Die Bibliothek als Zuhause

Die Bibliothek als Zuhause

Eine Welt ohne Bibliotheken, ohne Bücher, ohne kuschelige Leseecken? Ein Alptraum! Die Bibliothekar_innen der Universität Freiburg geben uns im Laufe des Jahres Stück für Stück Einblick in diese besondere Welt und ins Herz ihrer Bibliothek. Pauline Aebischer, Aushilfsbibliothekarin  an der Interfakultären Bibliothek für Geschichte und Theologie (BHT), berichtet im zweiten Teil unserer Reihe über ihren Job.

Mein Name ist Pauline Aebischer. An der Universität Freiburg studiere ich seit dem Herbstsemester 2016 im Hauptfach Geschichte und im Nebenfach Rechtswissenschaften. Seit dem Sommer 2019 habe ich in der BHT eine Anstellung als Aushilfsbibliothekarin.

Meine Bibliothek
Die BHT bietet im obersten Universitätsgebäude der Miséricorde den Zugang zu über 100’000 Dokumenten aus dem Bereich Theologie, Religion und Geschichtswissenschaft. Sie verfügt über einen hellen Lesesaal mit rund 100 Arbeitsplätzen für Studierende und Interessierte, wo Nachschlagewerke, Quellen, Handbücher, Monographien, Zeitschriften sowie elektronische Medien konsultiert werden können. Von der BHT aus gibt es einen schönen Ausblick auf die Stadt und die Freiburger Voralpen.

Mein Arbeitsalltag
Ich arbeite am Dienstagnachmittag und am Freitagmorgen je 3 Stunden und gelegentlich auch am Wochenende in der BHT. Dabei bin ich für die Ausleihe, die Rückgabe der Bücher sowie für die Aufsicht in der Bibliothek zuständig. Falls Studierende oder Interessierte eine Frage haben oder auch ein Buch nicht finden, bemühe ich mich um Klärung.

Meine Aussicht
Von meinem Arbeitsplatz aus habe ich einen Blick auf den Aussenraum der Bibliothek und auf die Schliessfächer, welche den Studierenden der philosophischen Fakultät zur Verfügung stehen.

Unser ältester Schatz
Die Interfakultäre Bibliothek für Geschichte und Theologie (BHT) wurde (erst) im Jahre 1977 gegründet. Es finden sich zwar auch ältere Werke aus dem 19. Jahrhundert im Bestand der BHT, aber alle Werke, die vor dem Jahr 1850 gedruckt wurden, werden als „Altbestand“ aus konservatorischen Gründen im Magazin der Kantons- und Universitätsbibliothek (KUB) aufbewahrt.

Die BHT verfügt über einige interessante historische Reproduktionen und Faksimiles mittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Schriften und Karten. Ebenso finden sich Nachbildungen mittelalterlicher Wachssiegel im Bestand der BHT. Mit Hilfe dieser Reproduktionen kann in Lehrveranstaltungen im Fach Geschichte  unter anderem die Entwicklung der Schrift- und Buchgeschichte veranschaulicht werden.

Der aussergewöhnlichste Besitz
Gerade erst vor einigen Wochen hat die BHT die Apokalypse des Heinrich von Hesler aus dem 13. Jahrhundert erworben. Dabei handelt es sich um eine deutsche Übersetzung der Johannesoffenbarung, dem letzten Buch des Neuen Testaments. Es handelt sich dabei um eine sogenannte illuminierte (verzierte) Handschrift.

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Die Apokalypse des Heinrich von Hesler, 13. Jahrhundert.

Dafür schlägt mein Herz
Am besten mag ich den Ausblick auf die Stadt Freiburg und die Voralpen aus der BHT.


Eine Anekdote
An dieser Stelle kann ich keine spezielle Anekdote erzählen. Es passieren aber schon immer wieder lustige Dinge, die zeigen, dass die Bibliothek nicht nur ein Ort des Wissens ist, sondern auch ein Ort, an dem die sozialen Kontakte gepflegt werden.

So denke ich beispielsweise an die Studierenden, die die Bibliothek gerne wie ein eigenes Zuhause nutzen und die Schuhe beim Betreten ausziehen oder diejenigen, die in die Bibliothek kommen, um einen Film anzuschauen oder auch mal eine nette Unterhaltung mit Freunden zu pflegen.

Die BHT in Bildern

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Die Interfakultäre Bibliothek für Geschichte und Theologie in Bildern.

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  • Webseite der Interfakultären Bibliothek für Geschichte und Theologie (BHT)
  • Portal der Bibliotheken der Universität Freiburg

Angela Hoppmann

Angela Hoppmann ist Germanistin, Philosophin und Autorin, seit 2018 zudem Redaktorin und Social Media Expertin im Team Unicom. Sie bezeichnet sich selbst als Textarchitektin und verfasst in ihrer Freizeit Romane und Kurzgeschichten – wenn sie nicht gerade Tango tanzt, ihre sechste Sprache lernt oder mit Hund Nietzsche unterwegs ist.

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Angela Hoppmann ist Germanistin, Philosophin und Autorin, seit 2018 zudem Redaktorin und Social Media Expertin im Team Unicom. Sie bezeichnet sich selbst als Textarchitektin und verfasst in ihrer Freizeit Romane und Kurzgeschichten – wenn sie nicht gerade Tango tanzt, ihre sechste Sprache lernt oder mit Hund Nietzsche unterwegs ist.

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