Schweizerische Baurechtstagung 2019

Die Schweizerische Baurechtstagung ist bewährt und relevant, und dies seit 1975, als sie zum ersten Mal durchgeführt wurde. Alle zwei Jahre kommen zahlreiche Fachleute aus Recht, Wirtschaft, Verwaltung und Baupraxis an die Universität Freiburg, um sich mit brennenden Fragen des privaten und des öffentlichen Baurechts auseinanderzusetzen.

Begründet wurde die Tagung von Prof. em. Dr. iur. Dr. h.c. Peter Gauch und Prof. em. Dr. iur. Dr. h.c. Pierre Tercier; seit 2003 steht sie unter der Leitung von Prof. Dr. iur. Hubert Stöckli (d) und Prof. Dr. iur. Jean-Baptiste Zufferey (f).

Die 23. Schweizerische Baurechtstagung findet anfangs 2019 statt, und zwar am 29./30. Januar 2019 sowie am 5./6. Februar 2019 auf Deutsch und am 31. Januar/1. Februar 2019 auf Französisch. Durchgeführt wird sie im Auftrag der Stiftung für schweizerisches Baurecht.

 

  • Themen

    Im Plenum

    Vom Recht der technischen Normen. Bauen ohne technische Normen ist kaum vorstellbar. Doch auch rechtlich ist deren Bedeutung hoch, indem verschiedene Rechtsbereiche für entscheidende Fragen auf sie abstellen – ohne sie vertieft zu hinterfragen. Hubert Stöckli setzt sich mit ihren vielfältigen Funktionen auseinander.

    Neues Verjährungsrecht: Merkpunkte für das Bauen. Im Juni 2018 hat der Gesetzgeber neue Bestimmungen zur Verjährung verabschiedet. Deren Inkrafttreten ist noch offen. Sicher ist aber, dass die neuen Bestimmungen gerade auch das Bauen tangieren werden. Frédéric Krauskopf hat sich eingehend mit diesen Fragen befasst.

    Zivilprozesse in Bausachen: die wunden Punkte. Bauprozesse sind anspruchsvoll, oft kostspielig und langwierig. Gerade in Streitigkeiten, die sich um die Vergütung drehen, stossen sie an Grenzen. Roland Hürlimann spricht von den Schwierigkeiten, aber auch von griffigen Ansätzen, mit denen sich die Lage entspannen liesse.

    Neue Urteile, neue Entwicklungen. Baurecht ist dynamisch – wie die Gerichtsurteile, aber auch die Bestrebungen des Gesetzgebers und der Verwaltung, die ihm zudient, belegen. Rudolf Muggli und Bernhard Waldmann berichten aus dem öffentlichen Baurecht, Thomas Siegenthaler und Hubert Stöckli aus dem Privatrecht.

     

    Die Wahlvorträge

    Risiken aus neuen Kooperationsformen: was sie für die Planerhaftpflichtversicherung bedeuten. Die Formen der Zusammenarbeit verändern sich. Dabei schlagen neue Formen auch auf die Risiken der Baubeteiligten durch, die sich mitunter verschieben. Hans-Ulrich Brunner prüft, was dies für die Haftpflichtversicherung der Planer bedeutet.

    Wartungsverträge: Abschluss, Eckwerte, Haftung. Nach der Abnahme eines Bauwerks geht es mit dessen Wartung los. Ein Geschäft, das immer wichtiger wird. Annette Lenzlinger untersucht, woran beim Abschluss von Wartungsverträgen zu denken ist, und nimmt typische Geschäftsbedingungen kritisch unter die Lupe.

    Normpositionen-Katalog (NPK): Funktionen und Anwendungsprobleme. Der NPK ist in der Schweizer Baupraxis weit verbreitet. Seine zahlreichen Positionen enthalten «alle Parameter für die Beschreibung und Quantifizierung einer baulichen Leistung» (crb.ch) – und werfen dabei vielfältige Rechtsfragen auf, die von Patrick Middendorf aufgegriffen werden.

    Einbau von eigenem Material auf fremdem Grund: unscheinbar, aber praktisch relevant. Hier geht es vor allem um die Art. 671-673 des Zivilgesetzbuches (ZGB). Sie stehen dort seit über 100 Jahren, sind aber kaum bekannt. Ihr Verhältnis zum Vertragsrecht ist unklar. Jörg Schmid zeigt, wie sich diese Vorschriften im Baualltag nützen lassen.

    Widerrechtlich gebaut: wie es dann weitergeht. An der letzten Tagung wurde geklärt, wann ohne Baubewilligung gebaut werden darf. An dieser Tagung geht Thomas Wipf der Frage nach, welche (teils heftigen) Rechtsfolgen zu gewärtigen hat, wer trotz Bewilligungspflicht ohne Bewilligung baut oder beim Bauen von einer erteilten Bewilligung abweicht.

