Breakout-Sessions

The breakout sessions serve to help participants discuss and deepen the conference topic in smaller groups by means of seminars and further lectures. Many speakers have agreed to engage conference participants by addressing particular topics. All breakout sessions on Wednesday and Friday take place simultaneously and must be selected when registering for the conference.

Wednesday, June 17th, 2020

  • #2: Spiritualität in "gott"loser Zeit (d)

    Während sich immer weniger Menschen mit «Religion» identifizieren, boomt «Spiritualität». «Spiritualität» steht für Verbundenheit, Ganzheit und transportiert damit visionär Konzepte, wie Leben in einem postsäkularen Kontext als sinnhaft verstanden werden kann. Was «Spiritualität» genau ist, bleibt oft vage; das ist nicht nur kritisch zu beurteilen, denn Fluidität wirkt auch der Erstarrung entgegen. Allerdings hält gerade die festgestellte Vagheit dazu an, das Phänomen «Spiritualität» nicht nur oberflächlich zu betrachten, sondern Tiefenstrukturen zu erkunden: Wie ist Spiritualität im gegebenen postsäkularen Kontext konturiert? Inwiefern ist Spiritualität nicht nur eine private Angelegenheit, sondern hat gesellschaftliche Kraft? Wie kann differenziert von Spiritualität gesprochen werden, ohne in blosser Frontstellung gegenüber «Religion» zu bleiben? 

    Referentin

    Claudia Kohli Reichenbach, PD Dr. theol., Jahrgang 1975, ist Privatdozentin an der Abteilung Seelsorge, Religionspsychologie und Religionspädagogik an der Universität Bern. Mit ihrer Familie ist sie Mitglied der Communität Don Camillo.

  • #3: Lob der Klage - Hiobs Botschaft an die Beter (d)

    Beten ist mehr als Gott sei Lob und Dank! Wer betet, kennt auch das flehende, seufzende oder klagende Gebet. Paulus wagt das Bild, dass auch Gott in uns seufzt, Hiob rebelliert gegen Gott. Was bedeutet das für unser Beten? Ist es möglicherweise die Klage, die uns einen tieferen Zugang zum Beten eröffnen kann? Wir wollen Hiobs Botschaft verstehen, dem betenden Jesus folgen und ihm zuhören. Was betet er im Garten? Warum ist er [k]ein Hiob? Und was könnte es für uns heissen, seine Bitte zu hören: Wachet und betet mit mir.

    Referent

    Ralph Kunz studierte evangelische Theologie in Basel, Los Angeles und Zürich, war danach Assistent am Lehrstuhl Praktische Theologie an der Universität Zürich, Pfarrer in Seuzach und Fachmitarbeiter der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Seit 2004 ist er Ordinarius für Praktische Theologie mit den Schwerpunkten Gottesdienst und Seelsorge an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich.

  • #4: Learning to pray from the Scriptures (e)

    “Teach us to pray” (Lk 11:1). The request of the disciples is as pertinent today as it was in the first century. How should we pray? What should we pray for? How do we keep a balance between our personal needs and the corporate dimensions of prayer? And how do we prevent our prayer life from the dangers of monotony, formalism, subjectivism, individualism or parochialism? ...

    One of the ways in which the Jews—including Jesus himself—and the early Christians learned to pray was through their Scriptures. They learned to pray from the Scriptures and prayed the Scriptures. Drawing on some texts from the Gospel of Luke, this session reflects on the role of Scripture in our practice of prayer and how it can help us navigate some of the pitfalls which threaten our prayer life.

    Speaker

    Monique Cuany is professor of history of Christianity at HET-PRO, Switzerland. She received her doctorate from the University of Cambridge, where she studied the New Testament and completed a research project on the encounter of early Christianity with Greek philosophy. She has taught in diverse academic and ecclesial contexts, including migrant communities, in North America, the United Kingdom and Switzerland.

