ideaSpektrum15.05.2019

Beim Glauben in die Tiefe gehen


THEOLOGIE – Ein CAS (Certificate of Advanced Studies) ist ein kurzer Lehrgang an einer Hochschule. Seit Herbst 2017 bieten die Theologische Fakultät und das Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft an der Universität Freiburg einen CAS „Grundfragen christlicher Existenz“ an. „Die Kurs- teilnehmenden setzen sich während zweier Jahre mit insgesamt zehn Fragekreisen auseinander, deren Beantwortung für den christlichen Glauben grundlegend sind“, erklärt Studienleiter Stefan Wenger.

Die zehn Bereiche gehen von theologischem Forschen (Wer ist Jesus Christus, was will er und was meint er, wenn er von Gottes Reich spricht?), über wissenschaftliches Vergleichen (Wie verhalten sich Schöpfung und Evolution zueinander, wie ist die Welt und alles andere entstanden?) hin zur Glaubenspraxis (Wie könnte christliches Leben, das eine salzig-leuchtende Note trägt, im Alltag aussehen?). Studienleiter Wenger: „Als Lehr- und Lerngemeinschaft tasten wir uns während zweier Jahre an mögliche Antworten heran.“ Dabei würden aber nicht alle Fragen beantwortet, manche werden sich sogar neu eröffnen, meint Wenger. Doch das Fragen und neu Bedenken oder Stehenlassen solle „immer zum Glauben inspirieren, zum Denken herausfordern und das Leben segensreich prägen“.

Der CAS „Grundfragen christlicher Existenz“ ist eine modular aufgebaute, berufsbegleitende Weiterbildung. Dabei geht es sowohl um die gut verständliche, theoretische Vermittlung thematischer Sachverhalte als auch um den praktischen Bezug des christlichen Glaubens in persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Lebensfeldern.

„Der Zusammenhang von Theorie und Praxis ist ein zentrales Anliegen unseres Lehrgangs“, betont Stefan Wenger. Neben seiner Tätigkeit als Studienleiter am Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft arbeitet er als Theologe in der Leitung der Landeskirchlichen Gemeinschaft jahu mit und wirkt an diversen Ausbildungsstätten in der Schweiz (TDS, IGW, ICF) als Dozent in den Fachbereichen Altes und Neues Testament.

„Grundfragen christlicher Existenz“ richtet sich an alle, die sich für Glaubens- und Lebensfragen interessieren und diese für sich selbst fruchtbar machen wollen. Der vom Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft organisierte und durchgeführte Kurs soll „universitär verortet und konsequent ökumenisch ausgerichtet“ sein. Auch der Lehrkörper bildet unterschiedliche Perspektiven und kirchliche Traditionen ab. Einer der Dozenten ist Gregor Emmenegger. Der Titularprofessor für Patristik und Alte Kirchengeschichte findet lobende Worte: „Die Studierenden bringen eine enorme Neugier und hohes Interesse mit. Im Dialog mit ihnen zusammen eine Theologie zu entwickeln, die im persönlichen Glaubensvollzug ankert und darauf zurückwirkt, das macht grosse Freude und ist auch für die Dozierenden sehr bereichernd.“ (rh)