Krimi und Crime

Das Wesentliche
Daten

Freitag, 29. November 2019, 9.15 – 17.00 Uhr

Dauer

1 Tag

Kosten

CHF 250.–

Format Seminar
Sprache Deutsch
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Broschüre
Ort/e

Weiterbildungszentrum, Rue de Rome 6, Freiburg

Zielgruppe

Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II

Inhalt

Kriminalromane sind heute fester Bestandteil der Lektürelisten für den schulischen Deutschunterricht. Und ungeachtet der teilweise fortbestehenden Vorbehalte hinsichtlich der Qualität der Gattung konnten sich Krimis von Autoren wie Friedrich Dürrenmatt oder Friedrich Glauser auch im Literaturkanon etablieren. Zwar fehlen gerade für die Schweiz zuverlässige Angaben zur Lektüre von Jugendlichen in Schule und Freizeit, aber es ist zu vermuten, dass Krimis eine wichtige Rolle einnehmen, wenn Schülerinnen und Schüler von der Jugendlektüre zum literarischen Segment hingeführt werden. Also: eine eher einfache Gattung, die mithilfe spannungsgeladener Plots auf ein erstes Lesen von anspruchsvolleren Erwachsenen-Ganzschriften vorbereitet?
 

In diesem Workshop möchten wir uns um ein differenziertes Bild der Gattung Krimi bemühen. Wir werden uns zum einen mit den Gattungsfragen im schulischen und hermeneutisch-lesenden Kontext auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang soll den erzählerischen Mitteln und Mustern der Gestaltung von Spannungsplots nachgegangen werden; es wird aber auch die Modellierung der Handlungswelten in Verbrechergeschichten zu betrachten sein, beispielsweise die jüngere Tendenz zum Regionalkrimi (in der Deutschschweiz etwa bei Hansjörg Schneider und Alfred Bodenheimer), die auf eine reale Verortung des Verbrechens und seiner Aufklärung abzielt. Zum andern verdient die Verbindung von Lernziel und didaktischem Einsatz besondere Aufmerksamkeit. Wie kaum eine andere Gattung bietet sich der Kriminalroman insbesondere für die Rekonstruktion von Plots und somit für ein informationsentnehmendes Lesen im Modus fiktionaler Literatur an, die Leserinnen und Leser als Detektive einsetzt. Hier wäre insbesondere zu beobachten, welche weiterreichenden Fragestellungen (Konzeptionen der Ermittlerfigur und der Opfer, soziale Verankerung von Delinquenz, Begriffe von Schuld und Verantwortung) an die Texte herangetragen werden können.

Ziele

Das Weiterbildungsseminar:
 

  • diskutiert gegenwärtige Entwicklungen der Erzählanalyse anhand der Gattung Kriminalroman und frischt erzähltheoretisches Wissen auf
  • setzt sich grundsätzlich mit der historischen Entwicklungen und aktuellen Vielfalt von Verbrechergeschichte und Kriminalroman auseinander
  • beleuchtet die vielseitigen Beziehungen von Fiktion und Wirklichkeit, insbesondere am Beispiel des Regionalkrimis
  • betrachtet hermeneutische und didaktische Zugänge zur Gattung und ihrer Texte
  • fördert den Austausch von Unterrichtserfahrungen im Kontakt mit Literaturtheorie
     

Ein Reader mit den theoretischen und literarischen Texten, die im Rahmen des Seminars analysiert und diskutiert werden sollen, wird den TeilnehmerInnen zwei Wochen vor der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.

Kursverantwortliche und Referierende

Kursverantwortung

Kindt Tom Oliver, Prof. Dr., Professor für Germanistische Literaturwissenschaft, Universität Freiburg

Müller Ralph, Prof. Dr., Professor für Germanistische Literaturwissenschaft, Universität Freiburg

Daten und Orte
Zeit Ort
29.11.2019 von 09:15 bis 17:00 Weiterbildungszentrum, Rue de Rome 6, Freiburg
Medien und Dokumente

Dokument-e

Kontakt

Weiterbildungsstelle der Universität Freiburg
Rue de Rome 6
1700 Fribourg

Anmeldung