Zweisprachiges und internationales Institut

Neben dem Angebot und der Koordination der Lehre in Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg beabsichtigt das Institut die Durchführung interdisziplinärer liturgiewissenschaftlicher Forschungsprojekte, unter besonderer Berücksichtigung der schweizerischen Liturgiegeschichte, die Bereitstellung von Weiterbildungsangeboten und Dienstleistungen auf liturgiewissenschaftlicher und pastoralliturgischer Ebene, die Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Liturgiewissenschaft und im interdisziplinären Austausch an der Universität Freiburg sowie durch weitere nationale und internationale Kontakte.


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Statuten des Instituts für Liturgiewissenschaft

 

Geschichte und Persönlichkeiten

  • Die Anfänge der Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg/Schweiz (1900-1955)

    Max von Sachsen und Jean Hild OSB

    Erstmals bestand an der Universität Freiburg Schweiz von 1900-1912 ein Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft, den Prinz Max von Sachsen (1870-1951) innehatte. Bei dessen Weggang von Freiburg verfiel der Lehrstuhl jedoch als selbständige Einrichtung. Gemäß dem damaligen Fachverständnis wurde die Liturgik — so die seinerzeit vorherrschende Benennung des Faches — in der Folge mehrere Jahrzehnte lang vom Pastoraltheologen, historische Themen teilweise auch vom Professor für Alte Kirchengeschichte und Archäologie unterrichtet.

     

    Im Zusammenhang der Anliegen der Liturgischen Erneuerung richtete die Theologische Fakultät 1953 wieder einen eigenen Lehrauftrag für Liturgiewissenschaft ein, den der Luxemburger Benediktiner Jean Hild OSB, Abtei Clervaux, bis 1956.

  • Die Gründung des Lehrsthuls vor dem II. Vatikansichen Konzil II (1956-1968)

    Anton Hänggi und sein bedeutender Beitrag

    Im Jahre 1956 wurde sodann ein stabiler Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft begründet. Der erste Inhaber war Anton Hänggi (1917-1994), bis er 1967 zum Bischof von Basel gewählt wurde. Von seinem theologischen Werdegang her Historiker, beschäftigte sich Hänggi vor allem mit der Liturgiegeschichte. Im Zuge der Vorbereitung und Durchführung der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils gehörte er mehreren internationalen Kommissionen an und wirkte mit an der Erneuerung des Gottesdienstes in der katholischen Kirche. Er war 1957 Mitbegründer der Reihe „Spicilegium Friburgense" (1963 außerdem der „Spicilegii Friburgensis Subsidia") zur Edition von „Texten zur Geschichte des kirchlichen Lebens"; vornehmlich wurden (und werden weiterhin) in dieser Reihe liturgische Quellen ediert.

    Im Jahre 1963 wurde auf seine Initiative hin das Liturgische Institut der Schweizer Bischofskonferenz am Lehrstuhl errichtet, dessen deutschschweizerischer Bereich nach Hänggis Wahl zum Bischof 1968 nach Zürich übersiedelte. Nach einer kurzen Episode in Luzern von 2001-2003 kehrte es 2004 wieder an seinen Ursprungsort zurück. Fèur die Westschweiz wurde das Centre romand de pastorale liturgique gegründet. Es blieb in Freiburg bis 1996, als es nach Bex (VD) zügelte. Für die italienische Schweiz, das zuständige Institut (Centro Liturgia) hatte hingegen schon seit dem Konzil ihren Sitz in Lugano.

     

    Die Liturgischen Institute der Schweiz heute

     

     

  • Die nachkonziliare Entwicklung (1969-1991)

    Jakob Baumgartner SMB und seine Umsetzung des Konzils

    Als Nachfolger auf dem Lehrstuhl wurde Jakob Baumgartner SMB (1926-1996) gewählt, der die Professeur von 1969 bis zu seiner Emeritierung 1991 innehatte. Er widmete sich gemäß den Erfordernissen der laufenden Liturgiereform primär pastoralliturgischen Fragen. Auch verstand er es, der Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg an der Schnittstelle zwischen der deutschen und französischen Sprache und Kultur Geltung zu verschaffen. Über die Universität hinaus trug er in der Schweiz entscheidend durch Lehre und Veröffentlichungen zur Umsetzung der Anliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils bei.

     

  • Vom Lehrstuhl zur Gründung des Institut für Liturgiewissenschat (1992 bis heute)

    Martin Klöckener und die Weiterentwicklung der internationalen Vernetzung

    Nach eine relativ lange Vakanzzeit,  seit 1. Oktober 1994 ist Martin Klöckener (*1955) Inhaber des zweisprachigen Lehrstuhls. Er hat das Fach in seiner ganzen Breite in Lehre, Forschung und Weiterbildung zu vertreten. Seit der Gründung des Instituts für Liturgiewissenschaft der Universität Fribourg im Jahr 1999, ist er ebenfalls dessen Direktor.

