Projets financés par le Fonds national suisse de la recherche scientifique (FNS)

Integrative Förderung

Prof. Dr. Gérard Bless

Im vorliegenden, durch den SNF finanzierten Forschungsprojekt (IFCH) werden folgende Fragestellungen bearbeitet: A) Welche Situationen und Probleme führen zu besonderen pädagogischen Bedürfnissen und damit zu integrativer Förderung? B) Wie wird integrative Förderung geplant, mit welchen Methoden wird sie umgesetzt, wie werden die Auswirkungen evaluiert und welche Formen der Zusammenarbeit haben Schulteams dabei gefunden? C) Welche Effekte integrativer Förderung können bei den geförderten Kindern bezüglich der Lernentwicklung festgestellt werden? Die Studie kombiniert in einer Längsschnitterhebung verschiedene quantitative und qualitative Verfahren. Die Ergebnisse werden Erkenntnisse über die Praxis integrativer Förderung liefern und Hinweise geben, in welche Richtung diese Praxis weiterentwickelt werden kann. Das Forschungsprojekt liegt unter der Verantwortung von Prof. Dr. Reto Luder und Dr. André Kunz (beide PH Zürich), wobei der Unterzeichnende als Kooperationspartner insbesondere für die Betreuung der angestellten Doktorandinnen mitwirkt. Die Projektarbeit mit einer Laufzeit von drei Jahren endete im März 2017. Erste Ergebnisse wurden bereits publiziert, wobei weitere Veröffentlichungen geplant sind (vgl. Projektdatenbank des Schweizerischen Nationalfonds).

Effective Teaching Practices in Inclusive Classrooms (Sirlus)

Prof. Dr. Gérard Bless

Effective Teaching Practices in Inclusive Classrooms ist eine vom SNF geförderte Längsschnittstudie (Laufzeit von 47 Monaten) in Integrationsklassen mit Kindern mit geistiger Behinderung. Verantwortlich für dieses Projekt ist Prof. Dr. Elisabeth Moser-Opitz (Universität Zürich), der Unterzeichnende wirkt als Kooperationspartner mit. Untersucht werden zum einen die Effekte einer Intervention zur sozialen Integration und einer Leistungsintervention. Zum anderen interessiert der Zusammenhang zwischen Unterrichtsqualität, Zusammenarbeit der Lehrkräfte, Einstellung der Lehrperson zum Kind mit geistiger Behinderung und der Entwicklung der Lernenden. Es handelt sich um eine Interventionsstudie mit zwei Messzeitpunkten. Die Stichprobe besteht aus Klassen des zweiten Schuljahres der deutsch- und französisch-sprechenden Schweiz, in denen jeweils mindestens ein Kind mit einer geistigen Behinderung (IQ < 70) integrativ unterrichtet wird. Die Klassen werden nach dem Zufallsprinzip zwei Interventionsgruppen A (Mathematikintervention) und B (soziale Intervention) und einer Wartegruppe zugeteilt. Im August 2017 konnte das Forschungsprojekt nach Anpassung des ursprünglichen Forschungsplans abgeschlossen werden. Erste Ergebnisse wurden unterdessen veröffentlicht (vgl. Projektdatenbank des Schweizerischen Nationalfonds).

LiT – Lesen im Tandem

Prof. Dr. Erich Hartmann

Dieses dreijährige Kooperationsprojekt (PH und Universität Freiburg, PH Luzern) untersucht Effekte und Wirkfaktoren einer Leseintervention (Paired Reading nach Topping) durch Eltern versus freiwillige Coaches bei Schulkindern mit Leseschwierigkeiten. Das Hauptziel besteht darin, die differenzielle Wirksamkeit des leicht adaptierten Förderverfahrens zur Leseflüssigkeit im deutschsprachigen Raum erstmals empirisch zu evaluieren. Als Novum im Bereich der Leseinterventionsforschung ist ferner die Analyse der Bedeutung von Individual- und Prozessmerkmalen sowie von Trainervoraussetzungen im Hinblick auf den Interventionseffekt hervorzuheben. Für die Studie mit drei Erhebungszeitpunkten wurden 200 Drittklässler rekrutiert und zufällig zwei Interventionsgruppen (Eltern vs. Coach) oder einer Wartekontrollgruppe zugeteilt (Hauptstichprobe). Die Leseintervention erfolgte über 20 Wochen, wobei sich die Tandems dreimal wöchentlich zu Lautleseaktivitäten  zusammenfanden.

Peereinfluss bei Kindern und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung (KomPeers)

Prof. Dr. Christoph Michael Müller

Kinder und Jugendliche werden von den Gleichaltrigen in der Entwicklung ihrer Alltagskompetenzen und ihres Sozialverhaltens beeinflusst (s.a. Freiburger Studie zum Peereinfluss in Schulen; FRI-PEERS; Müller & Bless, 2017). Weitgehend unklar ist hingegen, welche Bedeutung die Peers für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung haben. Einerseits liesse sich erwarten, dass Peereinflussprozesse, wie das Lernen am Modell, auf Grund intellektueller und sozialer Schwierigkeiten geringer ausgeprägt sind. Andererseits könnte gerade im Bereich von Verhaltensproblemen eine starke Peerbeeinflussbarkeit bestehen, da Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung ungünstige soziale Beeinflussung möglicherweise weniger als solche erkennen. In dem Forschungsprojekt KomPeers („Kompetent mit Peers“) wird daher untersucht, inwiefern Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung in ihren Alltagskompetenzen und Verhaltensproblemen durch ihre Peers beeinflusst werden. Die Finanzierung des Projekts erfolgt ab 1/2018 für 2.5 Jahre durch den Schweizerischen Nationalfonds und umfasst Mittel für zwei Doktoranden- und eine 50% Postdocstelle (CHF 493'039.-).

