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Juxtaglom. Apparat

Am Gefäßpol zwischen dem Vas afferens und efferens befindet sich eine Ansammlung spezieller Zellen, die in ihrer Gesamtheit als juxtaglomerulärer Apparat bezeichnet werden: Dazu gehören:

  • Macula densa: Spezialisierte Zellen der Pars recta des distalen Tubulus, die im Winkel zwischen Vas afferens und efferens liegen und die extraglomerulären Mesangiumzellen berühren. Ihre Funktion ist Messung der NaCl-Konzentration des Harns nach der Pars recta des distalen Tubulus (= Ende der Henle'schen Schleife)
  • Extraglomeruläre Mesangiumzellen: Sie sind wahrscheinlich für die Nachrichtenübermittlung zwischen Tubulus und Wand des Vas afferens verantwortlich.
  • Juxtaglomeruläre Zellen: Es sind spezielle Muskelzellen der zuführenden Arteriole (wenige auch in der Vas efferens), die Granula mit dem Hormon Renin haben.
Terminologie der Nierenhistologie

Der juxtaglomerulärer Apparat reguliert lokal die Durchblutung des Glomerulus und den Filtrationsdruck, ist also ein tubuloglomerulärer Rückkopplungsmechanismus. Außerdem ist er der Hauptbildungsort von Renin, ein Hormon, das bei der Regulierung des Blutdruckes wichtig ist. Die schmale Zellplatte, Macula densa, in der Wand der Pars recta des Tubulus distalis, berührt den Gefäßpol des Glomerulus. Seine Zellen sind meist dunkler als umgebendes Epithel des distalen Tubulus und berühren - nur durch eine Basalmembran getrennt - die Mesangiumzellen und granulierten, epitheloiden Zellen.

Aufgabe der intraglomerulären Mesangiumzellen:
Stabilisierung der Kapillarschlaufen durch Mikrofibrillen, die an der GBM inserieren.
Abb. 7 - Juxtaglomerulärer Apparat des Corpusculum renale  Legende
  Abb. 7
Schematisch ist ein Corpusculum renale mit dem Vas afferens und efferens dargestellt. Die glomeruläre Basalmembran bildet sich aus der BM des Endothels und derjenigen des viszeralen Blattes der Bowman'schen Kapsel.

  mit Legende
ohne Legende

Der juxtaglomeruläre Apparat hat also zwei Funktionen:

  1. eine lokalen tubuloglomerulären Rückkopplung: Je nach NaCl-Konzentration wird die Druchblutung durch die Vas afferens zum Nephron gedrosselt oder eben nicht. Je höher die Konzentration an NaCl, desto mehr wird durch lokale Vasokonstiktion gedrosselt, damit nicht noch mehr Primärharn ausgeschieden wird und dabei NaCl verloren geht.
  2. eine systemische Rückkopplung: Eine erhöhte NaCl-Konzentration im Primärharn führt zu einer verminderte Ausschüttung von Renin (= Angiotensinogenase). Renin ist Bestandteil des so genannten Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAA-System). Hauptaufgabe dieses Systems ist es, den Blutdruck und das Flüssigkeitsvolumen im Kreislauf sowie den Natrium- und Kaliumhaushalt auf konstantem Niveau zu halten. Das in der Niere gebildete Renin wandelt das in der Leber produzierte Angiotensinogen in Angiotensin I um, welches wiederum von dem in der Lunge hergestellten Enzym ACE in Angiotensin II verwandelt wird.
    Bei verminderter Renin-Ausschüttung sinkt der peripherer Widerstand d.h. der Blutdruck und somit wiederum die Filtrationsrate. Die Folge ist, dass weniger NaCl ausgeschieden wird. Wird vermehrt Renin sezerniert, steigt die Konzentration des Angiotensin II und bewirkt unter anderem, dass die Blutgefäße enger werden. Dadurch steigt der Blutdruck.

Merke:
Die Blutmenge, die die Nieren täglich durchströmt, beträgt ca. 1800 Liter. Da täglich 180 l/d Primärharn gebildet und davon nur etwa 1,5 Liter Harn ausgeschieden werden, wird 99 % wieder in die Blutbahn zurückgewonnen absorbiert. Einige Stoffe werden ähnlich wie Drüsensekrete aktiv in die Tubulusflüssigkeit sezerniert, andere filtriert und sezerniert.

Es gibt drei Prozesse der Harnbildung in der Niere:

  • Filtration: Alle Moleküle bis zu einem Molekulargewicht um 60.000 können filtriert werden.
  • Absorption: Absorbiert werden vor allem Wasser, Elektrolyte, Glukose und Harnstoff.
  • Sekretion: Sie spielt beim Menschen, abgesehen von Kreatinin und Kalium, mengenmäßig keine große Rolle.

 

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