    Durch zahlreiche internationale Vernetzungen in Lehre, Forschung und bei gewichtigen Publikationsunternehmen ist die Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg/Schweiz innerhalb der Schweiz und weit darüber hinaus bekannt geworden. Seine Zweisprachigkeit schafft im Laufe der Jahren zahlreiche Möglichkeiten der Begegnung und Vermittlung zwischen verschiedenen theologischen Ansätzen, kirchlich-liturgischen Lebens- und Feierformen, Mentalitäten und Kulturen, soweit sie den Gottesdienst betreffen. Die Theologische Fakultät hat dieser Entwicklung dadurch Rechnung getragen, daß sie 1999 die Errichtung eines Instituts für Liturgiewissenschaft beschloss.

  • Zahlreiche weitere Mitarbeitende (seit 1965)
    • Lehrbeauftragte

      Unter den Lehrbeauftragten, die regelmäßig das liturgiewissenschaftliche Lehrangebot bereichern, ist Titularprofessor Bruno Bürki (*1931) hervorzuheben. Als evangelisch-reformierter Theologe 1982 von der Theologischen Fakultät Freiburg habilitiert, dozierte er bis 2002 schwerpunktmäßig im Bereich der Liturgiegeschichte und zu ökumenischer Fragen der Liturgiewissenschaft.

       

      Weitere Lehrbeauftragte:

      Jürgen BÄRSCH (Eichstätt)

      Gunda BRÜSKE (Freiburg/Schweiz)

      Louis-Marie CHAUVET (Paris)

      Paul DE CLERCK (Paris/Bruxelles)

      Ansgar FRANZ (Mainz)

      Josip GREGUR SDB (Benediktbeuern/Augsburg)

      Birgit JEGGLE-MERZ (Chur/Luzern)

      Arnaud JOIN-LAMBERT (Louvain-la-Neuve)

      Josef KNUPP SDB (Benediktbeuern)

      Benedikt KRANEMANN (Erfurt)

      Mgr Dominique LEBRUN (Saint-Etienne)

      Friedrich LURZ (Köln)

      Marcel METZGER (Strasbourg)

      Rudolf PACIK (Salzburg)

      Patrick PRÉTOT (Paris)

      Anne-Marie PETITJEAN (Villemomble/Paris)

      Philippe DE ROTEN OP (Freiburg/Schweiz)

      François WERNERT (Strasbourg)

      Josef-Anton WILLA (Freiburg/Schweiz)

      Alexander ZERFASS (Mainz)

    • Dipl. Assistenten

      François HUOT (1965-1968)

      Walter VON ARX (1966-1968)

      Monica GUT (1989-1990)

      Josef-Anton WILLA (1992-1997)

      Arnaud JOIN-LAMBERT(1997-2001)

      Martin CONRAD (2001-2002)

      Bogdan DIACONESCU (2001-2002)

      Andrea KROGMANN (2002-2007)

      Paul BOVENZ (2007-2008)

      Cyprian KRAUSE OSB (2008-2009)

      Thomas FRIES (2009-2013)

      Adrian CRACIUN (2013-2014)

      Norbert NAGY (2013-2014)

      Davide PESENTI (2013-2018)

    • Forschungsassist.

      Guido MUFF (1996-1998)

      Gunda BRÜSKE (2003-2005, 2007-2008)

      Mireille FORNEROD (2005)

      Siegfried OSTERMANN (2005-2009)

      Dorothe KASTNER-KIJAS (2006-2007)

      Alexander ZERFASS (2007-2008)

      Siri FUHRMANN (2007-2009)

      Martin BRÜSKE (2009-2010)

      Dominik HASLER (2011-2014)

      Davide PESENTI (2011-2014)

      Alicia SCARCEZ (2013-2018)

    • Wissensch. Mitarbeiter

      Ettore BASSANI (1971-1974)

      Giovanni SALA (1974-1976)

      Claudio MOTTINI (1976-1978)

      Giuseppe ALBISETTI (1978-1979)

      Diego CATANEO (1979-1982)

      Lina DUBOIS (1982-1983)

      Jaume TERRADELLAS (1983-1985)

      Adolf FUGEL (1985-1989)

      Burghard W. FISCHER (1996-1997)

      Jürg STUKER (1997-1999)

      Markos VIDALIS (2000-2001)

      Judith BORER (2003)

      Dominik HASLER (2004-2010 und seit 2014)