Modulbeschriebe: MA Neben- oder Spezialisierungsprogramme

  • MA Spezialisierungs- oder Nebenprogramm SOZIOLOGIE

    MAsoz01: Globaler Norden (15 ECTS)

    In diesem Modul werden aktuelle Herausforderungen entwickelter Marktgesellschaften im so genannten «Globalen Norden» analysiert. Von Interesse ist u.a. die Entwicklung von Gesellschaften unter den Bedingungen der zunehmenden Internationalisierung von Wirtschaft, Politik und Kultur, der Verschärfung ökologischer Probleme, des Wachstums der Weltbevölkerung, der Migration, der demografischen Alterung der Gesellschaften des Globalen Nordens sowie des zunehmenden Einflusses so genannter Nicht-Regierungsorganisationen und sozialer Bewegungen. Die Analysen in diesem Modul sind überwiegend komparativ, d.h. die Gesellschaftsanalysen werden immer über einzelne Länder und Regionen hinweg untersucht, um insbesondere den Einfluss institutioneller Strukturen sowie wirtschaftliche, politische, soziale und historische Kontexte in die Bewertung mit einzubeziehen. Von Interesse sind auch die Handlungsmöglichkeiten der Individuen in Bezug auf diese Herausforderungen.

    Dabei werden begleitend auch Wechselwirkungen zwischen Globalem Norden und Globalem Süden berücksichtigt und verschiedene theoretische Ansätze diskutiert. Ziel des Moduls ist es, den Studierenden einen vertieften Einblick in ausgewählte sozialwissenschaftliche Diskussionen über Gesellschaftsanalysen des Globalen Nordens zu gewähren und Interdependenzen zwischen Globalem Norden und Globalem Süden aufzuzeigen.

     

    MAsoz02: Globaler Süden (15 ECTS)

    Der «Globale Süden» ist durch weltgesellschaftliche Zusammenhänge eng mit dem «Globalen Norden» verbunden. Ausgangspunkt sind Prozesse des sozialen Wandels, die im Kontext der Globalisierung zu sehen sind. Fallstudien und Vergleiche erweitern die Perspektive und kontextualisieren Entwicklungen. Es werden Länder einer selben Region verglichen oder überregionale Vergleiche angestellt. Themen werden mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen diskutiert bzw. angewendet. Ausgewählte Felder wie beispielsweise die ökonomische Entwicklung, soziale Ungleichheiten, Institutionen, soziale Sicherung, Differenzen, Urbanisierung, soziale Bewegungen oder aber Handlungs- und Überlebensstrategien von Menschen im Kontext von sozialen, ökonomischen, kulturellen und naturräumlichen Systemen werden thematisch vertieft betrachtet. Die Inhalte eines Kurses werden in einer schriftlichen Seminararbeit weiterentwickelt. Die Studierenden erlernen theoretische und empirische Kenntnisse zu aktuellen Herausforderungen des Globalen Südens und analysieren gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven.

  • MA Spezialisierungs- oder Nebenprogramm SOZIALPOLITIK UND SOZIALARBEIT

    MAsasp01: Soziale Lebenslagen und Differenzen (15 ECTS)

    Soziale Dimensionen wie Bildung, Einkommen, Geschlecht, Nationalität, ethnische Zugehörigkeit und Religion reflektieren gesellschaftliche Zugangsmechanismen, die zu einer ungleichen Verteilung von Lebenschancen führen. Darin zeigen sich systematische Privilegierungen, Benachteiligungen und unterschiedliche Handlungsspielräume. Das Modul «Soziale Lebenslagen und Differenzen» beschäftigt sich mit dieser Thematik und fokussiert auf Ungleichheiten bzw. spezifische Formen von Ungleichheiten. Dabei befassen sich Studierende zum einen mit Lebenslagen am unteren Ende der sozialen Hierarchie bzw. in besonders gefährdeten sozialen Lagen und den unterliegenden sozialen Mechanismen. Zum anderen stellen Familien, Gender oder generell demographische Bedingungen in einer Gesellschaft zentrale Dimensionen von individuellen Lebenslagen dar. Davon ausgehend werden wirtschaftliche, politische, soziale und gesellschaftsinterne und -externe Differenzierungsprozesse mit verschiedenen Konzepten wie Macht, Ein- und Ausschluss, Stigmatisierung, Zugang zu sozialer Sicherung und gesellschaftliche Partizipation verknüpft. In diesem Zusammenhang gilt es schliesslich die Relevanz sozialpolitischer oder sozialarbeiterischer Massnahmen zu hinterfragen.

