Medienstrukturen und Medienpolitik

In dem von Prof. Dr. Manuel Puppis geleiteten Forschungsbereich "Medienstrukturen und Medienpolitik" beschäftigen wir uns einerseits mit Einflüssen von Mediensystemen und Medienorganisationen auf die publizistische Leistung der Medien. Denn wie und welche Inhalte produziert werden ist kein Zufall, sondern abhängig von Besonderheiten des Mediensystems, Eigentumsverhältnissen oder auch der Organisationsweise von Medienunternehmen.

Andererseits steht die Gestaltung von Medienstrukturen durch Medienpolitik und -regulierung im Mittelpunkt. Mediensysteme entstehen nicht natürlich, sondern werden durch medienpolitische Entscheidungen geschaffen. Und an solchen politischen Prozessen sind zahlreiche Akteure beteiligt, die versuchen, ihre Interessen und Wertvorstellungen zu verwirklichen. Zur Analyse der Regulierung und Governance klassischer Medien und neuer Intermediäre führen wir oftmals internationale Vergleiche durch.

 

Forschungsprojekte

  

  • Medienförderung in Liechtenstein
    • Projektteam: Manuel Puppis und Etienne Bürdel (DCM)
    • Laufzeit: Januar bis April 2019
    • Förderung: Regierung des Fürstentums Liechtenstein

     

    Der Bericht befasst sich angesichts der Medienkrise mit Möglichkeiten, die publizistische Leistung im Fürstentum Liechtenstein durch medienpolitische Massnahmen zu erhalten. Hierzu wurde eine international vergleichende Untersuchung von Modellen der Medienförderung und des Public Service in den Kleinstaaten Dänemark, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden und Schweiz durchgeführt.

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  • Medien und Meinungsmacht
    • Projektteam: Manuel Puppis, Brigitte Hofstetter, Michael Schenk und Diana Ingenhoff (DCM), Otfried Jarren und Stefan Bosshart (Uni Zürich), Andreas Ladner (Uni Lausanne), Lukas Golder (gfs.bern)
    • Laufzeit: Februar 2015 bis Oktober 2016
    • Förderung: TA-SWISS (Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung)

     

    Die Medienlandschaft der Schweiz befindet sich in einer tief greifenden Transformation. Eine Auseinandersetzung mit den Folgen dieser durch die Digitalisierung ausgelösten Veränderungen ist von höchster gesellschaftlicher wie politischer Bedeutung. Das Projekt „Medien und Meinungsmacht“ widmet sich deshalb der Erforschung des Zusammenspiels traditioneller und „neuer“ Medien bei der Informationsvermittlung und Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger in der Schweiz. Konkret werden die Auswirkungen technologischer Veränderungen auf die Setzung von Themenschwerpunkten (Agenda-Setting), die Geschäftsmodelle, Strategien und Investitionen von Medienunternehmen und die Bedeutung neuer Akteure für die politische Informationsvermittlung und Meinungsbildung untersucht. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf junge Bürgerinnen und Bürger gelegt.

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  • Service public im internationalen Vergleich
    • Projektteam: Manuel Puppis (DCM) und Corinne Schweizer (London School of Economic sand Political Science)
    • Laufzeit: März 2015 bis Oktober 2015
    • Finanzierung: Bundesamt für Kommunikation (BAKOM)

     

    Der öffentliche Rundfunk wird in der Medienpolitik heftig diskutiert. Die Politik bedarf einer fundierten Entscheidungsgrundlage, um Reformen anzugehen und die Zukunft der Medienregulierung zu planen. In diesem Vergleich von 18 Mediensystemen werden die Fragen untersucht, wie der Auftrag des Service public definiert wird, wie der Service public finanziert wird, welche Angebote durch den Service public bereitgestellt und wie diese genutzt werden sowie welche den Service public betreffenden Reformen betreffend aktuell diskutiert werden.

  • Perspektiven und Entwicklung von Public Service Media: Eine vergleichende Studie der Entwicklung des öffentlichen Rundfunks in den westlichen Balkan-Staaten
    • Projektteam: Manuel Puppis und Laia Castro Herrero (DCM), Tarik Jusic und Davor Marko (Analitika Sarajevo)
    • Laufzeit: Juli 2014 bis September 2016
    • Förderung: Schweizerischer Nationalfonds (SNF)


    Im Zuge der Transformation haben ost- und mitteleuropäische Staaten dem Beispiel Westeuropas folgend öffentlichen Rundfunk eingeführt. Durch politische Einflussversuche werden aber dessen Möglichkeiten, einen Beitrag zur Demokratisierung zu leisten, stark eingeschränkt.

