Geschichte

 

Die Math.-Nat. und Med. Fakultät ist eine der fünf Fakultäten der Universität Freiburg.

 

 

Entstehung

 

Nur sieben Jahre nach der Entstehung der Universität wurde die Math.-Nat. Fakultät im Jahre 1896 in einer ehe­mali­gen Waggonfabrik auf dem Pérolles-Plateau[1] gegründet und hat sich über die letzten 120 Jahre konti­nuier­lich erweitert und entwickelt.

 

Der ursprüngliche Name „Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät“ war eher untypisch für eine Zeit, in der Naturwissenschaften noch meist an humanistischen Fakultäten angesiedelt waren. Dies deutete bereits von Beginn auf eine weitgehende Autonomie der Fakultät hin.

 

Bereits in den Gründerjahren wurde das Angebot in Lehre und Forschung auf alle Kern­berei­che der Natur­wissen­schaften ausgeweitet: Von ursprünglich drei Ordinarien in den Speziali­sierun­gen Mathematik, Botanik und Chemie, ist die Professorenzahl innerhalb des ersten Jahres auf elf gestiegen.

Ihre ersten Professoren wurden vom Staatsrat ernannt, wie die drei ordentlichen Professoren Mathias Lerch in Mathematik (AT-HU), Maximilian Westermaier in Botanik (DE) und Augustin Bistrzycki in Chemie (DE), sowie der ausserordentliche Professor René-Thomas-Mamert in Chemie (FR).

 

Aufgrund der Initiative von Georges Python etablierte sich die Fakultät auf dem Pérolles-Plateau und wurde die ehemalige, von Guillaume Ritter erbaute Waggon-Fabrik in Hörsäle und Laboratorien umgewandelt.

Georges Python beauftragte einen jungen polnischen Gelehrten, Dr. Joseph de Kowalski (Privat­dozent in Bern) sowie den jungen Freiburger Geologen, Dr. Raymond de Girard (Privat­dozent an der Ecole polytechnique fédérale) mit der Rekrutierung guter Professoren euro­päischer Herkunft. In kurzer Zeit wurde eine Gruppe von elf Professoren zusammen­gestellt, die zum Wintersemester 1896-97 den regulären Unterricht aufnahm.

 

Am 27. Mai 1896 entschied die Fakultät in ihrer ersten Sitzung, die Professoren Mathieu Frans Daniëls in Mathematik (NL) und Ludwig Kathariner in Zoologie (DE) als öffentliche Bildungs­direktoren vorzuschlagen. Diese Sitzung fand im Glasson-Haus (beim heutigen Einkaufs­haus Manor) statt, im Beisein des Dekans Physik-Professor Joseph de Kowalski (AT-HU), des Vize­dekans Mineralogie-Professor Heinrich Baumhauer (DE) und des Senats­delegier­ten Physio­logie-Professor Maurice Arthus (FR). Am 29. Juni 1896 beschloss die Fakultät die Inte­grie­rung der Geographie und schlug dafür Professor Jean Brunhes (FR) vor.

 

 

Wachstum

 

Die Fakultät verfügte zu Beginn über drei Unterrichtsräume. Im Herbst 1897 wurde das heuti­ge Gebäude der Erd­wissenschaften zum neuen Hauptgebäude mit mehreren Unter­richts­räumen. Da jede Fachrichtung eigene Räum­lich­keiten und spezielle Einrichtungen benötigte, wurde die Fakultät bereits frühzeitig in Institute unterteilt. Im Jahre 1936 wurden Gebäude­sanie­run­gen und Erweiterungen unumgänglich. Das Chemie-Institut wurde vergrös­sert und zwei neue Gebäude wurden errichtet für die Institute der Botanik, der Anatomie und der Histologie.

 

Im Jahre 1965 wurden erneut zwei Gebäude geschaffen, für die Institute der Mathematik und der Physik, sowie für die Institute der Physiologie und der Biochemie. 1974 erhielten die in­zwischen drei Chemie-Institute ein neues Gebäude. Im Jahre 1986 übernahm das Mathe­matik-Institut das Gebäude der vorübergehend eingestellten Cardio-Angiologie und überliess seinen Platz dem neu geschaffenen Informatik-Labor.

 

 

Ausbildung in Medizin

 

Im ursprünglichen, vom Grossen Rat am 24.Dezember 1886 verabschiedeten Projekt war bereits die Rede von einer Medizinischen Fakultät, die jedoch nie ins Leben gerufen wurde.

 

Bereits seit Beginn (im Wintersemester 1896/1897) konnte das erste Studienjahr in Medizin an unserer Fakultät absolviert werden. Das zweite medizinische Propädeutikum wurde 1938 ein­ge­führt. Für das dritte Studienjahr in Medizin mussten die Studierenden jedoch wesentlich länger warten: Dieses wurde erst im Herbstsemester 2009 eingeführt. Seitdem wird in Frei­burg ein vollständiger Bachelor in Humanmedizin unterrichtet.

 

Während Jahrzenten konnten die Studierenden an der Math.-Nat. Fakultät auch die ersten Studienjahre in Zahn­medizin, Veterinärmedizin und Pharmazie absolvieren.

 

Gemäss Kantonsbeschluss vom 7. September 2016 können Studierende ab Herbst 2019 in Freiburg ebenfalls ein Masterstudium in Humanmedizin absolvieren. Es handelt sich dabei um ein interdisziplinäres Programm, das mit der Ausrichtung auf Hausarztmedizin schweizweit einzigartig ist.

 

 

Heutige Struktur

 

Im Jahre 2001 änderte sich die Struktur der Fakultät, wobei die siebzehn Institute in sieben Departementen geglie­dert wurden: Biologie, Chemie, Geowissenschaften (Bereiche Geo­gra­phie und Erdwissenschaften), Informatik (inter­fakultär in Kooperation mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät), Mathematik, Physik sowie Medizin (mit den Bereichen Pharmazie, Biochemie, Human- und Zahnmedizin, Biomedizinische Wissen­schaften sowie Sport- und Bewegungswissenschaften das umfassendste der sieben Departemente).

 

Am 1. Januar 2018 trat eine erneute Umstrukturierung in Kraft, bei der erstmals zwei Ab­tei­lun­gen geschaffen wurden: die Abteilung für Mathematik und Naturwissenschaften (mit allen o.g. Departementen ausser Medizin), sowie die Abteilung Medizin (welche sich nun in fünf Departe­mente gliedert). Demzufolge heisst die Fakultät fortan „Mathematisch-Natur­wissen­schaft­liche und Medizinische Fakultät“.