Boris BobrinskoyPublikationsdatum10.08.2020

Die Theologische Fakultät trauert um ihren Ehrendoktor P. Boris Bobrinskoy (+ 6. August 2020).


Die theologische Fakultät trauert um ihren Ehrendoktor des Jahres 2000, P. Boris Bobrinskoy, emeritierter Professor der Dogmatik und Dekan des Instituts für orthodoxe Theologie St-Serge in Paris. Er starb am 6. August 2020, dem Fest der Verklärung Christi, im Alter von 95 Jahre an seinem Wohnsitz beim orthodoxen Kloster Bussy-en-Othe in Frankreich. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Hélène und seiner großen Familie. Die Fakultät wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

P. Boris wurde am 12./25. Februar 1925 in Paris geboren als Kind russischer Eltern, die nach der Revolution von 1917 nach Frankreich emigriert waren. Nach dem Tod seiner Mutter, als er 10 Jahre alt war, wurde er in Internate der Jesuiten des byzantinischen Ritus nach Namur (Belgien) und Paris geschickt. Anschließend studierte er Theologie am Institut für Orthodoxe Theologie St. Serge in Paris und erhielt 1949 sein Diplom mit einer Arbeit zum Thema „Le Mystère du chrême chez les pères orientaux du 4e siècle“. 1949-1951 setzte er seine Studien an der Theologischen Fakultät von Athen vor und erforschte Manuskripte des hl. Gregor Palamas. Ab 1951 übernahm er die Aufgabe der Studienaufsicht im Institut St-Serge. 1954 wurde er zum Professor für Dogmatik ernannt. 1957 heiratete er Helena Jurevna Disterlo; die Familie hat drei Kinder und inzwischen zahlreiche Enkelkinder. 1959 wurde Boris Bobrinskoy zum Diakon und zum Priester geweiht. Von 1965 bis 1967 studierte er an der Fakultät für protestantische Theologie der Universität Neuchâtel. Seit 1967 war er als Priester für die französischsprachige Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in der Krypta der Alexander-Nevskij-Kathedrale in Paris tätig. 1968 promovierte er am Institut St-Serge mit einer Arbeit über „Le repos de l’Esprit dans le Christ“. Von 1993 bis zu seiner Emeritierung 2010 war er Dekan des Institut St. Serge. Er erhielt Ehrendoktorate der Theologischen Fakultät in Fribourg Schweiz (2000), der Theologischen Fakultät in Cluj-Napoca Rumänien (2002)  und des Orthodoxen Theologischen Seminars St. Vladimir in New York und Er engagierte sich im ökumenischen Dialog, u.a. als Mitglied der Kommission „Faith and Order“ des Weltkirchenrates. Neben seinen umfangreichen theologischen Publikationen veröffentlichte er zum Ende seiner Amtszeit als Dekan ein Werk über die Geschichte des Institut St. Serge: Der hl. Sergij in Paris. Die Geschichte des Pariser Instituts St. Serge für Orthodoxe Theologie St. Serge [russisch St. Petersburg 2010]. Nach seiner Emeritierung zog er mit seiner Familie nach Bussy-en-Othe, wo er im dortigen Kloster „Mariä Schutz“ weiterhin als Priester tätig war.

Dokumentation: