EhrentitelPublikationsdatum 10.10.2023

Der Titel der Doktorin honoris causa geht an Prof. Dr. Ann Blair


Ann Blair gilt international als eine der besten Expertinnen für den Humanismus, eine Strömung und ein Wert, auf den sich die Universität Freiburg beruft. Anlässlich des Dies Academicus am 15. November 2023 wurde sie zur Ehrendoktorin der Philosophischen Fakultät ernannt.

Ann Blair ist Professorin am Departement für Geschichte der Harvard University. Doch bevor sie an dieser renommierten Universität unterrichtete, führte sie ihr Weg durch die Schweiz (Tochter einer Amerikanistin an der Universität Genf, absolvierte die klassische Matura), durch andere europäische Länder und an mehrere berühmte amerikanische Universitäten.

Ann Blairs Interessen gelten insbesondere der Geschichte des Buches und des Lesens im 16. und 17. Jahrhundert, aber auch der Geschichte der Disziplinen des Lehrens. In ihrer Forschung analysiert sie auch die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Religion.

Die Vervielfältigung der Information im 16. und 17. Jahrhundert


Erasmus

Offen für sehr aktuelle Themen zeigte Ann Blair, dass das Gefühl der Informationsüberflutung, das uns befällt - und das wir auf die Entwicklung des Internets zurückführen - keineswegs neu ist. Dasselbe galt, als der Aufschwung des Buchdrucks in Europa ab Mitte des 15. Jahrhunderts die Anzahl der verfügbaren Bücher vervielfachte.

Ann Blair jat in ihrem Vortrag mit dem Titel "Une nouvelle technologie et de nouvelles méthodes de travail : l’imprimerie au XVIe siècle, et quelques parallèles avec aujourd’hui" die Gelegenheit gehabt, uns mehr über diese wichtigen und komplexen Veränderungen zu erzählen. In diesem Vortrag hat sie die Auswirkungen des Buchdrucks auf die Arbeitsmethoden der Humanisten untersucht, insbesondere den Umgang mit immer mehr Quellen, die Vorbereitung von Texten für eine grössere Verbreitung und die sichtbarere Rolle von Assistenten. Anhand von Beispielen, die unter anderem Erasmus betreffen (siehe Illustration oben), hat sie uns dazu angeregt, über die Veränderungen unserer Zeit nachzudenken, die durch die Entwicklung der digitalen Techniken hervorgerufen werden.