An der Studie nehmen voraussichtlich 16 Heilpädagogische Schulen (HPS) aus 6 Kantonen der Deutschschweiz komplett teil. Die Studie gliedert sich in eine longitudinale Fragebogenstudie (T1 am Anfang und T2 am Ende eines Schuljahrs) und eine Experimentalstudie. Im Rahmen der Fragebogenstudie werden die Charakteristika der Schülerschaft an HPS genau beschrieben, Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern erfasst und Peereinflussprozesse im Schulsetting analysiert. Mit Hilfe von computerbasierten Experimenten wird mit einer Substichprobe zudem untersucht, inwiefern sich Jugendliche mit einer leichten geistigen Behinderung im Vergleich zu Kontrollgruppen in stärkerem oder geringerem Masse durch Peers beeinflussen lassen.

Die Ergebnisse der Studie versprechen wichtige Erkenntnisse zu den Sozialisationsbedingungen von Kindern und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung. Weiter geben sie Hinweise, in welchen Bereichen des sozialen Lebens Personen mit einer geistigen Behinderung besonderer Unterstützung bedürfen.

SEPIA-CH

PD Dr. Dagmar Orthmann Bless, Prof. Dr. Geneviève Petitpierre, Karina-Linnéa Hellfritz MA, Chantal Hinni MA

Intellektuelle Beeinträchtigung (intellectual disability – ID) der Eltern stellt aus Sicht des Kindes ein Entwicklungsrisiko dar. Im Zusammenwirken von intellektuellen Einschränkungen einerseits und dem gehäuften Auftreten von weiteren Risiken für elterliche Überforderungssituationen andererseits erhöht sich die Wahrscheinlichkeit behinderungsbedingter Schwierigkeiten der Eltern bei der Wahrnehmung von Erziehungsaufgaben. Über die kognitive, sprachliche, motorische und sozial-emotionale Entwicklung der Kinder unter diesen Bedingungen sowie die dabei wirksamen Faktoren und Prozesse liegen bisher nur wenige empirische Befunde vor.

Es ergibt sich die besonders problematische Situation des hohen Handlungsbedarfs bei unzureichenden Kenntnissen über Handlungsbedingungen.Mit dem Ziel, die kindliche Entwicklung unter den genannten Bedingungen besser verstehen und damit unterstützen zu können, widmet sich die Längsschnittstudie drei Fragestellungen:

  • Analyse der kindlichen Entwicklung von der Geburt bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres
  • Analyse ausgewählter Merkmale des biopsychosozialen Kontextes der kindlichen Entwicklung
  • Analyse von Zusammenhängen zwischen Aspekten der frühkindlichen Entwicklung und Merkmalen des biopsychosozialen Kontextes.

Weitere Informationen:

http://fns.unifr.ch/sepia

SEPIA-D

PD Dr. Dagmar Orthmann Bless, Karina-Linnéa Hellfritz MA

SEPIA-D ist eine Komplementärstudie zu SEPIA-CH. SEPIA-D untersucht ebenfalls die Entwicklung von Kindern intellektuell beeinträchtigter Eltern, allerdings innerhalb einer Querschnittsstudie an einer Inanspruchnahmepopulation in Deutschland. Der zu erwartende komplementäre Gewinn besteht vor allem darin, an einer relativ großen Stichprobe auch die Entwicklung älterer Kinder und Jugendlicher untersuchen zu können sowie die Wirksamkeit bestimmter struktureller Rahmenbedingungen der Unterstützung von Eltern und Kindern analysieren zu können.

Fragestellungen:

  • Analyse des Entwicklungsstandes, der adaptiven Kompetenzen sowie des Wohlbefindens von Kindern intellektuell beeinträchtigter Eltern unter den Bedingungen von Begleiteter Elternschaft
  • Analyse der Lebenssituationen, der adaptiven Kompetenzen, der kognitiven Kompetenzen, der elterlichen Performanz sowie des Wohlbefindens intellektuell beeinträchtigter Mütter unter den Bedingungen von Begleiteter Elternschaft
  • Analyse von Zusammenhängen zwischen Aspekten der frühkindlichen Entwicklung und Merkmalen des Kontextes.

Weitere Informationen:

http://fns.unifr.ch/sepia

Validation du Test de Compétences Interpersonnelles et de Vulnérabilité Personnelle

Prof. Dr Geneviève Petitpierre

Le TCIVP-FEAI est un outil qui permet d’évaluer les capacités d’auto-protection des personnes adultes avec une déficience intellectuelle légère à modérée à l’égard de certaines sources de danger (ex: intimidation, tentative d’abus, d’extorsion, etc.). La prudence et les capacités auto-protectives sont des habiletés adaptatives essentielles à la sauvegarde personnelle de l’individu. Elles diminuent l’exposition au risque. Elles permettent aussi à l’individu de se soustraire, si possible durablement, aux facteurs et/ou aux sources de danger qui menacent sa sécurité et/ou son intégrité physique ou psychique. Construit à partir d’un instrument de mesure développé en Australie (Wilson, 2013; Wilson et al., 1996), le TCIVP-FEAI vise à évaluer les capacités des personnes avec une DI à identifier les situations à risque et à imaginer des solutions lui permettant de se protéger. Le test d’origine a été traduit en français. Il a été adapté en langage facilité afin de le rendre accessible aux personnes avec une DI qui ne savent pas lire. Il a été informatisé pour rendre son administration plus attractive. Finalement, l’accès à Internet s’étant généralisé, des items permettant d’évaluer la prudence sur Internet ont été introduits. L’objectif de cette recherche est de valider la version française enrichie, accessibilisée et informatisée du test auprès de 20 personnes adultes avec une DI et de comparer deux manières d’introduire l’outil dans les terrains.