    In allen Veranstaltungen spielen unterschiedliche Ebenen (Mikro-, Meso- oder Makroebene) sowie unterschiedliche Akteure und Ansätze eine wichtige Rolle. Ziel dieses Moduls ist es, Kenntnisse und Analysekompetenzen bezüglich der Ursachen, Wahrnehmung und Auswirkungen sozialer Lebenslagen und Differenzierungsprozesse zu entwickeln sowie das Verständnis der ungleichen Verteilung sozialer Chancen zu vertiefen.

     

    MAsasp02: Elemente der Wohlfahrtsproduktion (15 ECTS)

    Das Modul befasst sich mit den Grundpfeilern der Wohlfahrtsproduktion. Dieser Begriff weist darauf hin, dass soziale Wohlfahrt sowohl auf staatlicher Sozialpolitik und Sozialarbeit als auch auf Beiträgen des Marktes, der Familien, der Privathaushalte, verschiedener Gemeinschaften und einer Vielzahl von intermediären, d.h. zwischen Markt, Familie und Staat angesiedelten Gruppierungen beruht (z.B. Nonprofitorganisationen). Diese Elemente der Wohlfahrtsproduktion verbinden sich zu unterschiedlichen Wohlfahrtsregimen. Die angebotenen Kurse konzentrieren sich auf verschiedenste Bereiche von Wohlfahrtsregimen: staatliche Sozialpolitik, zivilgesellschaftliche Organisationen, soziale Bewegungen, Nonprofitorganisationen, soziale Netzwerke (z.B. Familien, Freundschaften, Bekanntschaften, Selbsthilfegruppen), aber auch nationalstaatliche Grenzen übergreifende Sozialpolitik.

    In diesem Modul vertiefen die Studierenden die Kenntnisse zu Wohlfahrtsregimen und lernen, Zusammenhänge zwischen den Elementen der nationalen und internationalen Wohlfahrtsproduktion zu verstehen und zu analysieren.

     

    MAsasp03: Nonprofitorganisationen und Management (15 ECTS)

    Das Modul «Nonprofitorganisationen und Management» bietet eine Einführung in das Thema des Managements von Nonprofitorganisationen. Dabei stehen die betriebswirtschaftlichen Aspekte von Nonprofitorganisationen im Vordergrund. Vermittelt werden einerseits die Grundsätze des Managements, des Marketings und des Governments von Organisationen und andererseits lernen Studierende die Spezifika und Problematik des Managements von Vereinen, Stiftungen und Genossenschaften (u.a. im Sozialbereich) kennen.

    Das Modul enthält diverse Kurse. Mindestens 9 ECTS werden im Rahmen von Kursen absolviert, die vom Verbandsmanagementinstitut der Universität Fribourg angeboten werden. Ziel des Moduls ist es, den Studierenden Grundfertigkeiten des Managements von Nonprofitorganisationen zu vermitteln.

     

  • MA Spezialisierungs- oder Nebenprogramm: POLITIK UND GESELLSCHAFT

    MApol01: Vergleichende Politikwissenschaft (15 ECTS)

    Vergleichende Politikwissenschaft gehört zu den zentralen Feldern der Politikwissenschaft. Die Studierenden sollen mit den wichtigsten Begriffen, Theorien, Konzepten, Ansätzen und Methoden im Bereich der politikwissenschaftlichen Komparatistik vertraut gemacht werden. Es werden Aspekte der klassischen politikwissenschaftlichen Trias von Polity, Politics und Policybeleuchtet. Insbesondere sollen Theorien und Methoden der Vergleichenden Politikwissenschaft vorgestellt und anhand ausgewählter Länderbeispiele veranschaulicht werden. Zudem sollen zentrale Debatten der vergleichenden Politikwissenschaft aufgegriffen und mit Hinblick auf die gegenwärtigen politischen Systeme Westeuropas sowie Mittel- und Osteuropas diskutiert werden.

