MA Vertiefungsprogramm «Soziologie, Sozialpolitik, Sozialarbeit»

Das Masterstudium «Soziologie, Sozialpolitik, Sozialarbeit» ist international und interdisziplinär ausgerichtet. Es vermittelt spezialisiertes und vertieftes Wissen zu gesellschaftlichen Phänomenen, Institutionen, Strukturen, Prozessen, Praktiken und deren Wandel.

Die Schwerpunkte liegen bei den Themenfeldern soziale Ungleichheiten, Armut, Arbeit, Konflikte, Delinquenz, Wohlfahrtsproduktion, Gender und den Querschnittsbereichen Politik, Sozialpolitik und Sozialarbeit. Betont wird die theoriegeleitete komparative Forschung und Lehre ebenso wie die Fähigkeit, kritisch zu denken und zu hinterfragen. Das Studienprogramm befasst sich unter anderem mit dem Globalen Norden und dem Globalen Süden Besondere regionale Schwerpunkte sind die Schweiz, Europa, Osteuropa, die Balkanländer, Afrika, und Lateinamerika. Die methodische Ausbildung ist breit: Es werden qualitative wie quantitative empirische Methoden der Sozialforschung auf fortgeschrittenem Niveau vermittelt.

Studierende wählen eine der drei Masteroptionen «Soziologie», «Sozialpolitik und Sozialarbeit» oder «Politik und Gesellschaft» und haben die Möglichkeit, das Vertiefungsprogramm (major, 60ECTS) mit einem Spezialisierungsprogramm innerhalb des (Fach-)bereichs oder einen Nebenprogramm (minor, 30ECTS) zu ergänzen. Das Spezialisierungsprogramm Gender, Gesellschaft, Sozialpolitik wird in Kooperation mit der Universität Bern angeboten.

 

  • Option Soziologie

    Die Option «Soziologie» legt den Schwerpunkt auf eine globale und komparative Perspektive. Dabei wird der Blick auf unterschiedliche soziologische Fragen und Themen gerichtet. Welche Herausforderungen bringt die zunehmende Internationalisierung von Wirtschaft, Politik, Kultur und anderen Bereichen der Gesellschaft mit sich? Wie geht man mit dem Wachstum der Weltbevölkerung und der zunehmenden Alterung der Menschen um? Welche Ungleichheiten und Zusammenhänge gibt es zwischen reichen Ländern des Globalen Nordens und den armen Ländern des Globalen Südens? Welche Rolle haben gesellschaftliche Akteure in diesen Prozessen? Die Option «Soziologie» vermittelt die Fähigkeiten zur Analyse gesellschaftlicher Zusammenhänge und Entwicklungen.

  • Option Sozialpolitik und Sozialarbeit

    Die Option «Sozialpolitik und Sozialarbeit» ist interdisziplinär und international angelegt. Im Mittelpunkt stehen zwei Kernthemen: Soziale Ungleichheiten und die Wohlfahrtsproduktion. Soziale Ungleichheit zielt auf gesellschaftliche Mechanismen der Verteilung von Lebenschancen und den damit einhergehenden systematischen Privilegierungen und Benachteiligungen. Soziale und kulturelle Differenzen (wie u.a. Bildung, Einkommen, Geschlecht bzw. Nationalität, ethnische Gruppe, Religion) spielen im Hinblick auf die soziale Ungleichheit eine zentrale Rolle. Reaktionen von Seiten der Benachteiligten sind z.B. politische und ökonomische Konflikte oder Delinquenz. Gerade in der Verknüpfung von Sozialpolitik und Sozialarbeit eröffnet sich in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, ein breites Spektrum von Problemfeldern und den unterliegenden sozialen Prozessen zu thematisieren. Mit dem Kernthema Wohlfahrtsproduktion wird zusätzlich auf die Frage nach Unterschieden zwischen Wohlfahrtsregimes fokussiert, wobei Sozialpolitik und Sozialarbeit als institutionelle Antwort zur Prävention oder zur Bearbeitung sozialer Probleme und Konflikte verstanden werden. Da neben dem Sozialstaat noch eine Reihe weiterer Akteure bei der Produktion von sozialer Wohlfahrt mitwirken, werden zudem die Beiträge des Arbeitsmarktes, der Zivilgesellschaft und des privaten Bereichs (Familie, soziale Netzwerke) beleuchtet. Hiermit bilden die aus der Perspektive sozialer Ungleichheit und der Wohlfahrtsproduktion vermittelten Kenntnisse eine wesentliche Wissensgrundlage für die soziale Praxis vom lokalen bis hin zum inter- und transnationalen Umfeld.

  • Option Politik und Gesellschaft

    Die Option «Politik und Gesellschaft» ist auf die Analyse von politischen Systemen und deren Handlungsspielräumen in der modernen Gesellschaft fokussiert. In einer vergleichenden Perspektive werden unterschiedliche Konzeptionen und Funktionen des Staates, der politischen Parteien, der politischen Kultur sowie von Demokratisierungsprozessen in west- und osteuropäischen Ländern betrachtet. Dabei sind Herausforderungen zu beschreiben, die nicht nur aus ineffizienten politischen und staatlichen Institutionen resultieren, sondern das Selbstverständnis von liberalen Rechtsstaaten berühren. Was geschieht, wenn Demokratien mit illiberalen Entwicklungen wie Populismen oder mit Wirtschaftskrisen konfrontiert werden, welche die etablierte Politik in Frage stellen? Wie wird die Macht in autoritären Systemen stabilisiert und legitimiert? Gerade der Blick auf autoritäre Systeme zeigt auf, wie sehr wehrhafte Demokratien auf entsprechende gesellschaftliche Bedingungen angewiesen sind. Können Politik und Staat gesellschaftliche Herausforderungen wie Konflikte und Krisen überhaupt noch lösen bzw. managen? Diese Option vermittelt Fähigkeiten zur Analyse politischer Strukturen, Funktionsweisen und Abläufen.


Modulbeschriebe

Das Studienprogramm bedingt gute Deutsch und Englischkenntnisse. Ein zweisprachiges Studium (Deutsch/Französisch) ist möglich durch die Wahl eines französischsprachigen Spezialisierungsprogramms.

Zugangsbedingungen zum MA Vertiefungsprogramm

Für Studierende mit fachfremdem Bachelorabschluss oder einem Bachelorabschluss einer Fachhochschule steht das Vertiefungsprogramm nach Absolvieren eines Vormasters offen (siehe Studienplan des Vertiefungsprogramms zu 60 ECTS). Die Studienberatung steht für weitere Informationen zur Verfügung.