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Knochenumbau (sekundär)Druckerfreundliche Version
Frakturheilung

Nach einer Knochenfraktur erfolgt die natürliche (sekundäre) Frakturheilung über den Umweg einer Narbe aus Binde- und Knorpelgewebe. Innerhalb von Wochen wird der Knorpel durch Knochen ersetzt und ein knöcherner Kallus (Knochennarbe) führt zur Überbrückung des Bruches. Folgende Schritte werden durchlaufen:

Zeitspanne Beschreibung Klinik
1.-5. Tag Hämatomkallus: perifrakturelles Hämatom mit Gerinnungsvorgängen, "fibrinöse Verspannung" der Fragmente. Fraktur mobil
5.-10. Tag Wundleimkallus: gelatinöse Masse mit Abbaustoffen (Autolysine); Einwanderung von Fibroblasten u. Kapillaren in die Gerinnsel, Umwandlung des Hämatoms in unreifes Bindegewebe: Granulationsgewebe. Fraktur noch mobil; verschmälerter Bruchspalt durch verstärkten Muskeltonus ("Frakturkompression")
10.-15. Tag Granulationskallus: Zelldifferenzierung mit Proliferation von Fibro-, Osteo- u. Chondroblasten sowie Bildung von interzellulären Fasersystemen, Osteoid, Chondroidmatrix. Fraktur "zieht an"
15.-21. Tag provisorischer Kallus: Osteoklastentätigkeit, Ersatz nekrotischen Knochens an den Fragmentstümpfen durch Resorption und Neubildung. Bildung einer Knochenmanschette zur Stabilisierung, Umwandlung von Kallus und Osteoid in verkalkte Knochentrabekel (enchondrale Ossifikation) Fraktur "federt", u.U. bewegungsstabil; Schwinden der Schmerzen
21.-60. Tag endgültiger Kallus: Modellierung (v.a. durch Volumenabnahme) u. Konsolidierung der neu gebildeten Knochenmassen, Ersatz des Fasermarks durch Fettmark, Wiederherstellung der Markhöhle. Fraktur "fest" und belastungsstabil;
röntg.: abgeschlossene Rekalzination ("knöcherne Heilung")

 

Arten von Knochenbrüchen:
  • offene Fraktur
  • Splitter- fraktur
  • Stauch- fraktur
  • Grünholz- fraktur
Abb. 22 - Femurfraktur Abb. 23 - Status nach 3 Monaten Legende
    Abb. 22
Femurfraktur

Abb. 23
Status nach 3 Monaten. Konservative Therapie. Kallus ist gut sichtbar.
   

Eine Grünholzfraktur (auch Grünspanfraktur, nach dem Knickverhalten von grünem, weichen Holz) ist ein unvollständiger Knochenbruch, bei dem die umhüllende elastische Knochenhaut (Periost) meist erhalten bleibt.

Behandlung von Frakturen

Konservativ:

  • Reposition der Knochenenden in die ursprüngliche Position (cave: Rotationsfehler).

Invasiv:

  • Osteosynthese ermöglicht eine optimale Adaptation (< 1mm) und stabile Fixierung der beiden Frakturenden. Es erfolgt zuerst eine Spaltheilung. Die Frakturoberfläche wird durch Osteoblasten besiedelt und Knochenlamellen parallel zum Spalt gebildet (primäre Frakturheilung). Beachten Sie, dass bei Osteosynthese, wo die Bruchenden optimal zusammengefügt werden, die Heilung nicht über Knorpel und Kallus erfolgt.
    Im Laufe des Knochenumbaus wird die Knochensubstanz des Spaltes durch längsverlaufende Osteone ersetzt. Zur Anwendung kommen:
 
Abb. 24- Femurfraktur Abb. 25- Femurfraktur extern fixiert Legende
    Abb. 24
Röntgenaufnahme einer Femurfraktur (Aufnahme: in zwei Richtungen)

Abb. 25
Status nach Anbringen eines externen Fixateurs (externe Verbindung nicht auf Bild sichtbar) zur Stabilisierung des Bruches und Korrektur der Fehlstellung. (Aufnahme: in zwei Richtungen)
   

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