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Innervation

Eine neuromuskuläre oder motorische Endplatte = myoneurale Synapse stellt die Endigung einer somatomotorischen Nervenfaser zur Skelettmuskulatur dar und dient der Steuerung (Innervation) der Muskulatur. Es handelt sich also um eine spezialisierte chemische Synapse, deren flachovale, zur Muskulatur hingewandte Oberfläche ca. 4 bis zu maximal 40 µm im Durchmesser groß ist.

Typischerweise teilt sich ein somatomotorisches Axon vor seinem Ende in viele Kollateralen, die alle als motorische Endplatten enden. Da diese alle gemeinsam erregt werden, sobald ein Aktionspotential im Axon ankommt, werden sie als funktionelle (motorische) Einheit zusammengefaßt. Die Größe einer motorischen Einheit entscheidet, wieviele Skelettmuskelfaser sich gleichzeitig kontrahieren. Je differenziertere Bewegungen ein Muskel ausführt, desto kleiner sind die hier anzutreffenden motorischen Einheiten.

Abb. 35 - Motoneurale Endplatten  Legende
  Abb. 35
Die Äste eines Axons teilen sich in ein System von verzweigten Endfüsschen auf. Die Myelinscheide des Axons hört unmittelbar vor dem Endfüsschen- system auf und wird von nicht- myelinisierenden Schwann'schen Zellen abgelöst, die die Endplatte isolieren.

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Kommen Aktionspotentiale über das zuleitende Axon in dessen plattenartige Endauftreibung, kommt es an der präsynaptischen Membran zur Exozytose acethylcholinhaltiger Neurotransmittervesikel.
Typischerweise finden sich in in präsynaptischen Endkolben viele kleine Mitochondrien vom Crista-Typ und bis zu 1.000.000 Neurotransmittervesikel mit durchschnittlichen Durchmessern von 50 nm, die jeweils 1.000 bis 10.000 Acetylcholin Moleküle enthalten. Zahlreiche Neurofilamente und einige Neurotubuli reichen nur ein Stück weit in die Endplatte hinein. Die der Muskulatur abgewandte Seite des Endkolbens wird von Ausläufern von Schwann'schen Scheidenzellen bedeckt und damit isoliert. Der gesamte Endkolben beult sich ein Stück weit in das darunterliegende Sarkolemm ein, welches viele bis über 1 µm tiefe, parallele Falten aufweist. Die Falten können sich auch nochmals (sekundär) verzweigen, wodurch eine enorme Oberflächenvergrößerung erfolgt. Im nur wenige Nanometer weiten Lumen der Falten findet sich glykoproteinreiches, elektronendichteres Material, welches eine Fortsetzung der Basalmembran der Muskelfaser darstellt.

Details zur Depolarisation

Myoneurale Synapse mit:
  • Präsynapti- sche Membran
  • synapti- scher Spalt mit Basal- membran
  • Postsynap- tische Membran mit subneura- lem Falten- apparat
Abb. 36 - Detailansicht einer myoneuraler Endplatte  Legende
  Abb. 36
Bei der myoneuralen Synapse hört die Myelinscheide unmittelbar vor dem Endfüsschen auf. Die Oberfläche der postsynaptische Membran ist durch Einfaltungen stark vergrössert (subneuraler Faltenapparat). Die Basalmembran liegt im synaptischen Spalt und bindet die ACh-Estarase für die Spaltung von Acetylcholin.

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