Medienmitteilung12.03.2019

Resonanzräume für eine relevante Theologie


Könnte die ehemalige Leitwissenschaft Theologie, inzwischen weitgehend marginalisiert, neue Strahlkraft gewinnen? Was hätte dies mit den Lebensbedingungen in der Spätmoderne zu tun? Und welche Rolle würde die Kunst dabei spielen? Diesen Fragen gehen Wim Wenders, Hartmut Rosa und Miroslav Volf an den sechsten Studientagen zur theologischen und gesellschaftlichen Erneuerung vom 12. bis 15. Juni in Fribourg unter dem Titel „Das gute Leben. Resonanzen In Theologie, Kirche und Gesellschaft“ nach.

Der liebevolle Blick, mit dem eine transzendenzsensible Filmkunst von höchstem Rang auf die Welt schaut, der monumentale Entwurf einer Soziologie der Weltbeziehung unter dem Leitwort „Resonanz“, die die kritische Auseinandersetzung mit dem Entfremdungssog der späten Moderne nicht scheut und schliesslich ein Manifest zur Erneuerung der Theologie, die im Licht der Frage nach dem guten, gelingenden, blühenden Leben ihre verlorengegangene Relevanz und Leuchtkraft zurückgewinnt –  diese Stichworte stehen für das Werk der Protagonisten eines Trialogs, der sich an den Freiburger Studientagen vom 12.-15. Juni 2019 realisieren wird. Wim Wenders, Hartmut Rosa und Miroslav Volf, die man alle kaum vorstellen muss, werden die Wahrnehmungen unserer Wirklichkeit, die sich in ihrem Werk spiegeln, in ein Gespräch einbringen, bei dem sich - so hoffen die Veranstalter zuversichtlich - fruchtbare Konvergenzen und ein Zusammenklang, der mehr ist als die Summe aller Einzelstimmen, ergeben werden. Das wäre dann genau ein Phänomen von Resonanz: Im schönsten Fall öffnen sich dem liebevollen Blick Möglichkeiten des guten Lebens, in denen das Erbe christlicher Theologie plötzlich, und vielleicht überraschend, wieder attraktiv und relevant erscheint.

Tatsächlich ergänzen sich diese Zugänge zur Wirklichkeit unserer Gegenwart: Das Projekt der Frage nach dem guten Leben als Horizont einer Theologie mit neuer Strahlkraft, wie es Volf und Croasmun entwickelt haben, wird nur erfolgreich sein, wenn es seine Verortung in den Entfremdungsdynamiken der Spätmoderne, in einer Welt des Verfügens und des Resonanzverlustes, so wie sie Rosa analysiert, radikal ernstnimmt. Und den existentiellen Verarmungstendenzen der Gegenwart die Sensibilität und Imaginationskraft der Kunst, wie sie Wenders repräsentiert, entgegenzusetzen, ist ohnehin unabdingbar. Für manche mag das sogar zu einem Präludium zum Glauben werden.

Reich orchestriert werden diese Hauptstimmen durch zahlreiche Ergänzungsvorträge und Workshops, durchgeführt von angesehenen Theologinnen und Theologen, die die Fragen und Perspektiven der Tagung in alle möglichen Richtungen entfalten.

Tagungssprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch. Die Studientage stehen allen Interessierten offen. Organisiert werden sie vom Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft und dem Institut für Ökumenische Studien.