«Die Kurse im benachbarten Seminarraum können buchstäblich mitverfolgt werden»

«Die Kurse im benachbarten Seminarraum können buchstäblich mitverfolgt werden»

Madeleine Bieri arbeitet in der Bibliothek des Instituts für Europarecht und erzählt unter anderem, warum die Bibliotheksbesucher_innen flexibel bleiben müssen.

Ich heisse Madeleine Bieri und bin Bibliotheksleiterin in der Bibliothek des Instituts für Europarecht (SDU), welche seit 2001 als Präsenzbibliothek am jetzigen Standort im Beauregard existiert.

Meine Bibliothek
Die Institutsbibliothek stellt 12 Arbeitsplätze zur Verfügung. Sie ist vor allem auf das
Europarecht und spezifisch auf das EU-Recht ausgerichtet. Sie enthält jedoch auch Literatur zum Völkerrecht und zum schweizerischen und ausländischen Recht. Besonders zahlreich sind die Publikationen aus den Bereichen institutionelles Recht der EU, Binnenmarktrecht, Umweltrecht, europäisches Privatrecht und Grundrechte. Weiter wächst der Bestand im europäischen Migrationsrecht. Alle Publikationen sind vor Ort frei zugänglich und konsultierbar. Die Benutzerschaft setzt sich vorwiegend aus Studierenden und wissenschaftlichen Angestellten der Universitäten Freiburg, Neuenburg und Bern zusammen.

 

Mein Arbeitsalltag
Zu meinen täglichen Arbeiten gehört die Organisation der Bibliothek und der Bibliotheksaufsicht. Ich hinterfrage die Aufstellung der Dokumente und verfolge den Unterhalt der Geräte. Weiter bestelle ich die Bücher anhand den Buchvorschlägen der Professor_innen und den Mitarbeitenden des Instituts und katalogisiere und klassiere sie. Ich kontrolliere den Eingang der Zeitschriften und organisiere deren Bindearbeiten. Regelmässig stelle ich Artikel auf die Open-Access Plattform RERO DOC, beantworte Rechercheanfragen und organisiere ein Inventar.

Des Weiteren bin ich für das Informatikbudget des Instituts zuständig und unterhalte die Webseite. Ich kümmere mich um die Formatierung und den Druck der Freiburger Schriften zum Europarecht und um den Druck des Jahresberichts.

Unterstützt werde ich von einer administrativen Mitarbeiterin. Die Bibliotheksaufsicht wird unter den Mitarbeitenden des Instituts und des Lehrstuhls für Europa- und Völkerrecht aufgeteilt. Dies empfinde ich als sehr vorteilhaft, da durch diese enge Zusammenarbeit die verschiedenen Bedürfnisse der Studierenden, der wissenschaftlichen Mitarbeitenden und der Bibliothek regelmässig ausgetauscht werden.

Meine Aussicht
Vom Arbeitsplatz der Bibliotheksaufsicht aus fällt der Blick in den Innenhof des Gebäudes und auf die Seminarräume. Die Kurse im benachbarten Seminarraum können buchstäblich mitverfolgt werden, da wir nicht nur direkt in den Saal sehen, sondern auch gleich mithören können. Von meinem Arbeitsplatz im Büro, welches sich ausserhalb der Bibliothek befindet, kann ich das Quartierleben im Beauregard etwas mitverfolgen.

Schweizerisches Jahrbuch für Europarecht und Freiburger Schriften zum Europarecht
Diese zwei Publikationen möchte ich speziell hervorheben. Sie sind in der Europarechtsbibliothek von Bedeutung und werden von unseren Bibliotheksbesucher_innen rege konsultiert.

Mit dem Schweizerischen Jahrbuch für Europarecht werden die aktuellen Entwicklungen des EU-Rechts erläutert und die Beziehungen zwischen EU-Recht und schweizerischem Recht behandelt.

Die Freiburger Schriften zum Europarecht werden vom Institut herausgegeben. Diese Schriften sind nicht im Buchhandel erhältlich. Sie umfassen z.B. Diskussionspapiere von Doktorierenden oder Rechtsgutachten.

Unsere Geschmeidigkeit
Die Bibliothek SDU ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Und mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass die Bibliothek mit der geplanten Errichtung eines neuen Gebäudes für die Rechtswissenschaftliche Fakultät mehr Platz zur Verfügung hat, suchen wir zwischenzeitlich immer wieder Lösungen, wie wir in der Bibliothek bis zu diesem Umzug mehr Platz gewinnen können, ohne Arbeitsplätze aufgeben zu müssen.
So werden die Bibliotheksbesucher_innen regelmässig dazu aufgefordert, ihre Gewohnheiten aufzugeben und sich bis zur nächsten Umstellung neue zuzulegen. Das hält uns alle flexibel.

Ich bin gespannt darauf, wie sich die ganze Bibliothekslandschaft an der Universität Freiburg und insbesondere auch die Institutsbibliothek in der nächsten Zukunft entwickeln wird.

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Author

Angela Hoppmann ist Germanistin, Philosophin und Autorin, seit 2018 zudem Redaktorin und Social Media Expertin im Team Unicom. Sie bezeichnet sich selbst als Textarchitektin und verfasst in ihrer Freizeit Romane und Kurzgeschichten – wenn sie nicht gerade Tango tanzt, ihre sechste Sprache lernt oder mit Hund Nietzsche unterwegs ist.

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