    Im Einzelnen werden im Rahmen dieses Moduls zwei Vorlesungen und ein Seminar angeboten, die sich mit politischen Institutionen und deren Wandel genauso beschäftigen wie mit der Untersuchung von unterschiedlichen Regimetypen und Regierungssystemen (Demokratien und Autokratien), mit Politischer Kultur, inkl. Sozialkapital und politischem Vertrauen sowie mit Politischen Akteuren (v.a. Entwicklung von Parteien und Parteiensystemen, und Zivilgesellschaft).

     

    MApol02: Staaten und Gesellschaften im Wandel (15 ECTS)

    Die Kurse in diesem Modul knüpfen an das BA-Modul «Staat und Governance» an. Staaten werden nicht nur durch Globalisierung und interne Entwicklungen in ihrer «Souveränität» gefordert. Man kann auch ganz andere Tendenzen beobachten: Viele Staaten in der Welt werden durch Konflikte oder spezifische Gruppen, die den Staat zu instrumentalisieren vermögen, herausgefordert. Man kann von «failed states» oder von «failing states» sprechen, wenn zentrale Aufgaben der Staatlichkeit nicht mehr gewährleistet werden können, v.a. in Staaten, die intern oder extern mit Konflikten konfrontiert sind.

    Der Kurs «Staat(en) global: Transformation, Krisen, Konflikte» beschäftigt sich mit dieser Thematik, während derjenige zum Thema «Staat(en) in Europa» diese im Zusammenhang des mehr oder weniger kooperativen oder konfliktuellen Verhältnis mit anderen (zivil-)gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren betrachtet. Das Forschungsseminar «Staaten im Wandel» wird den Studierenden Gelegenheit geben, sich mit Fallstudien zu den beiden Thematiken auseinanderzusetzen.

     

  • MA Spezialisierungs- oder Nebenprogramm: GENDER, GESELLSCHAFT, SOZIALPOLITIK

    MAggs01: Gender und soziale Wohlfahrt (15 ECTS)

    In diesem Modul werden sozialwissenschaftliche Theorien und Konzepte aus der Geschlechterperspektive untersucht und auf der Grundlage der in der Geschlechterforschung geführten Debatten – wie Gerechtigkeit und Sorge, Gleichheit und Differenzen, öffentliche und private Wohlfahrt – auf aktuelle Fragestellungen bezogen, z.B. Feminisierung von Armut und Migration, Sorgekrisen in Nord und Süd, Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit, Gender und gesellschaftlicher Wandel, Gender und Gewalt. Ziel des Moduls ist es, dass die Studierenden die Bedeutung der Kategorie Geschlecht und der Geschlechterverhältnisse in den Sozialwissenschaften kennenlernen und verstehen, wodurch geschlechtsspezifische Ungleichheiten reproduziert werden und wie soziale Institutionen geschlechtsneutral gestaltet werden können.

     

    MAggsBE: Berner Modul (15 ECTS)

    Dieses Modul wird jährlich angeboten. Unterrichtssprache ist Deutsch, gelegentlich Englisch. Die Liste der zur Auswahl stehenden Kurse wird auf der Website www.unifr.ch/gender vor Beginn des jeweiligen Semesters veröffentlicht. Die Form der Evaluation ist den Syllabi der entsprechenden Veranstaltungen zu entnehmen. Verantwortlich für dieses Kursangebot ist das Interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern. Es werden nur ECTS-Punkte verliehen, die in den Syllabi der einzelnen Kurse angegeben sind.