  • #5: Zwischen Widerstand und Ergebung. Einige Impulse zum Umgang mit Leid und Anfechtung in praktischer Absicht (d/f)

    Der Vortrag geht auf Spurensuche und fragt nach hilfreichen Impulsen für den Umgang mit Leid und Anfechtung in der christlichen Spiritualität. Dabei soll gezeigt werden: Der jüdisch-christliche Glaube eröffnet einen Raum zum Protest. In den Psalmen steht eine hervorragende Sprachhilfe für Leid und Anfechtung bereit. Menschen werden fähig, sich mit der Realität aussöhnen und zur Annahme des Leidens zu finden. Ein Leben unter dem geöffneten Himmel wird möglich, in dem niederschwellige spirituelle Rituale wie persönliche Segnungen oder Gebete mit Handauflegung und Salbung den Leidenden und Angefochtenen auf körperliche Weise die Zuwendung Gottes symbolisieren.

    Referent

    Peter Zimmerling ist Professor für Praktische Theologie an der Universität Leipzig, wo er seit 2012 der erste Universitätsprediger ist. Neben seiner Tätigkeit als Pfarrer, promovierte er bei Jürgen Moltmann über Zinzendorfs Trinitätslehre und habilitierte 1999 an der Universität Heidelberg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind, u.a. das Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers, Spiritualität und evangelische Mystik, Seelsorge und Predigtlehre.

  • #6: Prier sans cesse : vivre dans l’Esprit, jour après jour (f)

    Veiller, prier, servir dans l’Esprit : telles sont les attitudes clés qui nous sont proposées par l’Evangile, en ces temps troublés. C’est par une mystique au quotidien et par un état permanent de prière que les dons de l’Esprit peuvent déployer en nous leur fécondité, dans une résistance «politique» et positive à l’esprit du monde. Quelques éclats d’une vie dans l’Esprit et la prière, selon une perspective œcuménique et existentielle.

    Intervenant

    François-Xavier Amherdt (*1957 à Sion) est théologien catholique-romain. Le pape Jean-Paul II l'a ordonné prêtre à l'aéroport de Sion le 17 juin 1984. Il a été vice-directeur du séminaire de Sion et vicaire épiscopal de la partie francophone de son diocèse. Il a été habilité à l'Université Strasbourg II en 2007. Il est actuellement professeur de théologie pastorale, pédagogie religieuse et homilétique à l'Université de Fribourg.

    Jean-Baptiste Lipp a étudié la théologie aux facultés de Lausanne et Tübingen. Son intérêt pour les questions œcuméniques l’a conduit à travailler au sein de plusieurs commissions de dialogue ou de travail, parmi lesquelles actuellement le groupe des Dombes. Il a été pasteur à Fribourg, à Belmont-Lutry puis à Pully-Paudex. Depuis 2019, il est membre au Conseil Synodal de l’EERV.

  • #7: Spiritualität, Gebet und Alltag bei Benedikt von Nursia (d)

    Die meisten Negativsymptome in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft sind auf gestörte Beziehungen zurückzuführen – gestörte Beziehungen zu sich selbst und zu anderen. Und nur, wer zu sich selbst eine gelingende Beziehung hat, kann auch gelingende Beziehungen zu anderen gestalten. Benedikt v. Nursia zeigt mit seiner Regel einen Weg, die Beziehung zu sich selbst und zu anderen zu stärken: Die Integration von Alltag und Spiritualität

    Referentin und Referent

    Monika Widmer Hodel studierte Theologie und Musikwissenschaft an den Universtäten Fribourg, Bern und Notre Dame, USA. Berufsbegleitend absolvierte sie die Ausbildung zur Exerzitienleiterin. Sie arbeitete in verschiedenen Kirchgemeinden als Pfarrerin und leitet nun als Gemeindepfarrerin in der Titus Kirche Basel das oekumenische Zentrum für Meditation und Seelsorge OFFLine gemeinsam mit ihrer katholischen Kollegin Anne Lauer und ist engagiert in der Pfarreraus-und weiterbildung im Bereich Spiritualität.

