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Testes

Die Testes beim Mann und die Ovarien bei der Frau erfüllen eine Doppelfunktion zum einen die Spermio- bzw. Oogenese, zum anderen die Bildung von männlichen und weiblichen Sexualhormonen. Die Keimzellbildung beim männlichen Geschlecht erfolgt in den Tubuli seminiferi, die Synthese von Testosteron in den Leydig-Zellen. Physiologischerweise ist die Funktion dieser beiden Kompartmente eng miteinander verknüpft, und verschiedene intratestikuläre Faktoren sind bei der Feinregulation der Hodenfunktion involviert.

Anatomie des Hodens

Die Hodenfunktion unterliegt einer übergeordneten Regulation durch Hypothalamus und Hypophysenvorderlappen. Durch den Beginn bzw. eine Erhöhung der Amplitude der pulsatilen Freisetzung von Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus dem mediobasalen Hypothalamus wird die Pubertät und die weitere männliche Sexualentwicklung induziert. Unter der Stimulation von GnRH erfolgt die Sekretion und die Aufrechterhaltung der Produktion der Gonadotropine LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon).

  • Hypothalamus-Hypophysen-Leydig-Zell-Achse: entsprechend der Stimulation durch GnRH erfolgt eine pulsatile Freisetzung von LH, dem wichtigsten Stimulator der Testosteronsynthese durch die Leydig-Zellen. Ohne LH-Stimulation atrophieren die Leydig-Zellen und die Testosteron-Spiegel sinken rasch ab. Über einen negativen Feedback-Mechanismus hemmt Testosteron, teilweise über seinen Metaboliten Östradiol, die Sekretion von LH und GnRH.
  • Hypothalamus-Hypophyse-Sertoli-Zell-Achse: analog zu LH wird FSH unter GnRH-Stimulation von der Adenohypophyse freigesetzt. FSH bindet an spezifische Rezeptoren der Sertoli-Zellen und stimuliert die ersten Schritte der Spermiogenese sowie die Bildung androgen-bindender Proteine (ABP). Die FSH-Sekretion wird ebenfalls durch den negativen Feedback über Testosteron supprimiert, wobei hier noch ein weiteres Sekretionsprodukt der Sertoli-Zellen, ein Peptid namens Inhibin, involviert ist.
 
Abb. 7 - Regulationsschema des gonadalen Hormonzyklus  Legende
  Abb. 7
Die Hypophyse steht unter der Kontrolle des Hypothalamus, der sowohl Steuerhormone als auch Effektorhormone sezerniert.

 

 

Der Hoden ist in Läppchen aufgeteilt. Darin findet man Tubuli seminiferi, die haarnadelartig angeordnet sind. In der Peripherie verlaufen sie aufgeknäuelt (= Tubuli seminiferi contorti) und gegen das Rete testis gerade (= Tubuli seminiferi recti).

Die Tubuli seminiferi contorti sind von einem ca 80 mm hohen Keimepithel ausgekleidet, welches aus zwei Zellpopulationen besteht. Einerseits die Stützzellen (Sertoli), das eigentliche Epithelgewebe und andererseits die Keimzellen, die in verschiedenen Stadien der Spermatogenese anzutreffen sind. Dabei liegen die Stammzellen basal (Spermatogonien) und gegen das Lumen findet man mehr und mehr ausdifferenzierte Spermien. Jedes Hodenkanälchen ist von einer Basalmembran umgeben und ausserhalb hat es Myoepithelzellen, die für den Transport der Spermien gegen das Rete testis verantwortlich sind.









Abb. 8 - Tubulus seminiferus contortus  Legende
  Abb. 8
Schnitt durch einen Tubulus seminiferus contortus. Die Stützzellen, das eigentliche Keimepithel ist für die Ausdifferenzierung der Spermatogonien in reife Spermien verantwortlich.

 

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Innerhalb jedes Tubulus seminiferus kann man zwei Kompartimente unterscheiden:

  • basales Kompartiment
  • adluminales Kompartiment

Die Grenze wird durch die Stützzellen mittels Tight junctions gebildet. Sie wird als Blut-Hoden-Schranke bezeichnet und hat u.a. eine immunologische Bedeutung, weil die sich differenzierenden Spermatozyten aufgrund der Neukombinationen des genetischen Materials in der Prophase der Meioses nicht mehr mit demjenigen des jeweiligen Eigners übereinstimmen.

Im Interstitium des Testis liegen die Androgen produzierenden Zellen, die Zwischenzellen (Leydig). Sie sind in Gruppen zwischen den Tubuli seminiferi angeordnet und geben ihre Hormone in das Blut ab.

Detailliertes Schema des Aufbaus vom Keimepithels
Abb. 9 - Zwischenzellen (Leydig)  Legende
  Abb. 9
Im Stroma der Testes liegen die Zwischenzellen (Leydig), welche für die Adrogen- produktion verantwortlich sind. Das Interstitium im diesem intertubulären Raum besteht aus lockerem BG.

 

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Von den Tubuli seminiferi recti gelangen die Spermien in das Rete testis und von dort über die Ductuli efferentes in die Epididymis, wo die Spermien bis zur Ejakualtion gelagert werden (Corpus und Cauda epididymidis).
 

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