Das Familienarchiv

Der Fribourger Teil der Bibliothek, die Bestände in Dänikon und der persönliche Nachlass von Walter Nigg sind für diese Arbeit zum ersten Mal erschlossen worden. Die Walter-Nigg-Bibliothek in Fribourg umfasst etwa die Hälfte des Bestandes an Büchern, der ursprünglich in dem von Gertrud und Walter Nigg erbauten Haus in der Rainhaldenstraße 5 in Dänikon aufgestellt war. Hier befindet sich heute das Familienarchiv mit einer umfangreichen Bibliothek belletristischer Werke und Kunst-Bildbänden sowie Niggs Sammlung moderner Künstler und seine Schallplatten.

Das Familienarchiv in der Rainhaldenstraße ist noch nicht wissenschaftlich erfasst. Es enthält etwa 500 Predigten aus über vierzig Jahren Amtsführung, Manuskripte der Vorlesungen an der Universität Zürich, Zeugnisse, Briefwechsel, Photoalben, unveröffentlichte Vortragsmanuskripte und Bücher, Tondokumente von Vorträgen oder Radiomitschnitten. Dazu kommen die geschäftliche Korrespondenz und die Verlagsverträge. Nigg hatte kein Interesse an der Archivierung von Materialien und hat mehrfach große Bestände vernichtet, so dass die Quellenlage immer wieder recht große Lücken aufweist. Das gilt beispielsweise für seine Kindheit, die Jugendzeit oder die Jahre in Stein. Dennoch lässt sich durch die zahlreichen autobiographischen Anspielungen in Niggs Werk, die Anstreichungen in seinen Büchern, durch Familiendokumente wie Briefe und vor allen Dingen durch nachgelassene autobiographische Aufzeichnungen Niggs Lebenslauf zuverlässig dokumentieren. Auch helfen die Predigten, in denen Nigg immer wieder als Kommentator des Zeitgeschehens spricht, seine Biographie zu erhellen.