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Hypophyse

Die Hypophyse liegt an der Unterseite des Gehirns und besteht aus drei Teilen:

  • Adenohypophyse (aus der Rathke'schen Tasche)
  • Neurohypophyse, der quasi eine Fortsetzung des Hypothalamus bildet.

Marklosen Axone der im Hypothalamus (Nucleus supraopticus und paraventricularis) liegenden Perikarien von Neuronen gelangen über den Tractus supraoptico- hypophysealis in die Neurohypophyse, wo sie die im Hypothalamus gebildeten Hormone Oxytocin und Vasopressin in die Blutbahn der A. hypophysealis inferior abgeben ( =Neurosekretion). Man nennt diese deshalb auch hypothalamische Effektorhormone.

Im Gegensatz dazu produziert die Adenohypophyse selber Hormone. Die Aktivität ihrer Zellen wird durch komplexe humorale und neuronale Mechanismen reguliert (= Steuerhormone). Dabei spielen vor allem die hypothalamischen Releasing- und Release-Inhibiting Hormone eine wichtige Rolle. Sie werden in den Kernen des Tuber cinereum produziert und über Axone (Tractus tubero- hypophysealis) durch Neurosekretion in ein Kapillarnetz der A. hypophysealis superior im Bereich der Eminentia mediana ausgeschüttet und weiter über ein Pfortadersystem zur Adenohypophyse transportiert. Diese Releasing- und Release-Inhibiting Hormone werden einerseits durch Feedbackmechanismen von Hormonen der Zielorgane beeinflusst, stehen aber andererseits noch unter dem Einfluss von verschiedensten anderen humoralen Faktoren und neuronalen Afferenzen aus vielen Regionen des Gehirns.




















Hypophyse durch Steuerhormone und Effektorhormone beeinflusst.
Abb. 2 - Hypophyse  Legende
  Abb. 1
Die Hypophyse steht unter der Kontrolle des Hypothalamus, der sowohl Steuerhormone als auch Effektorhormone sezerniert.

Steuerhormon für Adeno- hypophyse

Effektor- hormone für Neurohypophyse

Anatomie

 

mit Legende
ohne Legende

Adenohypophyse
Die Adenohypophyse besteht aus:

  • Pars distalis (Vorderlappen)
  • Pars tuberalis (Trichterlappen)





Mehr dazu:
Bei Tieren wird noch ein Mittellappen beschrieben, der sich entstehungsgeschichtlich aus der hinteren Wand der Rathke'schen Tasche (Vorläufer der Adenohypophyse) bildet. Beim Menschen wandern die Zellen dieser Hinterwand der Rathke'schen Tasche als basophile Invasion in die Neurohypophyse ein.


 

Aus der Adenohypophyse stammen mehrere Hormone, welche entweder die Funktion anderer endokriner Drüsen steuern (nicht-glandotrope Hormone = Hormone aus basophilen Zellen) oder solcher, die ohne Zwischenschaltung direkt auf das Zielgewebe wirken (glandotrope Hormone = Hormone aus azidophilen Zellen) .

  • Gruppe der glandotropen Hormone (= azidophile Zellen):
    • Prolactin, das zusammen mit anderen spezialisierten Hormonen die Milchproduktion in den Brustdrüsen beeinflusst.
    • Somatotropin, das die Entwicklung der Körpergewebe (insbesondere der Knochensubstanz und der Muskeln) fördert und den Kohlenhydratstoffwechsel beeinflusst.
  • Gruppe der nicht-glandotropen Hormone (= basophile Zellen):
    • Adrenocorticotrope Hormon ( ACTH ), das die Nebenniere zur Produktion von Cortisol anregt,
    • Thyreotropin (TSH), das die Schilddrüse steuert,
    • Follikelstimulierende Hormon (FSH) und luteinisierende Hormon (LH), die auf die Geschlechtsdrüsen wirken,
    • Melanocytenstimulierende Hormon (MSH), das die Färbung der Pigmentzellen regelt.
    • Endorphine: Peptidsubstanzen, die auf das periphere und zentrale Nervensystem wirken und die Schmerzempfindlichkeit vermindern.

Man kann noch eine dritte Gruppe von Zellen identifizieren, die chromophoben Zellen, welche sich nur schlecht anfärben lassen. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um eine eigenständige Gruppe sondern um Hormon entleerte Zellen oder Stammzellen.

Adenohypophyse mit:

  • Somato- tropen Zellen
  • Mammo- tropen Zellen
  • Kortiko- tropen Zellen
  • Thyreo- tropen Zellen
  • Gonado- tropen Zellen

In der Adenohypophyse wird die Produktion von Hormonen durch den Hypothalamus gesteuert:

Für Gruppe der glandotropen Hormone (= azidophile Zellen):

  • Prolactin Releasing Factors (PRF): Dazu zählen wahrscheinlich mehrere Neurohormone und Neurotransmitter
  • Prolactin Release Inhibiting factors (PRIF): Dopamin
  • Growth Hormon Releasing Factor (GHRF = Somatorelin) regt Produktion von Somatotropin an.
  • Somatostatin (SRIF = Somatotropin release-inhibiting factor) hemmt die Produktion von Wachstumshormon Somatotropin

Für Gruppe der nicht-glandotropen Hormone (= basophile Zellen):

  • Corticotropin releasing hormon (CRH = Corticoliberin) für ACTH.
  • Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH) sorgt für die Herstellung von Thyreotropin
  • Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) fördert die Produktion des luteinisierenden (LH) und des follikelstimulierenden Hormons (FSH).
 
Abb. 3 - Hypophyse  Legende
  Abb. 3
Die Hypophyse steht unter der Kontrolle des Hypothalamus, der sowohl Steuerhormone als auch Effektorhormone sezerniert.

 

mit Legende
ohne Legende

Neurohypophyse
Sie besteht aus folgenden Teilen:

  • Pars nervosa (Hinterlappen)
  • Infundibulum (Hypophysenstiel)

Die Hypophyse steht mit dem Hypothalamus in Verbindung: Dieser Teil des Gehirns scheidet ein antidiuretisches Hormon (d. h. ein Hormon, das die Wasserausscheidung regelt) namens Vasopressin oder ADH aus. ADH gelangt über den Tractus supraoptico- hypophysealis zur Neurohypophyse und wird dort gespeichert. Es steuert die Wassermenge, die in den Nieren (Verbindungstubulus und Sammelrohr) ausgeschieden wird, und steigert den Blutdruck. Ein weiteres Hormon, das im Hypothalamus entsteht und im Hypophysenhinterlappen gespeichert wird, ist das Oxytocin: Es regt die Muskelkontraktion im Uterus an und sorgt dafür, dass die Brustdrüsen nach der Geburt eines Kindes Milch produzieren.

 

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