Biblische Umwelt: "Haut ab!". Beschneidung, Piercing, Tattoo und Co. Antike Techniken der Körpermarkierung und ihre neutestamentlichen Echos. Spezialvorlesung.
UE-TTH.00104

Dozenten-innen: Lau Markus
Kursus: Master
Art der Unterrichtseinheit: Vorlesung
ECTS: 1.5
Sprache-n: Deutsch
Semester: SA-2018

Die Haut als Beschreibstoff, die als semantisch geprägtes Kommunikationsmittel dient, und andere Formen der Körpermarkierung wie die Beschneidung oder eine spezifische Haartracht stehen im Zentrum der Vorlesung zur Biblischen Umwelt des Neuen Testaments. In kulturgeschichtlicher Perspektive nimmt die Vorlesung Formen der Körpermarkierung in der Antike in den Blick (neben der Beschneidung und der Haartracht sind dies z. B. Narben, Tätowierungen und Piercings) und analysiert diese sozial-, religions- und kulturgeschichtlich im Blick auf die kommunikative Funktion der jeweiligen Körpermarkierung. In einem weiteren Schritt kommt dann jeweils in den Blick, welche Echos oder Allusionen auf diese antiken Diskursfelder sich in neutestamentlichen Texten finden lassen. Hier sind vor allem die Briefe des Paulus von Interesse, der nicht nur auf seine eigenen Narben weisen kann, sondern auch dezidiert zu Haartrachtsproblemen oder zur Beschneidung Stellung nimmt.


Lernziele

Die Studierenden lernen antike Techniken der Körpermarkierung als relevantes Diskursfeld der biblischen Umwelt kennen und können diese Techniken im Blick auf ihre kommunikative Funktion interpretieren.

Die Studierenden wenden exegetische Methodik aus dem Feld der Motivkritik an und können diese hermeneutisch reflektiert für Phänomene der antiken Körpermarkierung und ihre neutestamentlichen Echos nutzbar machen.


Dokumentation

A. Blaschke, Beschneidung. Zeugnisse der Bibel und verwandter Texte (TANZ 28), Tübingen 1998.

M. Ebner, Wenn alle „ein einziger“ sein sollen ... Von schönen theologischen Konzepten und ihren praktischen Problemen: Gal 3,28 und 1 Kor 11,2–16, in: E. Klinger u. a. (Hrsg.), Der Körper und die Religion. Das Problem der Konstruktion von Geschlechterrollen, Würzburg 2000, 159–183.

E. Flaig, Ritualisierte Politik. Zeichen, Gesten und Herrschaft im Alten Rom (Historische Semantik 1), Göttingen 22004.

S. Oettermann, Zeichen auf der Haut. Die Geschichte der Tätowierung in Europa, Hamburg 41995.

T. Prüwer, Fürs Leben gezeichnet. Body Modification und Körperdiskurse, Berlin 2012.