    Johannes Schleicher, Jahrgang 1955 , Dipl. Theol.(Studium in Freiburg i.Br. und Jerusalem), Supervisor. Von 1982 – 2004 Pastoralreferent im Erzbistum Freiburg i.Br. 2004 – 2009 Bildungs – und spiritueller Leiter des „Offenen Klosters Abbaye de Fontaine-André in Neuchâtel als Nachfolger von Pierre Stutz von tätig war, 2009 – April 2016 Bildungsleiter im „VIA CORDIS – Haus St. Dorothea“ in Flüeli Ranft OW, seit Mai 2018 Fachverantwortung für Bildung und Spiritualität im Pastoralraum Basel Stadt (https://www.rkk-bs.ch/pastoralraum/spezialseelsorge/spiritualitaet-bildung) und theologischer Mitarbeiter bei OFFLine (https://offline-basel.ch/)

  • #8: Christusbeziehung und politischer Widerstand: eine neutestamentliche Spurensuche (d)

    Es gibt viele Situationen, in denen der christliche Glaube herausgefordert ist und Bewährungsproben zu bestehen hat. Dies betrifft nicht zuletzt das jesuanische Gebot der Feindesliebe und dessen konkrete lebenspraktische Auslegung: Ist es in allen Handlungskontexten geboten, die andere Wange hinzuhalten, oder gibt es auch Lebenssituationen, in denen die streitbare Diskussion oder gar der Widerstand angezeigt ist? Denn neben dem Gebot der Feindesliebe und der Aufforderung, sich stets unterzuordnen (Röm 13,1–7), kennt die biblische Tradition auch Stimmen, die zu einer widerständigen Haltung aufrufen: „Man muss Gott gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29). Wie mit dieser Spannung umzugehen ist, soll aus einer neutestamentlichen Perspektive ausgelotet werden.

    Referenten

    Thomas Schumacher (Universität Fribourg), Professor für Neues Testament

    Simon Dürr, Studium der Physik, Mathematik und Theologie an den Universitäten Bern und Freiburg i. Üe. (2007–2015); PhD in New Testament Studies an der University of St Andrews (2015–2019); Research assistant bei Prof. N.T. Wright (2017–2019); Diplomassistent bei Thomas Schumacher (ab 2018).

  • #9: "Die Sitzung wird mit Gebet eröffnet" - welche Rolle hat das Gebet in der Kirchenleitung? (d)

    So steht es unter anderem in der Geschäftsordnung des Zürcher Kirchenrates (§3), und sicher in vielen kirchlichen Reglementen. Oder es ist schlicht Gewohnheitsrecht. Nur: wozu? Was erhofft sich das Gremium davon? Wird die Sitzung besser? Und sind die Ergebnisse dann auch sicher(er) gottgewollt? Dieser Paragraph bringt auch den Präsidenten oder die Präsidentin zum Nachdenken: Wofür soll gebetet werden? Wann wird das Gebet zur nichtssagenden Allerweltsformel oder zur manipulativen Einstimmung? Und ganz allgemein gefragt: Welche Rolle spielt das Gebet in der Kirchenleitung?

    Referent

    Michel Müller ist Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürichs. Davor war er für 10 Jahre Cevi-Leiter, für 17 Jahre Gemeindepfarrer, für 12 Jahre Synodaler und ist nun seit 2011 Kirchenratspräsident der ref. Kirche Kanton Zürich, Präsident des Konkordats für die Pfarrausbildung in Deutschschweiz und Tessin.

  • #10: Gebet als Grundlage einer alternativen Gesellschaft: Spiritualität der Wüstenväter und -mütter (d)

    Im vierten Jahrhundert fliehen zahlreiche Christen in die Wüste, um Gott zu finden, aber auch, weil die Welt, in der sie leben, von Ungerechtigkeit, Korruption und Kriminalität geprägt ist. Dort endlich finden sie Raum, sich ohne äussere Zwänge auf Gott auszurichten zu können und eine neue, bessere Gesellschaft aufzubauen. In der Einsamkeit müssen aber sie erkennen, dass man der Welt nicht entfliehen kann, weil sie auch im eigenen Herzen steckt. Es gibt keine andere Möglichkeit, als sich ihr zu stellen. Viele dieser Menschen lernen so die Windungen der Seele gut kennen. Die Wüstenväter (und auch einige Wüstenmütter) haben jedoch keine Anleitung hinterlassen, wie richtig zu leben oder zu beten sei, und nur Hunderte von kurzen und kürzesten Geschichten und Sprüchen aus ihren Leben sind erhalten geblieben.

