Antike Philosophie (pan)

Die Erforschung der antiken Philosophie umfasst mehr als ein Jahrtausend philosophischen Denkens, wie es sich in der griechisch-römischen Antike seit Thales von Milet im 6. Jh. vor Chr. bis zur Schliessung der philosophischen Schulen im 6. Jh. nach Chr. entwickelte. Gegenstand der Lehre sind die Vorsokratiker, die beiden grössten Philosophen der klassischen Zeit Platon und Aristoteles, die philosophischen Schulen der hellenistischen Epoche – Epikureismus, Stoa, Skeptizismus – sowie die Neubelebung der Philosophie Platons und Aristoteles‘, aus der die neuplatonische Philosophie der römischen Kaiserzeit entsprang, welche wiederum auf die christliche Theologie der Spätantike einwirkte.

Thematisch öffnet das Studium der antiken Philosophie Zugang zu allen Bereichen philosophischen Fragens. Es bietet ein breites Spektrum an Theorien zu den Fragen von Sein und Werden, Denken und Wahrnehmung, Wahrheit und Irrtum, Sprache und Bild, Zeit und Ewigkeit, Raum und Bewegung, Seele und Körper, Leben und Tod, Gut und Böse, Tugend und Laster, Mensch und Gott. Die antike Philosophie ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der abendländischen Kultur in ihren vielfältigen Ausdrucksformen wie der Wissenschaft, der Kunst, des Rechts, der Religion oder der Politik. Durch ihre Geistesfreiheit, ihre Entdeckungsfreude, ihre intellektuellen Ansprüche und ihr Weisheitsideal bleibt sie nach wie vor eine mächtige Inspirationsquelle für den Menschen auf der Suche nach Erkenntnis.

  • Lehre und Forschung

    Das Studium der antiken Philosophie an der Universität Freiburg verfolgt drei Hauptziele:

    • Die Lehre im Programm Bachelor hat zum Ziel, die Kenntnis der antiken Philosophie in ihrem thematischen Reichtum und der Vielfalt der Lehrmeinungen zu vermitteln. Jedes Jahr stellt eine Vorlesung ein anderes Thema vor, ein Proseminar führt in die Arbeit mit den Quellen ein, und ein Seminar wird der Interpretation eines klassischen Werkes gewidmet. Ein ergänzendes Angebot auf Französisch kann belegt werden.

    • Im Programm Master werden die Studierenden anhand spezifischer Themen mit den Methoden der Forschungsarbeit vertraut gemacht. Das entsprechende Seminar nimmt meistens die Form einer eingehenden Analyse weniger bekannter und anspruchsvollerer Texte an oder erfolgt unter doppelter Leitung, wo Problemstellungen in der antiken Philosophie mit denen in der Philosophie des Mittelalters, der Neuzeit oder der Gegenwart konfrontiert werden.

    • Im Doktoratsstudium geht es um die Betreuung von Dissertationsarbeiten, deren Themen in Verbindung mit dem Forschungsprofil stehen. In Freiburg besteht dieses in der Erforschung der platonischen Tradition mit Schwerpunkten Platon und Plotin und Nebenschwerpunkt Renaissance. Die Mitarbeitenden tragen zur Publikation der angesehenen Reihen „Platon Werke“ und „Les Ecrits de Plotin“ bei. Dissertationsprojekte über Platon, Plotin und Damaskios, aber auch über Heraklit sowie die peripatetische Tradition sind im Gang. Es bestehen Cotutelle-Verträge mit mehreren europäischen Universitäten. Im Doktoratsstudium sind Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch zulässig, Griechisch und/oder Latein geboten.
  • Mitarbeitende
    • Filip Karfik, o.Prof.
    • Nicolas D'Andrès, Ober-Ass.
    • Jacqueline Tusi, dipl.Ass.
    • Tanja Ruben, Lb.
    • Kelly Harrison, Dokt. SNF