ (ISO) der Theologischen Fakultät der Universität Fribourg Schweiz angegliedert. Das ISO verdankt seine Gründung der ökumenischen Selbstverpflichtung der Katholischen Kirche während des II. Vatikanischen Konzils und konnte 2014 sein 50jähriges Bestehen feiern. Während an vielen anderen Orten die ökumenische Arbeit hinter der Aufmerksamkeit für den interreligiösen Dialog zurücktritt, zeigt sich in Fribourg eine wachsende Dynamik: 2014 wurde unter Leitung von Pfarrer Dr. Walter Dürr ein „Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft“ am ISO gegründet, das sich der innerprotestantischen Ökumene und dem Kontakt mit kirchlichen Erneuerungsbewegungen widmet. Das starke Engagement des ISO in der Zusammenarbeit mit den Ostkirchen wurde durch das neue Studienzentrum beflügelt, das Interesse und Engagement insbesondere bei den orthodoxen Doktorandinnen und Doktoranden hervorrief. Die immer umfangreichere und vielfältigere Arbeit am ISO führte zu der Idee, auch die Initiativen im Hinblick auf die ostkirchliche Theologie und die Zusammenarbeit mit den Ostkirchen institutionell zu stärken und besser sichtbar zu machen. So erfolgte am Nikolaustag, 6. Dezember 2017, die offizielle Gründungsfeier des „Zentrums für das Studium der Ostkirchen“; die konstituierende Sitzung fand am 8. März 2018 statt. Zur Direktorin wurde Frau Prof. Barbara Hallensleben gewählt.


Das Zentrum St. Nikolaus ist keine Einrichtung zur Ausbildung in orthodoxer Theologie durch orthodoxe Theologen, aber auch kein Zentrum westlicher Ostkirchenexperten. Vielmehr bietet das Zentrum im Rahmen katholischer Theologie eine akademische Plattform, damit orthodoxe Theologinnen und Theologen Kirche und Theologie des Westens aus eigener Erfahrung kennenlernen und ihre eigene kirchliche und theologische Tradition aus der Perspektive der „Diaspora“ neu durchdenken, kreativ weiterentwickeln und als eigenständige Akteure dialogisch vertreten können.