Definitionen

Geschlecht

Kategorie, die historisch und gesellschaftlich entstanden ist, und auf welcher der Sexismus und das Gender basieren. Das Geschlecht wird durch eine gewisse Anzahl von tatsächlichen oder vorausgesetzten körperlichen, genetischen und biologischen Eigenschaften bestimmt. Auf dieser Basis werden die Menschen juristisch gesehen als Frau oder Mann eingeteilt.

Brochüre "Nein zu sexueller Belästigung in Bildungseinrichtungen, S. 84

Gender

Weltanschauung, die zwei Identitäten und Kategorien schafft (Männer und Frauen), die als von Natur aus und biologisch unterschiedlich gelten. Diesen Kategorien werden verschiedene Rollen, Verhalten und Werte zugeschrieben, die je nach Epoche, Gesellschaft oder Ort Glossar unterschiedlich sein können.

  • Genderidentität: Gender, in dem sich eine Person wiedererkennt. Die meisten Menschen fühlen sich in dem Gender, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wird (Mann/Junge oder Frau/Mädchen) wohl. Sie sind also cisgender. Es gibt aber auch Menschen, die sich mit einem anderen Gender identifizieren, als demjenigen, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Sie sind transgender und/oder haben ein nicht-binäres Gender.
  • Genderausdruck: Art und Weise, wie eine Person ihre Weiblichkeit oder Männlichkeit ausdrückt, ob dies dem bei der Geburt zugeschriebenen Gender entspricht oder nicht. Es handelt sich um den Look, die Art zu sprechen, die Haltung usw. einer Person, die in der Regel als männlich oder weiblich gelten.

Brochüre "Nein zu sexueller Belästigung in Bildungseinrichtungen

Sexismus

Ideologisches System, welches die Grundlage für eine duale und hierarchische Geschlechterordnung bildet und die Überlegenheit des Mannes über die Frau postuliert. Dabei handelt es sich um die Gesamtheit an Überzeugungen, Verhaltensweisen und Handlungen, welche diese vermeintliche Überlegenheit auf direkte oder indirekte Weise, auf individueller, kollektiver sowie institutioneller Ebene hervorbringt. Dieses System äussert sich insbesondere durch Stereotypen, Diskriminierung und Gewalt aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit.

Traduit de [Caroline, Dayer, (2017), Sous les pavés, le genre. Hacker le sexisme, Editions de l'Aube.]

Sexuelle Belästigung

Unter sexueller Belästigung wird jedes Verhalten verstanden, das eine sexuelle oder sexistische Konnotation hat, einer Person aufgezwungen wird und ihre Würde verletzt. Ein Verhalten mit sexistischer Konnotation wird an eine Person aufgrund ihres Geschlechts, ihres Genders oder ihrer sexuellen und/oder affektiven Orientierung gerichtet. Von Gesetzes wegen kann eine einzelne Handlung genügen, um die Situation als sexuelle Belästigung zu definieren. Die Wiederholung ist keine notwendige Bedingung. Von  einem  gesetzlichen  Standpunkt  aus  gesehen ist die Absicht der belästigenden Person  nicht  ausschlaggebend,  um  die  betreffende Handlung als sexuelle Belästigung zu definieren: Es ist das Empfinden der belästigten Person, das zählt.

Brochüre "Nein zu sexueller Belästigung in Bildungseinrichtungen, S. 11

Sexuelle Belästigungen bilden einmalige oder wiederholte Handlungen mit einer sexuellen Konnotation, die einer Person aufgezwungen werden und deren Würde und persönliche Integrität verletzen.

Richtlinien des Rektorats der Universität Freiburg betreffend Massnahmen gegen sexuelle Belästigung an der Universität Freiburg

Diskriminierend ist jedes belästigende Verhalten sexueller Natur oder ein anderes Verhalten aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit, das die Würde von Frauen und Männern am Arbeitsplatz beeinträchtigt. Darunter fallen insbesondere Drohungen, das Versprechen von Vorteilen, das Auferlegen von Zwang und das Ausüben von Druck zum Erlangen eines Entgegenkommens sexueller Art.

Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann, Art. 4

Gesetze

Die Studierende sind durch die Richtlinien des Rektorats der Universität Freiburg betreffend Massnahmen gegen sexuelle Belästigung an der Universität Freiburg geschützt.

Verordnung über sexuelle Belästigung des Staates Freiburg (MobV)

Die Verordnung MobV ist für das Personal des Staates Freiburg bestimmt, unabhängig von Gerichtsverfahren, und in zwei eigenständige Phasen aufgeteilt, das informelle sowie das formelle Verfahren.

Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (GIG)

Sexuelle Belästigung  wird nach Art. 4 des Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (GIG) als Diskriminierung definiert.

Art. 4 Diskriminierung durch sexuelle Belästigung

Diskriminierend ist jedes belästigende Verhalten sexueller Natur oder ein anderes Verhalten aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit, das die Würde von Frauen und Männern am Arbeitsplatz beeinträchtigt. Darunter fallen insbesondere Drohungen, das Versprechen von Vorteilen, das Auferlegen von Zwang und das Ausüben von Druck zum Erlangen eines Entgegenkommens sexueller Art.

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