    Von den Schwierigkeiten beim Bauen in Inventargebieten (ISOS,BLN und IVS). Mit Inventaren soll Erhaltenswertes geschützt werden, gerade auch vor Baumassnahmen. Da liegt es auf der Hand, dass Bauen in Inventargebieten beschwerlich ist. Peter Heer führt aus, wie sich einschlägigen Problemen konstruktiv begegnen lässt.

    Erwerb belasteter Standorte: Risiken richtig regeln. Auch ein Grundstück, das mit Schadstoffen belastet ist, kann verkauft werden. Muss das Grundstück aber saniert werden, spricht man von Altlasten und von potentiell hohen Kosten. Das sind Aspekte, die in die Vertragsgestaltung einfliessen müssen. Peter Reetz gibt praktisch umsetzbare Hinweise.

    Wirtschaftskriminalität: auch im Baubereich. Dass ein Baubeteiligter allenfalls bestraft wird, wenn er andere an Leib und Leben schädigt, versteht sich von selbst. Weniger bekannt ist, wie rasch eine falsche Rechnung, eine kurze Absprache oder ein kleines Geschenk das Strafrecht auf den Plan rufen. Christof Riedo erklärt, worauf hier zu achten ist.

    «Bau-Kartellrecht: wie die Dinge stehen.» Dass das Kartellgesetz auf Planerinnen, Unternehmer und ihre Verbände, aber auch auf staatliche Stellen (die KBOB) anwendbar ist, hat sich herumgesprochen. Wie aber soll man sich jetzt verhalten? Mit welchen Entwicklungen ist zu rechnen? Michael Tschudin macht sich dazu seine Gedanken.

    Freie Diskussion zum Vertrags- und Vergaberecht. Ein offenes Forum, das Ihnen Gelegenheit bietet, Fragen mit einem vertrags- oder vergaberechtlichen Hintergrund unter Mitwirkung von Martin Beyeler und Hubert Stöckli zu erörtern – oder dank der Fragen anderer frische Einsichten zu erschliessen.

     

    Die Vorabendtagung

    Vom Mangelfolgeschaden: Grundzüge und Streitfragen. Treten Planungs- und Baumängel auf, sind häufig auch Vermögensschäden nicht weit. Roger König erläutert, was es damit auf sich hat, und geht anhand anschaulicher Fälle Fragen zum Mangelfolgeschaden nach, die in der Praxis auch heute noch ungeklärt sind.

  • Die Referierenden
    • Hubert Stöckli, Prof. Dr. iur., Direktor des Instituts für Baurecht, Universität Freiburg (Tagungsleiter)
    • Martin Beyeler, Prof. Dr. iur., Professor an der Universität Freiburg und am Smart Living Lab (SLL)
    • Peter Heer, Dr. iur., Rechtsanwalt, Fachanwalt SAV Bau- und Immobilienrecht, Baden
    • Roland Hürlimann, Dr. iur., Rechtsanwalt, LL.M., Zürich
    • Roger König, Dr. iur., Rechtsanwalt, LL.M., Bern
    • Frédéric Krauskopf, Prof. Dr. iur., Professor für Privatrecht an der Universität Bern
    • Patrick Middendorf, Dr. iur., Rechtsanwalt, Fachanwalt SAV Bau- und Immobilienrecht, Zürich
    • Rudolf Muggli, Fürsprecher, Fachanwalt SAV Bau- und Immobilienrecht, Bern
    • Christof Riedo, Prof. Dr. iur., Professor an der Universität Freiburg
    • Annette Lenzlinger, Dr. iur., Rechtsanwältin, Fachanwältin SAV Bau- und Immobilien-recht, Wetzikon
    • Peter Reetz, PD Dr. iur., Rechtsanwalt, Fachanwalt SAV Bau- und Immobilien-recht, Küsnacht
    • Jörg Schmid, Prof. Dr. iur., Professor an der Universität Luzern
    • Thomas Siegenthaler, Dr. iur., Rechtsanwalt, M.Jur., Fachanwalt SAV Bau- und Immobilien-recht, Winterthur
    • Michael Tschudin, Dr. iur., Rechtsanwalt, Zürich
    • Bernhard Waldmann, Prof. Dr. iur., Professor an der Universität Freiburg
    • Thomas Wipf, Dr. iur., Rechtsanwalt, Fachanwalt SAV Bau- und Immobilienrecht, Zürich
  • Hotelreservation

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    29. Januar / 30. Januar 2019

    5. Februar / 6. Februar 2019

Fragen zur Anmeldung

Weiterbildungsstelle
Universität Freiburg
Tel. + 41 (0)26 300 73 47
Email: formcont[at]unifr.ch

 

Fragen zur Tagung

Institut für Schweizerisches
und Internationales Baurecht
Tel. + 41 (0)26 300 80 40
Email: baurecht[at]unifr.ch