Gender und soziale Gerechtigkeit: Transnationaler Feminismus, Menschenrechte und internationale Ordnung
L043.0058

Dozenten-innen: Ludi Regula
Kursus: Master
Art der Unterrichtseinheit: Vorlesung
ECTS: 3
Sprache-n: Deutsch
Semester: SP-2020

Feminismus ist im Trend. In Windeseile finden Proteste gegen den alltäglichen Sexismus virale Verbreitung. Lokale Skandale avancieren in den sozialen Medien rasch zu globalen Ereignissen. Zugleich grassiert die Misogynie im Internet. Öffentlich exponierte Frauen sind üblen Hasskampagnen ausgesetzt, sexistische Gewaltphantasien kursieren in erschreckendem Ausmass. Wie sind diese Entwicklungen zu verstehen? Zeugen sie von einer Intensivierung der Konflikte zwischen den Geschlechtern? Erleben wir derzeit einen Umbruch in den globalen Geschlechterverhältnissen? Oder ist das alles nur alter Wein in neuen Schläuchen? Was bedeutet Feminismus überhaupt unter den aktuellen Bedingungen globaler und digitaler Kommunikation?

Der Kurs sucht Antworten auf diese Fragen, indem er sich methodisch und theoretisch an der Gegenwartsanalyse von Nancy Fraser orientiert. In ihren neueren Texten reflektiert Fraser die Herausforderungen der Globalisierung für Gerechtigkeitsansprüche unterschiedlicher Art und zeigt Wege auf, wie das Versprechen paritätischer Partizipation in einer immer stärker vernetzten und interdependenten Welt eingefordert werden kann. Gestützt auf diese Überlegungen widmet sich der Kurs dem Verhältnis von Geschlecht, internationaler Politik und Globalisierung seit dem Ende des Kalten Krieges. Im Zentrum stehen der Wandel internationaler Normen und Ordnungsvorstellungen sowie die Frage, wie sich die Bedingungen für die Artikulation und Durchsetzung von Gerechtigkeitsansprüchen unter der globalen Hegemonie des Neoliberalismus und durch neue, digitale Kommunikationsformen verändert haben.

Das Lernziel ist eine vertiefte theoretische Reflexion aktueller transnationaler und internationaler Vorgänge im Bereich der Geschlechtergerechtigkeit und ihrer Verbindung zu anderen Kampagnen für soziale Gerechtigkeit. Zudem will der Kurs Einblick in die Geschichte feministischer Mobilisierung vermitteln und so zu einer Kontextualisierung und einem besseren Verständnis der historischen Bedingtheit von Protest und Wandel beitragen.


Lernziele

Leistungsnachweis und Benotung

Erwartet wird:

  • regelmässige Teilnahme an den Sitzungen, Lesen der Pflichtlektüre und aktive Beteili- gung an der Diskussion
  • Gruppenarbeit mit Kurzpräsentation der Ergebnisse
  • Schriftlicher Essay von max. 10 Seiten basierend auf der Gruppenarbeit (Abgabetermin 1.6.2018)

Für die Benotung zählen:

  • die Gruppenarbeit (kollektive Note, 40%)
  • Essay (60%) Für eine genügende Note muss der Essay den Anforderungen wissenschaftlichen Schreibens genügen (Problemstellung, Aufbau, Referenzen, korrekte Zitierweise; für die Benotung relevant sind die Stringenz der Argumentation, sprachliche Klarheit, Originalität der Argumente).
  •  Mündliche Beteiligung (Aufrunden der Gesamtnote)