    Referentin und Referent

    Katharina Heyden, Dr. theol., Jahrgang 1977, ist Professorin für Ältere Geschichte des Christentums und der interreligiösen Begegnungen an der Theologischen Fakultät der Universität Bern.

    Gregor Emmenegger ist Titularprofessor und unterrichtet als Lehr- und Forschungsrat Patristik, Dogmengeschichte und alte Kirchengeschichte an der Universität Fribourg und Luzern. Neben seiner Lehrtätigkeit widmet er sich der Veröffentlichung von koptischen Papyri sowie der Online-Ausgabe der Bibliothek der Kirchenväter.

  • #11: Das Unservater in Geschichte und Gegenwart (d)

    Das Unservater – ein Gebet, das die Welt umspannt, das zweitausend Jahre christliche Gebetspraxis prägt. In der Breakout-Session versetzen wir uns in die Zeit der ersten Beterinnen und Beter und fragen nach dem jüdischen Gebetshintergrund des Unservaters, nach dem aramäischen Wortlaut und nach der Bedeutung von Passagen, die heute schwer verständlich und umstritten sind (z.B. die Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“).

    Referenten

    Benjamin Schliesser (Jg. 1977), studierte Theologie in Tübingen, Glasgow (Schottland) und Pasadena (USA); anschliessend Vikariat in Unterhausen-Honau (Württemberg); ab 2010 Oberassistent an der Universität Zürich; seit 2016 Ausserordentlicher Professor für Neues Testament am Institut für Neues Testament an der Universität Bern; Redaktions- und Beiratsmitglied des Magazins 3E, Mitglied im Leitungsteam des Netzwerks churchconvention

    Jörg Frey (geb. 1962) studierte an den Universitäten Tübingen und Erlangen sowie in Jerusalem Evangelische Theologie. In der Folge arbeitete er als Assistent von Prof. Dr. Martin Hengel und Prof. Dr. Hermann Lichtenberger am Institut für antikes Judentum und hellenistische Religionsgeschichte der Universität Tübingen. Anschliessend folgten Vikariat in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Promotion (Tübingen) und Habilitation (Tübingen). Seit 1998 war er Professor für Neues Testament an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena, seit 1999 Ordinarius für Neues Testament mit Schwerpunkt Antikes Judentum an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 1. April 2010 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Neutestamentliche Wissenschaft mit den Schwerpunkten Antikes Judentum und Hermeneutik an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich. Er ist zugleich Research Associate der University of the Free State in Bloemfontein (Südafrika).
    Neben einer weit reichenden Herausgebertätigkeit konzentriert sich die Forschung von Prof. Frey auf die Johanneische Literatur, die Katholischen Briefe, das antike Judentum (Qumran, Apokalyptik), das Judenchristentum und die frühchristliche apokryphe Literatur sowie Themen der Exegese und Theologie des Neuen Testaments.

  • #12: Gebet als Busse: von der Notwendigkeit, sich immer wieder Gott zuzuwenden (d)

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen Gebet und Busse und wenn ja, worin besteht er? Und was ist "Busse" überhaupt? Diese und andere Fragen werden durch die zwei Referenten in exegetischer, historischer und liturgischer Hinsicht angesprochen. Die Besprechung von biblischen und liturgischen Texten soll auch die Grundlage für die Diskussion in der Gruppe darstellen.

    Referenten

    Barnabas Aspray hat in Cambridge doktoriert und forscht nun an der Universität Oxford zur Theologie der Flüchtlingskrise. Bevor er Theologie studiert hat, war er im ersten Bildungsweg Informatiker und hat für die BBC gearbeitet. Er ist mit einer Deutschschweizerin verheiratet und lernt darum fleißig Deutsch.

    Luca Baschera, Dr. phil., MTh, Jahrgang 1980, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte der Theologischen Fakultät der Universität Zürich.

