Carolin Gluchowski

 

 

Forschungsinteressen

  • Mittelniederdeutsch

  • Frömmigkeitsgeschichte

  • Mediengeschichte

  • Handschriftenkunde

  • Gebetbuchliteratur

  • Text-Bild-Beziehung

  • Kunsttheorie des 15. und 16. Jahrhunderts

  • Künstleranekdote

 

Curriculum

Geboren 1991; Abitur mit Auszeichnung 2011; Studium der Humanmedizin 2011-2013; Bachelorstudium in Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften und Geschichte 2013-2017; Bachelorstudium in Kunstgeschichte und Philosophie 2014-2018; Masterstudium in Mittelalter- und Renaissancestudien 2017-2019; Masterstudium in Kunstgeschichte seit 2018; Master of Arts in Mittelalter- und Renaissancestudien mit der Arbeit „Neue Perspektiven auf die Handschriftenüberlieferung aus dem Zisterzienserinnenkloster Medingen“ (Abschluss: 1,0) 2019; seit 10/2019 Juniorwissenschaftlerin an der Universität Freiburg/Schweiz, Departement für Sprachen und Literaturen; Unconditional Offer Holder für DPhil in Medieval and Modern Languages an der University of Oxford.

Wissenschaftliche Hilfskraft im Sonderforschungsbereich 1015 „Muße“, Teilprojekt C2 „Stillgestellte Zeit und Rückzugsräume des Erzählens“ 2014-2017; Wissenschaftliche Hilfskraft im Forschungsprojekt „Vöge-Digital“ 2017; Wissenschaftliche Hilfskraft des Instituts für Medien- und Kulturwissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Deutschland, Prof. Dr. Evi Zemanek 2017-2019; Wissenschaftliche Hilfskraft des Instituts für Kirchengeschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Deutschland, Prof. Dr. Karl-Heinz Braun 2017-2019; Wissenschaftliche Hilfskraft im Sonderforschungsbereich 948 „Helden“, Teilprojekt D4 „Grazia und Terribilità“ 2018; Wissenschaftliche Hilfskraft im Forschungsprojekt „Quellen als Tor zur Vergangenheit“ 2019; seit 2017 Freie Mitarbeiterin der Städtischen Museen Freiburg/Deutschland; seit 2018 Freie Mitarbeiterin des Kulturamtes der Stadt Zug/Schweiz.

 

Dissertationsprojekt

Scripto et finito libro isto. sit laus et gloria regi misericordie cristo. […]
cui ad laudem et honorem. offero meum magnum laborem.
petens vt qui desiderium scribendi inspirauit. et uires perficiendi donauit.
omnibus in hoc libro legentibus infundat deuocionem. [...]
ut ipsum in dyademate immortalitatis eternaliter mereamur contemplari. amen.
Anno domini M CCCC viiij. completus est liber iste [...]
scriptus per manum cecilie de monte humilis ancille cristi.

(K4, Royal Library Copenhagen, Ms GKS 3452 8°, fol. 139v)

Die rubrizierten Schlusszeilen des Kopenhagener Osterorationales, von der Hand der Nonne und Priorin (Priorin: 1435-1445) des ehemaligen Zisterzienserklosters Medingen, Cecilia von dem Berge, geschrieben, die als humilis ancilla für Christus magnum laborem leistet, stellt die bisherige Forschung zur Medinger Handschriftenüberlieferung auf den Kopf: Unmissverständlich nennt die geübte Schreiberin das Jahr 1408 als endgültiges Fertigstellungsdatum des Kopenhagener Andachtsbuches, das damit rund 70 Jahre vor der Einführung der norddeutschen Klosterreform in Medingen 1479 entstand, die in den letzten 20 Jahren vom gängigen Forschungsnarrativ als Anstoß für die Medinger Handschriftenproduktion gehandelt wurde.

Vor diesem Hintergrund gilt es, die Handschriftenüberlieferung aus Kloster Medingen neu zu perspektivieren. Denn ein umfassender Vergleich des Kopenhagener Andachtsbuches K4 mit den derzeit über 50 bekannten Medinger Handschriften legt nahe, dass es bereits um 1400 eine lebhafte Handschriftenproduktion in Kloster Medingen gegeben hat: Mindestens sechs Handschriften(fragmente) des stetig wachsenden Gesamtcorpus wurden eindeutig vor der Einführung der Klosterreform angefertigt, zwei weitere Gebetbücher entstanden vermutlich zwischen 1510 und 1520 aus der Kompilation von Handschriftenteilen, die vor und nach 1479 geschrieben wurden.

Als Beitrag sowohl zur (spätmittelalterlichen) Gebetbuchliteratur als auch zur (norddeutschen) Frömmigkeitskultur verfolgt mein Dissertationsvorhaben das konkrete Ziel, durch den Vergleich von Medinger Gebetbüchern unterschiedlicher Corpusschichten den Wandel des konventseigenen Frömmigkeitsprofils über das 15. und 16. Jahrhundert nachzuzeichnen und vor dem Hintergrund von norddeutscher Reform (1479) und lutherischer Reformation (1524-1544) zu erläutern. Die Aufarbeitung des in den Medinger Gebetbüchern verwalteten und  gestalteten theologischen Wissens verspricht daher wesentlich zur Erschließung der Andachtsliteratur des frühen 15. Jahrhunderts, die bis heute eine kaum erforschte terra incognita ist, beizutragen.

 

Vorträge

07/2018

„Der Hans-Thoma-Preisträger Alfonso Hüppi (1997)“ und „Die Hans-Thoma-Preisträgerin Karin Sander (2011)“, Hans-Thoma-Symposium der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden (Freiburg/Deutschland)

 

Veröffentlichungen

Cobbler, stick to your Last! How Anecdotes write Art History, in: Know It Wall, online: https://www.knowitwall.com/ [Herbst 2019].

Medingen Manuscript Production in the Age of Monastery Reform (1479) and Lutheran Reformation (1524-1544): How the Polonsky Foundation Digitization Project Contributes to Understand the Genesis of the Oxford Prayerbook MS. Lat liturg. f. 4, in: Handschriften aus dem deutschen Sprachraum – Ein Polonsky Foundation Digitalisierungsprojekt, hrsg. von den Bodleian Libraries und der Herzog August Bibliothek, online: https://hab.bodleian.ox.ac.uk/de/. [Herbst 2019].

 

In Vorbereitung:

zus. mit Jennifer Trauschke: Art. “Anekdote”, in: Compendium Heroicum, hrsg. vom Sonderforschungsbereich 948 „Helden“, online: https://www.compendiumheroicum.de/.

 

 

Akademische Lehrtätigkeit

2015-2019 (Freiburg/Deutschland)

Tutorium zur Einführung in die Germanistische Mediävistik (2–4 SWS)

 

 


 

 

Juniorforscherin (Oktober 2019–März 2020)

Büro 5132B

+41 26 300 78 83

 

carolin.gluchowski@unifr.ch