    Der öffentliche Rundfunk ist ein Kernelement westeuropäischer Mediensysteme. In einem Imitationsprozess wurden im Zuge der Demokratisierung ost- und mitteleuropäischer Staaten die vormals staatlich gesteuerten Radio- und Fernsehorganisationen in öffentliche Rundfunkanstalten umgewandelt. Doch die Funktionsweise der politischen Systeme in diesen jungen Demokratien bot für die Entwicklung des öffentlichen Rundfunks kein vorteilhaftes Umfeld. Einflussversuche von politischen und wirtschaftlichen Eliten und fehlende finanzielle Stabilität verhindern, dass der öffentliche Rundfunk seine Aufgaben tatsächlich erfüllen kann. Dies trifft auch auf das ehemaligen Jugoslawien und Albanien zu. Entsprechend interessiert sich das Projekt für die Entwicklung des öffentlichen Rundfunks in Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Serbien, Montenegro, Albanien und Kosovo. Es untersucht den Einfluss des nationalen Kontextes und der Erweiterungspolitik der Europäischen Union auf den öffentlichen Rundfunk.

    Im Anschluss an das Projekt wurde durch den SNF ein „Valorization Grant“ mit Laufzeit von November 2016 bis April 2017 genehmigt.

  • Identifikation von Good Practice im Jugendmedienschutz im internationalen Vergleich
    • Projektteam: Wolfgang Schulz und Stephan Dreyer (Hans-Bredow-Institut), Matthias Künzler (Freie Universität Berlin) und Manuel Puppis (DCM)
    • Laufzeit: April 2013 bis Mai 2014
    • Förderung: Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)

     

    Ziel des Projekts ist der Vergleich unterschiedlicher Regelungsmodelle in ausgewählten Ländern und auf europäischer Ebene, die Analyse ihrer Vor- und Nachteile und die Prüfung der Übertragbarkeit auf die Schweiz. Die Untersuchung besteht aus vier Arbeitsschritten: 1) Einer deskriptiven Darstellung der bestehenden Regulierungsmodelle in ausgewählten Ländern; 2) einer komparativen Analyse der Modelle; 3) einer Identifizierung von Good-Practice-Beispielen; und 4) einer Diskussion der Übertragbarkeit auf die Schweiz.

  • Regulierungsmonitoring 2012/2013: Finanzierung des Service public, Medienförderung; Lizenzierung von Privatrundfunk
    • Projektteam: Manuel Puppis (DCM), Matthias Künzler (Freie Universität Berlin), Corinne Schweizer und Samuel Studer (Universität Zürich)
    • Laufzeit: August 2012 bis September 2013
    • Förderung: Bundesamt für Kommunikation (BAKOM)

     

    Der Mediensektor ist genauso im Umbruch wie die Medienregulierung. Staatliche Regulierungsbehörden bedürfen einer fundierten Entscheidungsgrundlage, um Reformen anzugehen, Lösungsstrategien für alte und neue Regulierungsprobleme zu entwickeln und die Zukunft der Medienregulierung zu planen. Ein ländervergleichendes Regulierungs-Monitoring kann sicherstellen, dass zeitnah wissenschaftlich aufbereitetes Wissen über aktuelle medienpolitische Trends und Probleme, Regulierungsarrangements sowie Regulierungsinstrumente vorliegt. Ziel ist es, die regulatorischen Entwicklungen in zentralen Ländern zu verfolgen und eine Toolbox innovativer Regulierungsinstrumente auszuarbeiten. Für die Jahre 2012/2013 wurden aufgrund ihrer medienpolitischen Relevanz die Lizenzierung von Privatrundfunk, die Finanzierung des öffentlichen Rundfunks und die Medienförderung als zu untersuchende Bereiche ausgewählt. Dabei werden 17 Länder mit der Schweiz mittels einer Dokumentenanalyse verglichen.

  • NCCR-Projekt Internationalisierung, Mediatisierung und die Verantwortlichkeit von Regulierungsbehörden
    • Projektteam: Fabrizio Gilardi und Martino Maggetti (Universität Zürich), Yannis Papadopoulos und Jan Biela (Universität Lausanne), Manuel Puppis (DCM)
    • Laufzeit: Oktober 2009 bis September 2013
    • Förderung: Schweizerischer Nationalfonds (SNF) im Rahmen des NCCR Democracy

     

    In Folge der Liberalisierung der Märkte und Privatisierung von früheren Staatsbetrieben in den vergangenen Jahrzehnten ist Regulierung zu einem wichtigen Mittel in der Politik geworden. Diese Aufgabe wurde dabei in vielen Fällen an unabhängige Behörden delegiert. In den vergangenen 15 Jahren haben diese sich innerhalb Europas und darüber hinaus zu einflussreichen Akteuren in verschiedenen Politikbereichen entwickelt. Ein grosser und weiter wachsender Anteil der Politikgestaltung wird also von Institutionen übernommen, die nicht gewählt wurden und unabhängig von gewählten Politikern und demokratischen Institutionen agieren. Dies stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Demokratie dar, da die Verantwortlichkeit für Politikergebnisse nicht eindeutig ist.

    Das Projekt untersucht unter anderem die Kommunikation von Regulierungsbehörden gegenüber den Medien, Regierungen und anderen Akteuren, die ihre Leistung überwachen und beurteilen, um festzustellen, wie Regulierungsbehörden Rechenschaft ablegen und Verantwortung für ihre Arbeit übernehmen.