  • #13: Prayer as Elevation of the Mind to God - St Augustine and Huldrych Zwingli on Prayer (e)

    Speakers

    Gerald P. Boersma is Associate Professor of Theology at Ave Maria University where he also serves as the Director of the MA Program in Theology. His research focuses on Patristic theology, especially fourth and fifth century Latin Christianity and the thought of Augustine. He is the author of Augustine’s Early Theology of Image (Oxford, 2016). Currently, he is writing a book on Augustine and the vision of God. Gerald Boersma grew up in the Netherlands and in Canada. He completed his Ph.D. studies at Durham University (UK).

    Gergely Csukas (University of Zurich), Oberassistent am Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte

  • #14: Passion, Prayer, and Nihilism: The Prophetic Voice of Medieval Mysticism in Modern Culture (e)

    Despite strong anti-theistic currents in contemporary secular society, there remains a fascination with mysticism. This session examines how medieval Christian mysticism, with its focus on passion meditation, has the unique capacity to attend to, and subvert, a prevailing cultural nihilism. It explores how medieval passion meditations continue to invite laypeople into intimacy with God, and how participation in Christ’s passion can yield a fruitful exchange with faithlessness and pessimism.

    Speakers

    Antje Carrel is a DPhil Candidate in English at the University of Oxford. She works on medieval Christology in England as expounded in religious literature such as sermons, catechetical and devotional texts, and lyrics. She has a MA in Theology from Regent College, Canada, with a focus in medieval spirituality. She received a BA and MA in French and English literature from the University of Lausanne, and she writes for the magazine ‘Vivre’ and lafree.info.

    Nomi Pritz-Bennett is a PhD candidate at the University of Edinburgh, where she is examining the use of mystico-ascetic themes in Maurice Blondel’s philosophy of action. She has an MA in Church History from Regent College, Canada, with a focus on modern Catholicism. Born and raised in Jerusalem to a Swiss mother and an American father, and as a part of the city’s Christian minority, Nomi has a keen personal interest in the intersection between theology, politics, and history. Prior to undertaking graduate studies, she worked in the non-profit sector in Jerusalem, promoting and facilitating reconciliation between Israelis and Palestinians.

Friday, June 19th, 2020

  • #1: Homo orans - der Mensch als Gesprächspartner Gottes (d)

    Referent

    Mariano Delgado (geb. 1955) ist Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Universität Fribourg, Direktor des Instituts für das Studium der Religionen und den interreligiöser Dialog sowie seit 2019 erneut Dekan der Theologischen Fakultät.

  • #2: Eine Mystik des Zwischen – Notwendige Schritte auf dem Weg zu einer Spiritualität der Zukunft (d)

    Der Christ der Zukunft – ein Mystiker. So lautet ein prophetisches Wort. Der katholische Theologe Karl Rahner, der diesen Satz äußerte, hatte noch eine andere Perspektive für die Zukunft. Er sprach von einer pfingstlichen gemeinsamen Spiritualität, einer Mystik in Gemeinschaft. Auch das war prophetisch. Und vielleicht ein wenig rätselhaft und vielleicht sogar unheimlich. Mystik? In Gemeinschaft? Aber wenn Mystik nichts anderes ist als ein tiefes Eintreten in die Wirklichkeit der Welt, in ihr Geheimnis, dann verliert sie ihre Esoterik. Es geht um dann um wesentliche Tiefenerfahrungen. Und diese Erfahrungen erspüren auch viele, die vielleicht auf den ersten Blick gar nicht „christlich“ zu sein scheinen. Uns erwartet eine Entdeckungsreise in die Tiefe der Wirklichkeit – und Hinweise, wie wir sie leben könnten.

    Referent

    Christian Hennecke, geboren 1961, ist seit 2015 Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Bistum Hildesheim. Acht Jahre lang war er für die Priesterausbildung seines Bistums verantwortlich. Nach dem Studium der katholischen Theologie in Münster und Rom war er einige Jahre Kaplan und Pfarrer in Gemeinden in Norddeutschland. Hennecke ist Autor zahlreicher Bücher.

