An Explora virtuelle Räume testen

An Explora virtuelle Räume testen

An «Explora» geben Wissenschafterinnen und Wissenschafter einen Blick hinter die Kulissen ihrer Arbeit. Eine von ihnen ist die Valentina Ticcinelli.

Frau Ticcinelli, woran Forschen Sie gerade?
Ich untersuche, wie wir Emotionen in Gesichtern erkennen. Wie machen Kinder das? Wie machen das Leute aus anderen Kulturen? Dafür arbeite ich gerade mit japanischen Forschern zusammen. In Europa schauen wir vor allem auf die Augen und den Mund und bauen uns unsere Information dann aus den Einzelteilen zusammen. Japanerinnen und Japaner schauen mehr das Gesicht als Ganzes an. Schon bei Babys sind darum in Japan andere Hirnareale aktiv, wenn sie ein Gesicht anschauen. Außerdem zeigt man in Asien die Emotionen viel stärker über die Augen. Darum drehen sich asiatische Emojis auch viel stärker um die Augenpartie. (^_^) (*´▽`*) (◕‿◕) (↼_↼)

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, Forscherin an der Universität Freiburg zu werden?
Wie bei den meisten Wissenschaftlern folgte mein Weg keiner geraden Linie. Ich bin in Italien aufgewachsen, wo ich «bio-engineering» (Bio-Mechanik) studiert habe. Und nebenbei war ich Volleyballprofi. Dann hatte ich einen wundervollen Job in einem Spital, wo ich ein Labor für Motion Capture geführt habe. Wir haben Gang-Analysen für Kinder mit Behinderungen gemacht um zu sehen, wie sie mit ihrer Physiotherapie vorankamen. Das war wirklich cool. Dann hatte ich die Chance, in England eine Dissertation zu schreiben – in Physik. Wir untersuchten die Gehirn-Dynamiken von Autisten. Von England hatte ich dann aber irgendwann genug und so habe ich mit Roberto Caldara von der Universität Freiburg geskypt – und es hat geklickt. Und jetzt bin ich hier am Departement für Psychologie. Natürlich tönt das nach einem etwas wilden Lebenslauf, aber eigentlich habe ich immer versucht, biologische Signale zu entschlüsseln. Und ich hatte immer Spass am Programmieren.

A propos Spass: Am 22. September ist Explora!
Ja, unser Team wird zwei Stände betreuen. Bei meiner Kollegin Meike Ramon werden die Besucherinnen und Besucher testen können, wie gut sie Gesichter erkennen. Einen Freund erkennen wir aus jeder Perspektive, bei einer fremden Person ist es überraschend schwierig, sie auf unterschiedlichen Bildern zu identifizieren. In der Forschung arbeiten wir mit sogenannten «Super-Recognizern», aber auch mit Leuten, die eine «Protoprognosie» haben, eine Gehirndysfunktion, die es ihnen verunmöglicht, Gesichter zu erkennen.

An meinem Stand werden wir Virtual Reality mit Eye-Tracking kombinieren. Das heisst, die Leute bekommen eine Brille aufgesetzt, die ihnen die Illusion vermittelt, dass sie in einem virtuellen Raum sind – zum Beispiel in einem Haus. Hebt man den Kopf, sieht man die Decke, blickt man nach unten, sieht man den Boden. Die Brille registriert aber auch, wo die Leute hinschauen und wenn man länger auf etwas fokussiert, bemerkt das die Brille. So kann man beispielsweise mit Blicken Objekte bewegen. Es wird also eine ziemlich coole Erfahrung!

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Benedikt Meyer

War schon Wünscheerfüller, Weinbauhelfer, Unidozent, Redaktionsleiter, Veloweltreisender und kleinkünstlerischer Dada-Experte. Ist dank dem Science Slam an der Universität Freiburg gelandet.

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War schon Wünscheerfüller, Weinbauhelfer, Unidozent, Redaktionsleiter, Veloweltreisender und kleinkünstlerischer Dada-Experte. Ist dank dem Science Slam an der Universität Freiburg gelandet.

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