Goldene Rose

Die Goldene Rose (auch Papstrose, Tugendrose, lateinisch Rosa aurea) ist eine päpstliche Auszeichnung: eine aus Gold geschmiedete Blüte, die mit wohlriechenden Essenzen (Balsame, Weihrauch und Weihwasser) gefüllt ist. Sie wird am vierten Fastensonntag, dem Sonntag Laetare (Rosensonntag) geweiht und einer Persönlichkeit, einem Staat, einer Stadt oder einer Organisation verliehen, die sich um die katholische Kirche besonders verdient gemacht hat.

Eine der ersten Goldenen Rosen schenkte Papst Urban II. 1096 dem Grafen von Anjou. Die Anfang 14. Jahrhunderts von Papst Clemens V. dem Fürstbischof von Basel verliehene und im Musée de Cluny in Paris aufbewahrte Goldene Rose ist eines der frühesten erhalten gebliebenen Exemplare.

Die 1417 an den Rat von Florenz verliehene Goldene Rose bestand aus neun mit Saphiren verzierten goldenen Blüten, die mit Balsam, Moschus und Myrrhe gefüllt waren. Papst Innozenz III. (1198-1216) verglich die Goldene Rose mit Jesus und sagte: „Wie die Rose aus Gold, Moschus und Balsam zusammengesetzt sei, so bestehe auch Jesus aus drei Substanzen, aus der Gottheit, der menschlichen Seele und dem menschlichen Körper.” 1519 überbrachte der päpstliche Kammerherr Karl von Miltitz die Rose an Kurfürst Friedrich den Weisen.

Ursprünglich war die Auszeichnung Männern vorbehalten. Als sie später aber auch auf Frauen überging, nannte man sie meist Tugendrose. Der Brauch, die Tugendrose an Frauen zu vergeben, reicht bis in unsere Zeit: 1925 wurde die belgische Königin Elisabeth vom Papst mit der Goldenen Rose geehrt. Die letzte regierende Person, die die Tugendrose erhielt, war Großherzogin Charlotte von Luxemburg im Jahr 1956. Die erste Tugendrose soll Königin Giovanna von Sizilien 1386 erhalten haben.

Papst Johannes Paul II. vergab die besondere Auszeichnung an die großen Wallfahrtsorte Tschenstochau, Loreto, Knock und Lourdes, sein Nachfolger Benedikt XVI. an Mariazell, Aparecida und Altötting.

Ein Gedicht

15. August 2008: Die Goldene Rose für Altötting
Der größte deutsche Wallfahrtsort Altötting hat am Freitag die „Goldene Rose“ von Papst Benedikt XVI. erhalten. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Basilika überbrachte der Kölner Kardinal Joachim Meisner die Auszeichnung des Papstes am Fest Mariä Himmelfahrt. Sie wurde erstmals an einen deutschen Wallfahrtsort vergeben. Bischof Wilhelm Schraml von Passau beim Festgottesdienst in Altötting:

„Ab heute, dem Hochfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, wird eine ganz außergewöhnliche Blume das Gnadenbild von Altötting schmücken. Es ist die Goldene Rose, die Papst Benedikt XVI. als sichtbares Zeugnis seiner hohen Wertschätzung dem Heiligtum schenkt. Das erfüllt uns mit tiefer Freude. Vergelt's Gott, lieber Heiliger Vater, für ihr beredtes Zeichen der Verehrung und der Liebe zu unserer Lieben Frau von Altötting.“

Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), der an dem Gottesdienst teilnahm, betonte, mit der Rose erhalte das Zentrum des katholischen Glaubens in Bayern eine „außerordentliche Auszeichnung“.

„Sie ehrt nicht nur den Wallfahrtsort, sondern sie entfaltet eine große Strahlkraft in ganz Bayern. Zu dieser hohen Auszeichnung gratuliere ich Altötting sehr herzlich ganz persönlich, aber auch im Namen des Freistaats Bayern und damit aller Bürgerinnen und Bürger Bayerns.“

In seiner Predigt sagte der Päpstliche Gesandte Kardinal Meisner, in dem von Benedikt XVI. geliebten Altötting sei Maria den Bayern eine Bayerin und den Deutschen eine Deutsche. In einer Pressekonferenz verriet Kardinal Joachim Meisner:

„Eine Journalistin hat mich unten gefragt: Sind sie nicht ein bisschen traurig, dass die Goldene Rose nicht nach Köln gegangen ist? Da hab ich gesagt: Wenn ich Papst wäre... wäre!, dann hätte ich natürlich die Goldene Rose nach Altötting geschickt, denn Köln kann auf diesem Gebiet mit dem Niveau Altötting nicht mithalten. Wir sind keine Wallfahrtsstadt, und deshalb gehört die Goldene Rose hier nach Altötting. Und ich hab auch die Hälfte meines Herzens in Altötting verloren.“

Die „Goldene Rose“ ist eine aus Gold gefertigte Blüte, die Jesus Christus symbolisiert und künftig in der Gnadenkapelle zu sehen sein wird. Der Papst hatte den oberbayerischen Marienwallfahrtsort zuletzt 2006 im Rahmen seiner Pastoralreise nach Bayern besucht. In einem Dekret betont das Kirchenoberhaupt seine Verbundenheit zu Altötting. Die Rose solle „Zeichen und sichtbares Zeugnis“ der besonderen Wertschätzung des Papstes sein und das Ansehen des Heiligtums mehren. 

Die Verleihung der Goldenen Rose geht auf einen mittelalterlichen Brauch zurück. Johannes Paul II. führte diese Tradition fort. Sein Nachfolger Benedikt XVI. bedachte bisher Mariazell in Österreich und Aparecida in Brasilien. - Altötting ist mit jährlich rund einer Million Pilgern der größte von rund 1.000 deutschen Wallfahrtsorten. Papst Benedikt XVI. ist ihm eng verbunden; sein Geburtshaus steht zwölf Kilometer östlich. Wallfahrten führten ihn seit Kindesbeinen regelmäßig nach Altötting. Die Erlebnisse im Kreis der Familie gehören laut Joseph Ratzinger zu seinen „frühesten und schönsten Erinnerungen“. 

Die in der Gnadenkapelle verehrte Schwarze Madonna mit Jesuskind wurde vermutlich in Burgund oder am Oberrhein geschnitzt. Sie kam um 1330 nach Altötting, wo die Gottesmutter seit dem neunten Jahrhundert verehrt wurde. Berichte von zwei Heilungswundern 1489 begründeten die nunmehr über 500-jährige Tradition der Wallfahrt. Auch das Herrscherhaus der Wittelsbacher, das Maria zur Schutzpatronin Bayerns machte, hat eine besondere Beziehung zu Altötting. Kurfürsten und Könige ließen ihre Herzen in silbernen Urnen in einer Wandnische nahe dem Gnadenbild bestatten. (Radio Vatikan-Newsletter, 15.08.2008).