  • #3: Christliche Spiritualität in der Klimakrise: Ökologie und Jesusnachfolge (d)

    Referentin

    Silvianne Aspray hat kürzlich ihre Promotion in Cambridge, England abgeschlossen. In ihrer Dissertation hat sie sich mit der Metaphysik der Reformation auseinandergesetzt und arbeitet nun als British Academy Postdoctoral Fellow über Nikolaus von Kues und Pico della Mirandola. Sie hat in Bern und Durham Theologie studiert, wurde 2011 zur reformierten Pfarrerin ordiniert und lebt heute zusammen mit ihrem Mann in Cambridge.

  • #4: Die Form als Stütze für einen gebrochenen Glauben (d/f)

    Bürgerlich-protestantische Traditionen verlegen alles Wesentliche des Menschen in sein Inneres, in sein Herz, in sein Gewissen, in seine Seele, in die Verborgenheit. Alles Äussere steht unter dem Verdacht, Äusserlichkeit zu sein, Unwesentliches oder gar Abfall und Verderben. Aber der Mensch spielt sich nicht nur in seinem Inneren ab. Er ist auch Leib, und seine Seele tritt als Form, als Ritual, als Rhythmus und Geste nach außen. Die Form ist die Figur des Geistes. Sie befreit von Subjektivitätszwängen.

    Referent

    Fulbert Steffensky hat katholische und evangelische Theologie studiert und war für 13 Jahre Benediktinermönch in der Abtei Maria Laach. Er hat seine Promotion an der Ruhr-Universität Bochum erlangt und war als Professor an der FH Köln und der Universität Hamburg sowie als Gastprofessor am Union Theological Seminary tätig. Fulbert Steffensky war verheiratet mit Dorothee Sölle (gestorben 2003) und gemeinsam waren sie Mitbegründer des Politischen Nachtgebets, einer Liturgie, welche von 1968 bis 1972 regelmässig in der Antoniterkirche in Köln gefeiert wurde. Mittlerweile ist er emeritiert und lebt im schweizerischen Luzern. Zu seinen neusten Veröffentlichungen gehören: Heimathöhle Religion (2015), Orte des Glaubens (2017) und Fragmente der Hoffnung (2019).

  • #5: La prière de demande chez saint Thomas d'Aquin: désir humain, recherche du bonheur et participation à la providence divine (f)

    Saint Thomas d’Aquin († 1274) comprend la prière de demande (Bittgebet: oratio) comme l’“interprète du désir” (interpres desiderii). La prière est une recherche du bien et une purification du désir humain, dans la quête du bonheur pour soi-même et pour autrui. La prière est efficace: par elle, les croyants participent activement à la Providence que Dieu exerce envers les hommes et envers toutes les créatures.

    Intervenant

    Gilles Emery, frère dominicain suisse, est professeur de théologie dogmatique à l’Université de Fribourg/Suisse. Parmi ses dernières publications: Présence de Dieu et union à Dieu: Création, inhabitation par grâce, incarnation et vision bienheureuse selon saint Thomas d’Aquin (2017).

  • #6: Gibt es eine reformierte Spiritualität? (d)
    An den Reformierten klebt das Klischee, dass sie eigentlich keine Spiritualität haben. Sie sind stark, wenn es um ethisches Handeln und gesellschaftliches Engagement geht. Aber mit der Feierlichkeit, mit der Innerlichkeit, mit Schönheit und Sinnlichkeit haben sie es nicht. Gegen dieses Klischee soll gezeigt werden, dass die Reformierten sehr wohl eine reflektierte und ökumenisch offene Spiritualität haben. Und dazu eine, die gerade in einer Welt der Bilder- und Informationsflut überraschend aktuell ist.

    Referent

    Matthias Zeindler, Dr. theol., Jahrgang 1958, ist Titularprofessor für Systematische Theologie/Dogmatik an der Theologischen Fakultät Bern und Leiter Bereich Theologie der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn.

