Theologie der Ökumene: Ostkirchen und orthodoxe Theologie. Hauptvorlesung.
T031.0875

Dozenten-innen: Athanasiou Stefanos, Hallensleben Barbara
Kursus: Master
Art der Unterrichtseinheit: Vorlesung
ECTS: 1.5
Sprache-n: Deutsch
Semester: SA-2019

Die Communio der katholischen Ortskirchen, die die Kirche von Rom und deren Bischof als Zeichen für ihre Einheit im Leib Christi ansehen, erkennt die orthodoxen Kirchen als "Schwesterkirchen" an, d.h. als wahre Kirche Jesu Christi. Gegen Ende des II. Vatikanischen Konzils wurden 1965 unter großem Jubel durch eine gemeinsame Erklärung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras von Konstantinopel die Exkommunikationen von 1054 "aus der Erinnerung der Kirche herausgenommen, für gegenstandslos erklärt und ganz und gar in der Vergessenheit begraben". Damals schien die neu vollzogene Communio zwischen West- und Ostkirche unmittelbar bevorzustehen. Seit der politischen Wende 1989 mehren sich die Widerstände und Konflikte. Daran ist nicht zuletzt der Mangel an Kenntnissen über unsere Schwesterkirchen und der noch größere Mangel an Sensibilität gegenüber ihrer Situation Schuld. Die Vorlesung weist auf, welche Bereicherung die Ostkirchen für die Gemeinschaft der Christen darstellen.


Lernziele

Die orthodoxen Kirchen in ihrer Vielfalt und in ihrer Beziehung zueinander als Schwesterkirchen der katholischen Lokalkirchen kennen; die Entfremdung zwischen Ost -und Westkirche von der Kirchenspaltung innerhalb der Westkirche unterscheiden können; die wichtigsten Kontroversfragen zwischen katholischer und orthodoxer Tradition kennen und sie in ihrer theologischen Tragweite analysieren können.


Dokumentation

Samuel P. Huntington, Kampf der Kulturen, Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert (1996), München – Wien 71998; Ernst Christoph Suttner, Einheit im Glauben – geistgewirkte Vielfalt in Leben und Lehre der Kirche (= Studia Oecumenica Friburgensia 57), Fribourg 2013; Sergij Bulgakov, Die Orthodoxie. Die Lehre der orthodoxen Kirche, Trier 1996.