Kulturphilosophie und Ästhetik (pce)

Die Lehre und Forschung des Teilbereichs "Kulturphilosophie und Ästhetik" dehnt sich seit einigen Jahren auf mehrere Ebenen aus und ist folglich durch mehr als ein Hauptmerkmal zu charakterisieren. Was die Kulturphilosophie betrifft, so handelt es sich dabei beispielsweise nicht um eine Reflexion über die Kultur der Moderne (oder Postmoderne), sondern vielmehr um Fragen nach der Konstitution, der Funktion und den inhärenten Werten von Kulturphänomenen wie Kunstwerken oder sozialen Entitäten (z.B. Institutionen und Praktiken). Für diese Phänomene ist es charakteristisch, dass sie nur im Zusammenhang mit geistigen und anderen Aktivitäten des Menschen in der Gesellschaft existieren.

Konkreter wird Kulturphilosophie verstanden als Kunstphilosophie und Ästhetik (ästhetische Erfahrung), mit einem Schwerpunkt auf der Philosophie der Musik, Sozialontologie (ein Gebiet, das zurzeit stark wächst), Philosophie der Geschichte sowie das Studium von gegenwärtigen und vergangenen Denkern, die auf dem Gebiet einschlägig publizierten. Darüber hinaus umfasst die Lehre die Philosophie in spezifischen kulturellen Kontexten, denjenigen Osteuropas (insb. Polen) und Russlands (vor und nach 1917 sowie nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1991). Die Reichhaltigkeit dieser lange marginalisierten und oft ignorierten Denkkulturen ist erstaunlich. Die Lehrtätigkeit bietet ein Modul für Osteuropa- und Slavistikstudiengänge an, die von den Universitäten Freiburg und Bern gemeinsam durchgeführt werden.

  • Lehre und Forschung

    Es ist sinnvoll, vier Arten zu unterscheiden, Kulturphilosophie zu verstehen.

    • Ein erstes Verständnis zielt auf die Reflexion animierender Ideen und Werte beispielsweise der europäischen Kultur in historischer Hinsicht.
    • Ein zweites spezifischeres Verständnis ist dasjenige der Philosophen, welche sich mit den Geistes- und Sozialwissenschaften beschäftigen, um zu bestimmen, ob und wie diese mit den Naturwissenschaften verbunden sind. Eine zentrale Frage dieses Verständnisses betrifft die Metaphysik: Unterscheidet sich die Kultur – die Sphäre von Sinn, Werten, Normativität etc. – grundlegend von der Natur oder nicht?
    • Ein drittes Verständnis zielt auf die Untersuchung kultureller Entitäten (Kunstwerke, Sprachpraktiken Diskurse, Identitätsrepräsentationen, Gesellschaft und ihre Institutionen). Typischerweise versucht man zu verstehen, wie diese Entitäten konstituiert sind und wie sie mit ihrer Quelle – dem Menschen – verbunden sind. In der Lehre werden die beiden letztgenannten Verständnisse kombiniert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Philosophie der Kunst und der sozialen Realität in historischer und systematischer Hinsicht. Die "Schulen", welche dabei am meisten behandelt werden, sind die Phänomenologie und die Sozialontologie.
    • In einem vierten Verständnis kann Kulturphilosophie auch Philosophie einer nationalen Kultur sein, so wie zum Beispiel im Falle Russlands die Reflexion über kulturelle Identität zentral wurde. Hier bereichert der Einbezug des sozio-politischen Kontextes das Verständnis philosophischer Thesen.
  • Mitarbeitende

    Die Stelle des oder der Verantwortlichen des Teilbereichs "Philosophie der Kunst und Ästhetik" ist zurzeit vakant.

    • Patricia Limido, Prof. invité
    • Oliver Nievergelt, Ch.c.
    • Mikail Maiatsky, Dr., Ch.c.
    • Marcello Ruta, Dr., Ch.c