  • #7: Im Rhythmus der Zeit. Persönliches Beten mit dem Kirchenjahr (d)

    Im Mittelpunkt des Kirchenjahres steht das Wochen- und Jahrespascha. Christliche Existenz ist wesentlich österliche Existenz, die Teilhabe am Pascha-Mysterium Jesu Christi. Im Zyklus des natürlichen und kulturellen Jahresverlaufs wird diese Sinnmitte des Glaubens geweitet und in die Linerarität des Lebenslaufs entfaltet: vom Motiv des „anfänglichen Lebens“ (Weihnachtsfestkreis/Winter) über die Botschaft des „neuen Lebens aus dem Tod heraus“ (Osterfestkreis/Frühling) und den Aufbruch in das „geisterfüllte Leben“ (Pfingsten und Jahreskreis/Sommer) bis hin zur „Reifung und Vollendung des Lebens“ (Ende des Kirchenjahres/Herbst).

    Referent

    Stephan Wahle (geb. 1974 in Winterberg/Westfalen) ist außerplanmäßiger Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg in Breisgau. Er leitet dort die Arbeitsstelle Liturgie, Musik
    und Kultur am Lehrstuhl für Dogmatik und Liturgiewissenschaft. Im Verlag Herder Freiburg ist sein Buch "Die stillste Nacht. Das Fest der Geburt Jesu von den Anfängen bis heute" erschienen.

  • #8: Beten im Gottesdienst und im Alltag - Liturgie elementar (d)

    Beten ist die elementare Praktik des geistlichen Lebens schlechthin. Im Gebet werden wir empfänglich, im Gebet antworten wir auf Gottes Ruf: Mensch, wo bist Du? (Gen 3,9) Ist das ein Aufruf zum Nonstop-Worship? Die Schrift sagt: Wir beten auch im alltäglichen Gottesdienst (Röm 12,1f.). Die Theologie fragt: Wie geht das um Gottes Willen zusammen, das Feiern und das Arbeiten? Spannende Fragen für beherzte Denker!

    Referenten

    Stefan Schweyer, Dr. theol., ist Assistenzprofessor für Praktische Theologie an der universitären theologischen Hochschule STH Basel.

    Ralph Kunz studierte evangelische Theologie in Basel, Los Angeles und Zürich, war danach Assistent am Lehrstuhl Praktische Theologie an der Universität Zürich, Pfarrer in Seuzach und Fachmitarbeiter der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Seit 2004 ist er Ordinarius für Praktische Theologie mit den Schwerpunkten Gottesdienst und Seelsorge an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich.

  • #9: "Beten heisst ja nicht einfach das Herz ausschütten..." Gebet bei Dietrich Bonhoeffer (d)

    Für Dietrich Bonhoeffer gehörte das Beten unverzichtbar zum Leben eines Christen und einer Christin. Im Predigerseminar in Finkenwalde dachte er darum gründlich darüber nach, wie man so beten soll, dass man dabei nicht bei sich selbst bleibt, sondern "mit seinem erfüllten oder auch leeren Herzen den Weg zu Gott finden und mit ihm reden" kann. Wir wollen nach einer kurzen Einführung in das Thema zentrale Texte Bonhoeffers über das Gebet lesen, aber auch das ein oder andere Gebet, das er selbst geschrieben hat. 

    Referentin und Referent

    Christiane Tietz ist seit 2013 Professorin für Systematische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich. Unter anderem setzt sie sich in ihrer Forschung schwerpunktmässig mit den Verhältnisbestimmungen von Religion und Politik, der Ökumene sowie Fragen klassischer Dogmatik auseinander. Bekannt ist Christiane Tietz u.a. für ihre biographischen Werke Karl Barth – ein Leben im Widerspruch (2018) und Dietrich Bonhoeffer – Theologe im Widerstand (2013).

    Peter Zimmerling ist Professor für Praktische Theologie an der Universität Leipzig, wo er seit 2012 der erste Universitätsprediger ist. Neben seiner Tätigkeit als Pfarrer, promovierte er bei Jürgen Moltmann über Zinzendorfs Trinitätslehre und habilitierte 1999 an der Universität Heidelberg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind, u.a. das Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers, Spiritualität und evangelische Mystik, Seelsorge und Predigtlehre.

  • #10: Praying for Political Authorities: How Should We (not) Do it? (e)

    Christians are commanded to pray for the political authorities. How should they go about doing it? When does a genuine prayer for political leaders turn into a more or less idolatrous endeavour? In other words: what makes prayer for political leaders a Christian prayer? Are there criteria which might help us answer these questions?

