Die silberne Rose des Hl. Nikolaus

STIFTUNGSURKUNDE

Monsignore Dr. Nikolaus Wyrwoll

in seiner Eigenschaft als Direktor im Ostkirchlichen Institut in Regensburg, Beauftragter des Bistums Hildesheim für die Kontakte mit den Kirchen des Ostens, Mitglied im Direktorium des Instituts für Ökumenische Studien der Universität Fribourg/Schweiz, Ehrendoktor der Theologischen Fakultät Minsk, Berater der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Konsultor des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Träger des Daniel-Ordens des Moskauer Patriarchates, Träger des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland

P. Prof. Dr. Guido Vergauwen o.p.

in seiner Eigenschaft als Direktor des Instituts für Ökumenische Studien der Universität Freiburg, Vizerektor der Universität Fribourg, Präsident der Ökumene-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz, Träger des Nestor-Ordens der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchates, Ehrendoktor der Orthodoxen Theologischen Fakultät der Universität Bukarest

Prof. Dr. Barbara Hallensleben

in ihrer Eigenschaft als Mitglied im Direktorium des Instituts für Ökumenische Studien der Universität Fribourg/Schweiz, Dekanin der Theologischen Fakultät, Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission, Ko-Präsidentin der Orthodox-katholischen Gesprächskommission der Schweizer Bischofskonferenz, Konsultorin des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Mitglied der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, Trägerin des Barbara-Ordens der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchates

stiften die Silberne Rose des hl. Nikolaus.

Sie beziehen sich dabei auf die Tradition der Goldenen Rose, die seit dem Beginn des 11. Jahrhunderts der Bischof von Rom am dritten Sonntag vor Ostern (Laetare) weiht und an Personen oder Orte verleiht, die sich um die katholische Kirche verdient gemacht haben.

Die Silberne Rose des hl. Nikolaus wird verliehen an Personen,

  • die in ihrem Leben, wie der heilige Nikolaus, die Menschenfreundlichkeit Gottes sichtbar werden lassen,
  • die, verwurzelt im Leben ihrer kirchlichen Gemeinschaft, die Sendung der Kirche in universum mundum in der Kraft des Heiligen Geistes bezeugen
  • und so zur Versöhnung und vertieften Communio der Kirche, der Menschheit, der ganzen Schöpfung beitragen.

Die Silberne Rose des hl. Nikolaus wird verliehen auf gemeinsamen Vorschlag der drei Stifter nach Anhörung des Kapitels der Kathedrale des hl. Nikolaus in Fribourg.

Die Rose wird in der Werkstatt der Benediktiner von Münsterschwarzach aus Silber gefertigt und gefüllt mit Balsamdüften als Zeichen für den Duft der Erkenntnis Christi an allen Orten. Sie enthält Partikel der Reliquie des hl. Bischofs von Myra aus der Nikolaus-Kathedrale Fribourg. Vor der Verleihung wird die Rose in einer Pilgerreise von Nikolaus Wyrwoll (oder einem Vertreter) nach Bari gebracht und am Grab des hl. Nikolaus niedergelegt.

Die Rose stellt zugleich die Verbindung zum 1000jährigen Hildesheimer Rosenstock her, der für Kaiser Ludwig den Frommen, einen Sohn Karls des Großen, im Jahre 815 zum Zeichen wurde, um eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter zu errichten, aus der der Hildesheimer Dom hervorging; der mehrfach zerstörte Rosenstock schlug immer wieder neu aus und blüht jährlich im Mai.

Der Name des Preisträger wird am Sonntag Laetare oder an einem Festtag des hl. Nikolaus (9. Mai / 6. Dezember) öffentlich bekanntgegeben.

Der Name des Preisträgers wird dem Bischof von Rom mitgeteilt mit der Bitte um seinen Apostolischen Segen. Papst Benedikt XVI. stellte am 29. Mai 2005 in seiner Predigt in der Kathedrale von Bari den hl. Nikolaus als Patron des geistlichen Ökumenismus vor:

„Gerade hier, in Bari, in der Stadt, die die Gebeine des hl. Nikolaus hütet, ist ein Boden der Begegnung und des Dialogs mit den christlichen Brüdern und Schwestern des Ostens. Hier möchte ich meinen Willen bekräftigen, die grundlegende Aufgabe zu übernehmen, mit aller Kraft für die Wiederherstellung der vollen und sichtbaren Einheit all derer zu arbeiten, die Christus nachfolgen. Ich bin mir bewußt, daß Zeichen des guten Willens dazu nicht ausreichen. Es braucht konkrete Zeichen, die in die Seele dringen und die Gewissen bewegen, die uns alle zur inneren Bekehrung herausfordern, die Voraussetzung ist für jeglichen Fortschritt auf dem Weg des Ökumenismus. Ich bitte euch alle, mit Entschiedenheit den Weg des geistlichen Ökumenismus zu beschreiten, der im Gebet die Türen für den Heiligen Geist öffnet – für den Geist, der allein die Einheit erschaffen kann.”

Fribourg, 6. Dezember 2005

 

Urkunde Russisch

Urkunde Rumänisch