Vorlesung: Mittelalterliche Heldenepik
UE-L03.00132

Enseignant(s): Herberichs Cornelia
Cursus: Master
Type d'enseignement: Cours
ECTS: 3
Langue(s) du cours: Allemand
Semestre(s): SA-2019

Die mittelalterliche Heldenepik ist eine Gattung der Superlative: Kriegerische Konfrontationen, heroische Taten, pompöse Feste, tragische Tode. Pointiert umreisst schon die erste Strophe des ,Nibelungenliedesʻ das Exorbitante seines Inhalts: «von fröuden hôchgezîten, von weinen und von klagen, / von küener recken strîten muget ir nu wunder hœren sagen».

Dabei nehmen die «wunder» der mittelalterlichen Heldenepik für sich in Anspruch, historische Erzählungen zu sein. Mündlich über mehrere Jahrhunderte überliefert, erfahren die Stoffe aus der Zeit der Völkerwanderung oder aus der karolingischen Epoche allerdings erst spät ihre (schrift)literarische Gestaltung und tragen bereits im hohen Mittelalter archaische Spuren einer längst vergangenen heroischen Zeit. Sie wird in der Heldenepik vergegenwärtigt.

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Geschichte der mittelalterlichen deutschsprachigen Heldenepik, vom ,Hildebrandsliedʻ, über das ,Nibelungenliedʻ und der ,Kudrunʻ bis hin zu den heterogenen Gestaltungen der Dietrichepik. Mit Seitenblicken werden auch anderssprachige Heldenepen berührt (,Eddaʻ, ,Beowulfʻ, das persische ,Schahnameʻ), um die narratologische Kategorie des „epischen Erzählens“ komparatistisch zu beleuchten. Eine wichtige Rolle spielen dabei insbesondere die Adaptationen der französischsprachigen Heldenepik im deutschsprachigen Raum (,Rolandsliedʻ, ,Willehalmʻ).