    Speakers

    Christophe Chalamet (University of Geneva), Professor of Systematic Theology

    Peter Bouteneff is Professor of Systematic Theology at St. Vladimir's Orthodox Seminary. He originally received his doctorate from the University of Oxford and is now the director of the SVS Sacred Arts Initiative at St. Vladimir's Seminary, where he is deeply involved with the music of Arvo Pärt. For several years, Bouteneff was Executive Secretary for Faith and Order of the World Council of Churches and was strongly committed to theological dialogue.

  • #11: Ein Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde - Inneres Leben und Solidarität (d)

    Wie geht es nach einem Aufenthalt in Taizé weiter? Taizé ist keine organisierte Bewegung. Die Besucher und Gäste werden eingeladen, sich in ihren eigenen Gemeinden zu engagieren und zu Hause Verantwortung zu übernehmen. Um junge Menschen darin zu unterstützen, initiierte Frère Roger einen „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“. Die Jugendtreffen, die Brüder von Taizé seit über vierzig Jahren sowohl in Europa als auch auf den anderen Kontinenten organisieren, sind Stationen auf diesem Weg.

    Referent

    Frère Richard, geboren in Bargen (bei Aarberg), besuchte das klassische Gymnasium in Langenthal. Nach der Matura lebte er ein Jahr als Freiwilliger in Taizé und trat 1979 in die Communauté ein. Er hilft bei der Gestaltung der Jugendtreffen mit, ist an der theologischen Arbeit der Communauté und der Ausbildung der jüngeren Brüder beteiligt und pflegt für die Communauté Kontakte insbesondere mit Südosteuropa. 

  • #12: Über Aktion und Kontemplation in (neuen) monastischen Gemeinschaften (d)

    Referierende

    Abt Urban Federer (*1968) trat 1988 ins Benediktinerkloster Einsiedeln ein. Nach dem Theologiestudium in Einsiedeln und St. Meinrad (Indiana, USA) wurde er 1994 zum Priester geweiht. Danach Studium der Germanistik und Geschichte in Fribourg (CH). Seit 2013 Abt des Klosters Einsiedeln und Mitglied der Schweizer Bischofskonferenz.

    Susanna Rychiger ist Leiterin von 24-7CH Prayer. Ihre Leidenschaft ist einen Lebensstil des Gebetes zu fördern und Menschen zu ermutigen die Einfachheit des Glaubens im Alltag zu leben. Seit Jahren investiert sie sich in verschiedenen nationalen Projekten (z.b. 40-Tage Fastengebet), half zwei Nonstop Gebetsjahre zu lancieren und vieles mehr. Susanna Rychiger ist Teil vom Kloster-alte Gärtnerei, einer neumonastischen 24-7 Gemeinschaft in Steffisburg, liebt es mit Freunden unterwegs zu sein und reist sehr gerne.

    Soeur von der Communauté de Grandchamps

  • #13: Human Flourishing in a Technological Age: Transhumanism in Dialogue with Pierre Teilhard de Chardin (e)

    Transhumanism conceives of a future stage in human development that will see humanity evolve beyond its current form. This vision depends upon an optimistic view of human and technological progress. Pierre Teilhard de Chardin proves a helpful dialogue partner when asking theological questions of the transhumanist project. Teilhard was, in his own words, a Christian humanist and believed that humanity had a vital role to play in creation’s journey toward Christ the Omega Point. Creation in this view is not static but is moving toward Christ and Christians are to participate in this movement, not shying away from political action. 
    This breakout-session will firstly look at the problems within the political visions of contemporary transhumanism – considering the dangers of manipulation and totalitarianism. This area of tension will then be contrasted with how Christians engage with the kingdom of God this side of the eschaton. Especially Teilhard de Chardin’s unique eucharistic framework for understanding the continued evolution of humanity will provide a fruitful alternative: The symbol of the chalice preserves both the sacrificial image of Christ and the dignity of the individual person in a universal cosmic vision.

    Speakers

    Deborah Davies (University of Aberdeen), Doctoral student

    Oliver Dürr (University of Fribourg), Doctoral Assistant