Dogmatik. Die Neuentdeckung der Analogie. Hauptvorlesung
UE-TTH.00222

Dozenten-innen: Hallensleben Barbara
Kursus: Master
Art der Unterrichtseinheit: Vorlesung
ECTS: 1
Sprache-n: Deutsch
Semester: SP-2020

Nach ihrer Vorgeschichte in der griechischen Mathematik und Philosophie wird die Rede von der Analogie in der Scholastik zu einem Element theologischer Erkenntnislehre: Mit ihrer Hilfe wird darüber nachgedacht, inwieweit menschliche Begriffe die Wirklichkeit Gottes erfassen und ausdrücken können. In ihrem sprachlichen Aspekt ist die Analogielehre eine Weise der Prädikation, bei der die Analogie die Mitte zwischen der Univokation (Eindeutigkeit) und Äquivokation (Vieldeutigkeit) einnimmt. Auf ontologischer Ebene ist die Analogielehre mit der Partizipationsmetaphysik verbunden und zeigt auf, wie die geschöpfliche Wirklichkeit in Einheit und Differenz im göttlichen Sein gründet. Die Analogielehre findet eine wegweisende Formulierung bei Thomas von Aquin (STh I,13). Die Vorlesung zeigt die Entstehung, die theologische Bedeutung, die kontroverse Rezeption und die heutige Neuentdeckung der Analogielehre im Anschluss an Erich Przywaras Werk „Analogia Entis“ auf.


Lernziele

die Entstehungsgeschichte der Analogielehre kennen; Grund und Form ihrer Rezeption in der Theologie verstehen; die umstrittene Rezeption der Analogielehre nachvollziehen können; die heutige Neuentdeckung der Analogielehre in ihrer Bedeutung für das theologische Arbeiten würdigen können.


Dokumentation

Wolfgang Kluxen u.a., Art. „Analogie“ in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 1, Basel 1971, 214-229; Wolfhart Pannenberg, Analogie und Offenbarung. Eine kritische Untersuchung zur Geschichte des Analogiebegriffs in der Lehre von der Gotteserkenntnis (1955), Göttingen 2007; Lorenz Bruno Puntel, Analogie und Geschichtlichkeit, Freiburg i.Br. 1969; Erich Przywara, Analogia entis. Metaphysik, Einsiedeln 1962; Johannes Hoff, The Analogical Turn. Rethinking Modernity with Nicholas of Cusa, Grand Rapids, Michigan 2013.